Gedanken unsortiert notiert
Kapitel 1
Es war ein kühler, teils regnerischer Tag im März.
Jungs trugen lange Haare, in China war Kulturrevolution, und in Vietnam tobte ein Krieg.
In einem Raum, der mit Vorhängen separiert wurde, sind Schreie, wimmern, keuchen und teils befehlsartige Worte zu hören. Dort verließ ich nach 12 Stunden Vorbereitung meine Mutter und bekam dafür sogar meine erste Urkunde. Ich wohnte dann in einer vom Staat zugewiesenen Behausung, welche mittlerweile zu Schutt zerfallen u. abtransportiert wurde. In diesem Haus residierte auch ein älteres Ehepaar, das die Rente genießen wollte. Sprich ich musste mich immer leise u. unauffällig verhalten, sonst drohten Sanktionen. Anfangs war meine Oma oft da, um Windeln zu kochen und meiner Mutter aufzuzeigen, was das Leben mit einem Baby so bietet. Wenn meine Mutter einkaufen war, oder Termine war nahm wie auch den Kirchgang, passte ich alleine auf das Haus auf. Heute unvorstellbar, damals normal. (Bsp. wenn du in ein großes Warenhaus gegangen bist, gab es einen Abstellraum für die Kinderwagen. Heute stehen da die leeren Wage, damals nicht u. oft war es laut denn schreien ist mitunter ansteckend. Vom 1.-3,5 Lebensjahr, bevor mein Bruder kam, war ich oft spazieren. Durch unser Viertel verlief eine Haupteisenbahnstrecke und unweit floss die Elbe. Ich habe also mit viel Geduld Züge auch Dampf und Schiffe beobachtet. Und dann war ich oft am stinkenden Chemiewerk „Fahlberg List.“ Manchen Tags wurde dort wohl gelüftet. dann sollte man die Freiheit meiden u. die Fenster geschlossen halten. Auch war der Schnee im Winter etwas dunkler als anderswo. Apropos als es viel geschneit hatte, so kann ich mich noch erinnern, habe ich den Rangierloks zugeschaut. Das war sehr interessant. Sie nahmen immer wieder Anlauf, um den Schnee beiseite zu schieben. Ich war auch oft auf einem Hundetrainingsplatz um zu balancieren und ähnliches. Von meinem Opa hatte ich eine Spielzeugkiste gezimmert bekommen. Sie war mit Bildern aus der Bummizeitung beklebt und so groß wie ein Koffer. Darin befand sich mein Spielzeug. Im Garten hatte ich noch Sandspielzeug und Kalksteinbausteine, ähnlich dem heutigen Lego, nur das man hier dreckige Hände bekam. Außer, das ich mit dem Spielzeug zugange war, habe ich nach Berichten meiner Mutter Blumentöpfe vom Hocker gestemmt, um aus dem Fenster zu schauen oder mit einem Tortenheber das Dekor der Möbel verändert. Ich wollte natürlich auch im Haushalt mitwirken. Dazu habe ich beim Strümpfe waschen in einer Wanne geholfen (Waschmaschinen gab es noch nicht) Dabei ist die Wanne umgestürzt, und meine Mutter hat den ganzen Tag nur geschrien. Ich sollte dann die Strümpfe aufsammeln und hab mich dann auf dem Sofa hinter der Spielzeugkiste verdrückt. Der Fußboden war ja nass.
Einmal in der Woche waren wir in einer Telefonzelle, um mit der Oma auf Arbeit zu telefonieren. Ich wusste immer nicht, was ich erzählen sollte und schwieg meistens. Wie sagt man immer „Dir muss man alles aus der Nase ziehen“.
Erinnerlich ist mir noch, dass ich mit meinem Vater Fußball gespielt habe oder spazieren war. Er diente zu jener Zeit für 1,5 Jahre bei der Nationalen Volksarmee als Mot.-Schütze.
Berichtet wurde mir noch, dass ich auf der Hochzeit eines Onkels auf der Tanzfläche meine Kleidung entfernt hatte, weil es irgendwo pikste.
Als ich etwas über 3 war, kam mein Bruder zur Welt. Ich durfte nicht an das Körbchen, um zu gucken. Ich wurde dann öfter hochgehoben um reinzugucken, schaute beim Windelwechseln zu oder genoss den Duft der kochenden Extremitäten Sammlung.
Wir sind dann später von der Einraumwohnung in eine Dreizimmerwohnung mit Garten gezogen. Dort kam dann auch gleich am Geburtstag meiner Mutter die älteste meiner Schwestern zur Welt. So hatte mein Bruder später jemanden zum Spielen. Meist wurde sich ums Schaukelpferd gestritten. Ich hatte 2 Nachbarskinder mit denen ich spielte, meist am Nachmittag, denn sie gingen in den Kindergarten. Für mich gab es keinen Platz. Wir hatten hinter dem Garten einen Erdwall und dahinter Garagen. Der Erdwall war für uns entweder eine einsame Insel, ein Schiff, ein Flugzeug oder ein Berg. Wir hatten ständig ein anderes Projekt.
Morgens ging ich mit Milchkanne Brot und Milch einkaufen. Später gab es dann Milchflaschen. Dumm nur, man musste sich immer die Menge merken. Ich habe es immer vor mir hergesagt, bis ich abgelenkt war……………
Im Sommer spielte ich mit meinem Holzschiff in der Zinkbadewanne oder bin mit dem Holzdreirad rumgekarrt, im Winter mit dem Schlitten.
Die Wäsche wurde jetzt in einem beheizbaren Kessel mit Rührgestänge gewaschen, also für mich keine Gelegenheit zu helfen.
Im Urlaub war ich bis dato nur einmal an irgendeinem See. Ich musste (mein Bruder war noch nicht dabei) in die Kinderbetreuung. Sie wollten immer Buggy Buggy oder Bi Ba Butzemann und solche Dinge spielen. Ich mochte so etwas nicht. Daher saß ich immer auf einem Stein und schaute auf den See.
Später kam die Einschulung mit großer Familienfeier und Schultüte. Ich fand auch einen Freund, mit dem ich den langen Schulweg bewältigte. An den Unterricht kann ich mich nicht mehr so genau erinnern. Auf jeden Fall fand ich das Schönschreiben in den Heften mit den drei Linien anstrengend.
Dann war ich mit dem Zug viel auf Reisen. Das hat Spaß gemacht. Omas Verwandte lebten ja, geschuldet der Vertreibung aus Schlesien, sehr verstreut im Land. Wir haben also oft die Verwandten und Freunde von damals besucht.
Auf dem Bahnsteig hat Oma meist gebrabbelt „hoffentlich nimmt die Lok nicht noch Wasser“ und dann irgendwann „guck jetzt kommt der Zug.“ Schnell habe ich mich versteckt, weil ich solche Angst vor den großen dampfenden, zischenden Loks hatte.
Wir fuhren auch mal Richtung Dresden. Mitten während der Fahrt riefen alle „Fenster zu, Fenster zu“ Als es dann dunkel wurde, wusste ich warum. Wir passierten einen Tunnel.
Ziel dieser Fahrt war die Arbeitsstelle einer Schwester von Opa. In einem großen gefliesten Saal standen riesige Töpfe und Pfannen. Es war eine Krankenhausküche und wir aßen im Treppenhaus Suppe.
Mit Opa war ich oft in der Stadt. Wir erledigten Wege oder beobachteten Baustellen. Als wir das erste Mal über den heutigen Uniplatz fuhren, sah ich einen großen Bauschuttberg mit Eisenbahnen und Loren drauf. Ich fragte, was das hier mitten in der Stadt ist. Er sagte nur „das ist Magdeburg“
Wenn wir bei seinem Bruder waren, nahmen sie mich oft in die Kneipe mit. Es war dort düster und verqualmt. Man bestellte oft auch ein warmes Bier. (Der Wirt zapfte ein Bier und machte einen kleinen Tauchsieder rein).
Weil ich davon so fasziniert war, machte Oma mit mir Straßenbahnrundfahrten. Das waren noch die alten hölzernen mit Fangnetz. Wenn eine Bahn kaputt war, fuhren die anderen auf der Gegenspur drumherum. Wenn die Bremse festsaß, kam die Feuerwehr. Dann wurde gehämmert, und die Fahrt ging weiter.
Bezahlt wurde mit Münzen in einem Automaten (wie ein Bandit). Die Türen gingen auch nicht automatisch auf.
Eine Horrorfahrt hatte ich allerdings. Das war schon eine modernere Bahn mit Automatiktür. Wir waren am letzten Wagen, und Papa stellte mich rein und Schwupps, ging die Tür zu, und die Bahn fuhr mit einem heulenden Markus ab. Zwei Fahrgäste sind dann mit mir an der nächsten Haltestelle ausgestiegen und meinen Eltern entgegengegangen.
Mit Oma war ich oft im Stadtpark. Da gab es einen Aussichtsturm und eine Pioniereisenbahn aber auch einen ganzjährigen Rummel mit Karussell und hölzerner Achterbahn. Ich wollte damit aber nicht fahren. Einmal hat sie mich in die Feuerwehr eines ganz langsamen Karussells gesetzt. Sie meinte, es ist ganz harmlos, und die anderen Kinder fahren ja auch damit. Diese Meinung hatte leider keinen Bestand. Das Karussell musste angehalten werden. Ich wurde geborgen, konnte nicht stehen, lag auf dem Boden und hielt mich an Omas Beinen fest, weil sich alles drehte. Anschließend reinigte ich gründlich meinen Magen, für Oma sehr peinlich. Oma war danach furchtbar wütend, fuhr mit mir nach Hause und besuchte keinen Rummel mehr.
Ansonsten waren wir oft im Zoo (Bären, Elefanten, Flusspferde usw.)
Mit den Großeltern väterlicherseits war ich oft im Gewächshaus oder an der Elbe spazieren, oder ich spielte neben ihrer Wohnung auf dem Kindergartenspielplatz.
Ich habe viel Zeit mit beiden Großeltern verbracht. Denn immer, wenn meine Mutter krank war, oder
ein Geschwisterchen kam oder oder oder wurde ich ausquartiert.
Ja gut, nun begann die Schule.
Das erste Jahr hatte ich gut überstanden. Nur die Ferienspiele (so eine Art Hort in den Ferien) waren nicht so prickelnd. Es waren heiße Sommertage und die Kinder fuhren, außer 2 Mädchen und ich, alle baden. (ich hatte keine Badeerlaubnis). Die beiden Mädchen spielten miteinander und ich wanderte immer den Platz hoch und runter. Dazu muss ich noch sagen, dass ich nicht sehr kontaktfreudig war. Ich hatte in Mitarbeit oft eine 3 oder 4. Sich melden (Arm hoch) und mein Wissen, wenn vorhanden, in der Öffentlichkeit zu präsentieren war nicht mein Ding.
Ach übrigens fällt mir noch etwas ein.
Unweit unserer Wohnung, am Ende der Straße waren Felder. Dort gingen wir oft spazieren. Einmal fand ich einen Findling (ein Stein so groß wie eine Faust.). Um meinem Vater imposant darstellen zu können, wie gut ich werfen kann, hatte ich den Plan, den Stein über ihn fliegen zu lassen. Leider waren meine Berechnungen dilettantisch, so dass der Stein an seinem Hinterkopf zum Stehen kam. Anschließend erhielt der Findling einen Ehrenplatz in der Schrankwand.
Noch etwas: Ich habe auch mal gebrannt. Ich hatte Oma irgend etwas erklärt und stand dabei mit dem Rücken zum Gasherd, der an war. Meiner Körpergröße geschuldet fingen die Haare Feuer. Ich merkte es erst, als Oma erschrocken schaute und mir sofort ein Handtuch über den Kopf warf und drauf rumklopfte.
Ja, das war die schöne Zeit meines Lebens, aber es geht auch anders.
Auf den Feldern am Ende der Straße wurde ein Neubaugebiet errichtet. Es ging recht schnell in Plattenbauweise und war interessant anzusehen. Unter anderem wurden auch drei Schulen gebaut. Die erste war am Ende eines Realschuljahres fertig. Da wir im Einzugsgebiet dieser Schule wohnten, wurde ich umgeschult, alles wieder neue Kinder und ich mittendrin. Es waren recht muntere Gesellen, die sich austoben mussten. Ich kam da sehr gelegen. Meine Mütze flog oft sehr herum und ich musste sie einsammeln. Aber es ging noch.
Mein Leben begann nun mich anzustrengen und mit Angst zu erfüllen.
Mein Vater war sehr cholerisch veranlagt und konnte mit Kindern wenig anfangen. Gespielt und gebastelt hat er mit mir nicht, meine Mutter aber auch nicht, sie hatte dafür keine Zeit.
Es begann mit den Vorbereitungen des Umzugs in eine neue Wohnung. Wir waren ja zu fünft in einer kleinen 3 Zimmerwohnung. Die neue Wohnung hatte ein Zimmer mehr und einen Garten.
Beim Möbel auseinanderbauen entstand aus einem Tisch nach entfernen 2er Beine eine Rutsche. Meine Geschwister rutschten runter, ich wollte nicht. Auf Geheiß meines Vaters sollte ich aber rutschen. Ich rutschte natürlich daneben und fiel auf meinen Arm. Als Spielverderber sollte ich sofort ins Bett ohne Abendbrot. Ich heulte die ganze Nacht vor Schmerzen. Am anderen Morgen heulte ich immer noch, und mein Vater musste mit mir ins Krankenhaus fahren (heutige Uniklinik). Dort im Krankenhaus kamen dann die tröstenden Worte: „Wenn da nichts ist, schlage ich dich windelweich. „Um das Ganze interessanter zu gestalten, war das erste Röntgenbild verwackelt. Mit Vollgips habe ich dann das Krankenhaus verlassen. Windelweich hat er mich übrigens nie geschlagen, aber oft zum Weltraum erkunden geschickt, das heißt wenn mir ein Missgeschick unterlief, gab es einen Schlag auf den Hinterkopf. Ich sah dann Sterne.
Ja, dann sind wir umgezogen 3 Straßen weiter und nicht mehr im Einzugsgebiet der Schule. Ich blieb auf der Schule aber fernab meiner Mitschüler, die sich nachmittags treffen konnten.
Mein neuer Schulweg führte nun an einer Wohnung vorbei wo Ritter wohnten. Es waren Zwillinge, die wirklich so hießen, und es waren Raubritter. Einer hielt meine Arme hinterm Rücken fest, und der andere boxte munter in meinen Bauch. Ihr Ziel war es, mein Milch- und Essengeld zu erbeuten, aber Fasten soll ja gesund sein.
Für die Ritter wurde dann die Sache nicht mehr so lukrativ. Auf Grund des Erscheinens (Geburt) meiner zweiten Schwester wurde ich zum Freiesser. Das machte die Zwillinge wütend. Sie zerrissen die Essenmarke und prügelten drauflos. Ich habe den sterbenden Schwan gegeben und mich gekrümmt und gehustet, so dass sie mit den Worten der stirbt wegrannten. Ich bin dann immer längere Umwege gegangen, um ihnen nicht zu begegnen. Wenn doch einmal bekam ich noch Prügel, danach wurde nach mir geworfen oder gespuckt.
Zu Hause wurde mir gesagt ich solle gefälligst zurückschlagen Dazu muss ich sagen, ich war und bin recht schmächtig. Von dem gestohlenden Geld habe ich nichts erzählt, einem vorherigen Erlebnis geschuldet.
Ich war ein paar Wochen in der neuen Schule, da packte mich auf dem Heimweg ein zirka 13/14jähriger Junge. Er zerrte mich in die Baugrube eines Heizhauses, riss mich zu Boden und kippte meine Schultasche aus. Als ich aufstehen wollte, begann er mich fürchterlich zu treten. Er nahm sich dann 2 Füller und rannte weg.
Zu Hause angekommen gab es riesigen Ärger. Meine Sachen waren voll dreckig und die Füller waren teuer gewesen. Wo sollen wir jetzt welche herkriegen usw. Außer Kinderreich war da nicht viel
Mein Vater war Gärtner und meine Mutter Apothekenhelferin und wegen der Kinder 11 Jahre zu Hause. Später hat sie halbtags gearbeitet. Das Geld hat halt so gereicht, dass wir bis dato 1 Moped (Schwalbe) gebrauchte Fahrräder und Kleidung hatten. Einen schwarz- weiß Fernseher, der mit angebundenen Röhren und ständigem Draufklopfen funktionierte, hatten wir auch. Als er dann gar nicht mehr ging, gabs ein halbes Jahr gar keine Fernsehbilder. Es war aber nicht so schlimm. Wir haben eh nicht so viel geguckt. (abends Nachrichten und Drehscheibe, dienstags Kimba oder ähnliches, donnerstags Wicky, sonnabends Flimmerstunde sonntags Heidi und Märchen). „Kennt Ihr noch Hanni von Heiden und Plumperquatsch ?“(Westfernsehen)
Ach so! Ja ich war außerdem der Große und meine älteste Schwester bestand darauf, dass auch ich (bis 10 J.) um 20.30 Uhr ins Bett gehe. So konnte man noch sehen, was man verpasst, denn auch damals begannen die Filme um 20.15. Ich durfte aber noch lesen.
Also in der Schule über Filme mitreden war nicht drin. Stullen tauschen ging bei mir auch nicht, ich hatte nur Butter drauf. Übrigens als wir umgezogen waren hatte ich ja keinen Freund mehr, aber ich fand für einen Tag schnell neue.
Ja, ich hatte gefragt, ob ich mitspielen darf und los gings. Wir haben Katzen verfolgt und verstecken gespielt. Gleich am nächsten Tag war ich am Treffpunkt. Meine „Spielfreunde“ guckten ängstlich und gingen rückwärts von mir weg. Ich dachte, ich habe was im Gesicht oder an der Jacke und fragte, was denn ist. Sie haben gesagt, dass sie nicht mit mir spielen dürfen und auch nicht mit mir reden sollen. Ich sollte bitte gehen, damit sie keinen Ärger bekommen. Ich habe zu Hause nachgefragt warum das so ist. Man sagte, das wissen wir auch nicht, dann spielst du eben allein.
Ich war damals 7, mein Bruder 3,5, meine Schwester 2 und die Jüngste noch ein Baby. Dann habe ich eben allein gespielt, das kannte ich ja schon.
Später habe ich mit meinen Geschwistern gespielt Wir hatten kleine Blockhäuser, Stabil Baukästen, einen Kran, eine Baustelle, Indianer Matschboxautos usw. Wir haben auch öfter eine Hl. Messe nachgespielt (wir sind katholisch), Schule, Kaufladen und ähnliches. Wir sind auch mit dem Fahrrad gefahren und haben Straßenbahn gespielt. Zum Fußballspielen mussten wir zu einem Kohlespielplatz laufen. Das war auch interessant.
Als wir noch kleiner waren durften wir, wenn die Jungs des übernächsten Nachbarn Fußball spielten, nicht raus. Ihre Bälle oder Schüsse waren zu hart. Als wir Jahre später Fußball spielen wollten, hat sich das die übernächste Nachbarin verbäten.
Ich habe mich natürlich gefragt warum zu mir niemand Kontakt haben durfte.
Naja, die nicht mit mir spielen durften, denen wurde ja irgend etwas erzählt. Sie konnten mich ja auch nicht kennen, da ich ja ganz woanders zur Schule ging, als zum Beispiel meine Geschwister.
Anfangs haben sie nur irgendwas mit katholischer Nuss gerufen sind weggerannt oder haben sich hinter Autos versteckt. Später wurde ich mit Matsch und Dreck beworfen. Wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs war, waren es Steine und Stöcker. Waren sie auch mit den Rädern unterwegs, haben sie mich bespuckt. Ich hatte immer ein feuchtes Tuch dabei. Zum Gläser und Flaschen sammeln bin ich dann abends losgefahren. Da gab es bei Sero Geld für. Ich war halt der Penner in der Siedlung. Die wurde mir auch mind.2-mal gesagt von Erwachsenen Menschen, und die müssen das ja wissen.
Das erste Mal gab es zu Hause Streit. Mein Vater hatte keine Zigaretten mehr, und ich sollte welche holen. Meine Mutter war dagegen, und sie schrien sich an. Irgendwann sagte sie schick ihn doch los, er bekommt sowieso keine. Also bin ich zum Konsum und verlangte eine Juwel alt. Die Verkäuferin sagte, dass ich keine bekomme, weil ich noch nicht 16 bin. Da ging es los. Ein Teil der Kunden begann sich aufzuregen. Das der immer noch frei herumrennt, der gehört in den Jugendwerkhof. Holen sie sofort die Polizei. Die Verkäuferin hat mich schnell hinten rausgelassen und sagte ich soll weg rennen.Habe ich natürlich zu Hause nicht erzählt, nur das ich keine Schachtel bekommen habe.
Meine Mutter sagte siehste, und mein Vater holte sich wütend selbst welche.
Das Tolle dabei war, Oma war Konsummitglied, und ich musste dort wegen der Marken weiter einkaufen.
Stellt sich nun die Frage war ich Cool oder hatte ich Angst. Antwort, ich hatte nur noch Angst, und abends habe ich meist geheult.
Es begann ja früh mit dem Schulweg (Ritter und andere Kinder), dann in der Schule das lustig machen oder Tasche anbinden, mich mit Filzstiften bemalen oder sich totlachen, wenn ich mit Mütze und Unterhose kam. Ich war ja auch nicht der sportlichste, konnte keinen Kopf- oder Handstand, kam die Stange nicht hoch und wenn sich andere schon umzogen lief ich keuchend die letzte Runde. Abends zu Hause war ich auch nicht sicher, ob alles gut war oder mein Vater wieder ausrastete. Das ich ein Penner bin, wurde mir auch vom Klassenlehrer verdeutlicht.
Klassenlehrer, er war groß, kräftig, Ende 20 und Reservist der NVA. Er gab Mathe- und Sportunterricht. Er ließ mich und drei andere aus meiner Klasse aufstehen und schrie. „Ihr seid Penner, der absolute Abschaum, aus euch wird nichts …..“. Wir wussten erst später, um was es ging. Die Parallelklasse hatte der Russischlehrerin einen Brief eingesteckt. Sie hatte daraufhin einen Nervenzusammenbruch bekommen. Was drin stand weiß ich nicht. Sich bei uns zu entschuldigen stand nicht im Lehrplan. In der Schule musste man halt alles mitmachen. Es gab Fahnenapelle, Pioniernachmittage, Arbeitseinsätze eine Patenbrigade usw. Zwei Sachen kann ich ja noch erwähnen. Ich hatte große Achtung vor dem Hausmeister. Er hatte ja viel zu tun. Die Achtung verlor ich, als meine Mütze weg war. Ich sollte beim Hausmeister klingeln. Statt zu sagen, es wurde keine Mütze abgegeben sagte er: "Verschwinde, was geht mich deine Mütze an und wehe, du klingelst hier nochmal.“.
oder
Ich habe auf dem Schulweg mit dem Fahrrad (war verboten, musste ich verstecken) kurz bei Oma gehalten. Mein Turnbeutel war kaputt. Sie sagte, dass ich ihn so nicht mitnehmen kann, da fällt ja alles raus. Sie steckte alles in eine Tüte und ich fuhr zur Schule. Der Beutel wurde sofort eingezogen und ein Verweis ausgesprochen, der aber nicht vollzogen wurde. So hatte ich das Sportzeug einzeln unterm Arm. (auf dem Beutel stand Persil)
Das war halt so. Ohne FDJ-Hemd durfte man auch nicht zur Prüfung (hatte mir eins geliehen).
Mein Schultag war anfangs recht übersichtlich.
Um 7 Uhr ging es zur Schule zwischen 14- und 15 Uhr wieder nach Hause. Ich war Schlüsselkind.
Dienstagnachmittag war Religionsunterricht, Mittwoch Pionier-
Nachmittag, sonnabends Messdiener Stunde und sonntags Kirchgang. Sonnabends habe ich nach der Schule öfter Papa geweckt und dann gabs Mittagessen (entweder Klops oder Suppe). Sonntags gab es im Wechsel Rinderschmorbraten, Schweinebraten, Kassler und manchmal Rouladen. Die wichtigsten Worte beim Essen waren das Mittagsgebet und „an den Kartoffeln fehlt Salz“
Messdiener war nicht mein Ding, aber ich musste. Man half praktisch dem Priester bei der Zeremonie
Ich hatte Angst und Stress zu versagen. Man stand in der Öffentlichkeit. Das war schon mal nicht meine Sache. Man hatte, ähnlich wie bei einem Theaterstück, zu bestimmten Abläufen etwas entsprechendes zu tun. Das durfte nicht schiefgehen. Am Anfang wurde ja noch lateinisch gesprochen, später dann deutsch. Dazu kam noch, das katholische Christen auch bloß Menschen sind. Schade nur, dass ich alles gehört habe.
; Gleich liegt er platt unterm Buch „(das Buch war sehr schwer und wurde von einer Seite zur anderen getragen), oder „Die Kerze ist ja dicker als er, und noch ein paar Episoden aus Tom und Jerry.
Ich habe die Kirche eh nicht ganz verstanden. Zum Beispiel: Man fährt extra zum Gottesdienst und dann wird dieser in Kurzform (ca. 20 Min.) zelebriert, weil gleich Fußball ist.
Oder die Beichte: Man bereitet sich vor, erzählt über seine Sünden, was dann zurückkommt, statt auf die Sünden einzugehen und deren Bewältigung, ist nur „bete ein Vater unser“. Bei Pfarrer Kohle kam gar nichts. Er wollte während der Beichte wissen, wie es der Familie so geht und was mein Vater macht. Ich habe auch mal aus Neugierde bei einem professionellen Beichtvater meine Selbstbefriedigung (war ja eine Sünde) gebeichtet. Dieser versuchte nach einigen Nachfragen mein Augenmerk in Richtung Theologie zu lenken.
Ich war immer regelmäßig zur Kirche gegangen, bis ich einen Streit mit Gott hatte. Ich habe ja auf Grund meiner Unregelmäßigkeiten viel gebetet und mit Bitten und Hoffnungen verbunden. Er hat dann fast wütend geschrien. Ich habe dir zwei Beine Arme und einen Kopf gegeben, und das nicht, damit ich deine Arbeit mache. Las mich mit deinen Sorgen in Ruhe und gestalte dein Leben mit den dir gegebenen Mitteln selbst. Punkt! Klingt komisch war aber so. Seitdem habe ich keine Messe mehr besucht.
Meine Wochen wurden jetzt auch immer voller.
Sonntags Kirche, Montag Rudertraining, Dienstag Religion, Mittwoch Pionier- oder später FDJ-Nachmittag abends Jugendstunde (kirchlich), war nicht mein Ding, ich musste aber hingehen. Meine Geschwister brauchten es später nicht mehr.
Donnerstags, freitags und sonnabends auch Training, Messdiener- stunden und halt noch andere Dinge: wie, Subbotnik, Rödel Gedenklauf, meine Schwestern vom Kindergarten holen, für Oma Kohlen aus dem Keller holen, einkaufen, Fahrräder reparieren, im Garten Unkraut ziehen und und und .
„Und Rudern war auch eine Katastrophe?“.
Naja- man wurde in der Schule von einem Sportarzt begutachtet und dann für eine Sportart ausgewählt, bei mir war es Rudern. Es begann mit Ausdauer- und Krafttraining sowie Trockenrudern (im Becken mit löchrigen Ruderblättern) Später ging es auf die Elbe. Ich war in einem Achterboot mit Steuermann. Ich hatte den wichtigsten Posten, den Schlagmann. Er sitzt gleich vorn gegenüber dem Steuermann. Ich gab also, wenn man so will, die Geschwindigkeit an. Als wir wettkampfbereit waren musste zur Regattaanmeldung pro Forma die Schwimmstufe (Schwimmzeugnis) eingereicht werden. Man ging davon aus, dass jeder eine hat, sie gabs ja in der Schule.
Ich habe dann die Boote immer rein- und rausgetragen, gereinigt und geschmiert, aufgeräumt und ab und zu Trockentraining gemacht.
Irgendwann bin ich dann nicht mehr hingegangen.
Da gab es noch eine kleine Begebenheit. Nach einem Training bin ich entlang der Brücke zur Haltestelle gegangen. Unter der Brücke standen Trainingskameraden und spielten mit Wunderkerzen. Das sah ein beherzter Bürger und rannte schreiend rum. Er muss wohl gedacht haben, die zünden eine Bombe. Er schrie, „Euch krieg ich!“
Die Kameraden riefen „lauf weg!“ Naja, gekriegt hat er mich und wütend zur Polizei geschleppt. Ich heulte und er schrie:“ euch werde ich das Handwerk schon legen.“ Nachdem er wütend der Polizei sein Anliegen geschildert hatte, schickte man ihn weg. Nun stand ich da. Für mich völlig unerwartet fragten die Polizisten in freundlichem Ton, was denn los war. Ich sagte, dass ich vom Rudern kam und die anderen noch zwei Wunderkerzen hatten, die sie unter der Brücke anzünden wollten, weil es dort dunkel war. Darauf die Polizisten „Okay“ sie fragten dann, ob sie mich nach Hause bringen sollen. Ich verneinte sofort, was man mir nicht übelnahm. Vielleicht dachten sie in diesem Moment wie ich. Es hätte ja nur zur Festigung meines „Images“ beigetragen, wenn mich die Polizei nach Hause gebracht hätte.
Übrigens Ich konnte nicht schwimmen. Dummerweise bin ich einmal im Winter von dem glatten Steg aus in die Elbe gefallen. Damals schillerte sie noch bunt. Nach dem Waschen (Dusche gab`s nicht) habe ich immer noch gestunken, und meine Sachen waren alle eingelaufen.
Aber zurück zum Thema schwimmen. In der 3. Klasse war ich etwas länger krank. Ich konnte nichts bei mir behalten und kam ins Krankenhaus an den Tropf. Als ich wieder gesund war, konnten alle anderen schon schwimmen. Ich wurde dann ins Wasser gebracht und sollte schwimmen. Ich kam aber nicht vorwärts und der große Meister (Lehrer) lachte und erzählte was von bleierner Ente. Dann schrie er rum, ich hätte zu Hause Trockenübungen machen sollen, hatte ja genug Zeit. Während die anderen im Wasser waren musste ich nun immer Trockenübungen machen.
Ich war oft krank aber nur, wenn die anderen alle gesund waren. Als wir einmal nur 5 Mann in der Klasse waren, lag meine Familie auch um. Ich sollte dann Medizin aus der Apotheke holen. Zurück gings im Hopser lauf. Irgendwie habe ich mich verhobst und kam zu Fall. Die Flasche ging kaputt, und die Tabletten waren durchnässt. In meiner Not machte ich bei Oma halt. Sie sagte, dass ich so nicht nach Hause kann, da gibts Ärger. Dann holte sie alles, was sie an Medizin so hatte, das war nicht wenig, und gab es mir in der verschriebenen Menge. Gewirkt hat es trotzdem.
An Krankheiten hatte ich oft Angina dann auch Windpocken, Röteln, Mumps eventuell Masern (die Ärztin war sich nicht sicher)
und Scharlach (damals noch eine schlimme Krankheit). Ich kam zu Hause in Quarantäne (Einzelzimmer)) und anschließend kamen weiß vermummte Menschen und holten Bett und Spielzeug ab und sprühten alles ein.
Den Arm hatte ich mir auch noch einmal gebrochen, aber das kannte ich ja schon. (Man muss mal beide Arme auf den Tisch legen und mit den Fingern des gebrochenen Armes nach vorn wandern. Der Arm wird dann länger und sieht eklig aus.
Jetzt noch so etwas! Sportunterricht- Fußball! Da ich im Sturm und Verteidigung nicht besonders hilfreich war, musste ich ins Tor. Ich kann sagen, die eintreffenden Bälle tun weh, dass man sich denen dann noch freiwillig entgegenwirft, ist schon krass.
Da war Völkerball dagegen Kuhl. Man durfte nicht vom Ball getroffen werden. Da ich zu wenig Angriffsfläche bot, war ich meist der letzte auf dem Feld.
Also zurück zum Fußball!
Ich wollte den Ball halten, dabei klappte meine rechte Hand nach hinten. Ich bekam ein halbes Jahr lang eine Schiene. Anfangs war das kein Problem. Ich gab einem meiner Mitschüler Pauschpapier, und schon war der Text da. Schon in der ersten Woche dieser Aktion kam meine Klassenlehrerin zu mir und fragte, was wir jetzt machen wollen. Ich fragte wieso, ich lasse ja mitschreiben. Sie fragte, was mit den Klassenarbeiten (heute Tests) ist. Dann meinte sie, dass ich die Klasse nächstes Jahr noch einmal wiederholen könnte. Das fand ich nicht so prickelnd. Da habe ich dann wie wahnsinnig geübt, und meine Arbeiten mit links geschrieben. Ich habe es bis zum Ende der 8. Klasse sogar auf 2,0 gebracht. Für die EOS (erweiterte Oberschule) hat es nicht gereicht. Da kamen nur die allerbesten hin oder solche, die bei der NVA (nationale Volksarmee) eine Offizierslaufbahn einschlagen wollten.
Ach ich habe noch etwas vergessen.
Mein Bruder und ich hatten eine Zeit lang eine Modelleisenbahn im Keller (ein teures Hobby). Wir haben es mit Flaschen- und Gläser
sammeln, sowie Papier abgeben finanziert. Außerdem bekam ich ab dem 14. Lebensjahr 5 DDR Mark Taschengeld. Mein Bruder ist später aus dem Eisenbahnprojekt ausgestiegen.
Mit 14 hat man ja Jugendweihe und beantragt seinen ersten Ausweis. Ersteres hatte ich nicht, obwohl meine Mutter mehrmals vorgeladen wurde. (Jugendweihe war damals ein Gegenstück zur Konfirmation und ein Bekenntnis gegen die Kirche und für den DDR-Staat, das wollten wir nicht.) zweites habe ich korrekt gemacht. Jetzt sollte ich auch mein Kleidergeld selbst beantragen (ab 4 Kindern galt man in der DDR als kinderreich und konnte sowas beantragen). Dazu irrte ich durchs Rathaus, fand aber keine Kleidergeldabteilung. Eine Dame sah meinen suchenden Blick. Es war die zuständige Mitarbeiterin. Sie füllte mit mir alle Formulare aus und erklärte wohin und wann ich das nächste kommen könnte.
Anders lief es bei Punkt zwei.
Es kam für mich eine Vorladung der Polizei. Sofort wollte jeder wissen, warum, weshalb, was ich denn getan habe. Ich wusste es nicht. Also ging ich 13jähriger zur Polizei in den Warteraum. Es ging, wie damals üblich, der Reihe nach (ohne Nummer). Als ich dran war, ging jemand anderes rein. Man dachte wohl, ich sei mit jemandem mitgekommen. Zwischenmogeln hat nicht geklappt, da kam dann „ich!! war nach diesem Herrn dran, wann bist du eigentlich gekommen? Du musst schon warten, bis du dran bist.“ Das ging so, bis dann einer feststellte, dass ich schon vor ihm da war.
Ich war jetzt drin. Eine sehr bestimmende Beamtin erklärte mir, da ich mich nach Paragraphen sowieso durch das Tätigen von falschen
Angaben strafbar gemacht hätte. Ich fragte:“ Was denn für Angaben?“. Sie dann:“ Du wohnst…………………. und angegeben hast du Asternweg 4“ „Na, da wohne ich doch auch“ „Nein“, „Wo wohne ich denn dann“ „Hör bitte auf, wir haben das überprüft und wollen jetzt den Grund der falschen Angaben ermitteln „Wenn ich nicht im Asternweg wohne, wo wohne ich denn dann?“ „So kommen wir hier nicht weiter“. Sie ging zu einem Kollegen, und beide schauten zu mir rüber und verschwanden. Nachdem wieder einige Zeit verstrichen war, kam der Kollege mit einem Lächeln wieder. Alles gut! Wir haben im Melderegister noch einmal nachschauen lassen. Es gibt noch einen Markus Pohl in Magdeburg, kannst wieder nach Hause gehen. Nun gut
So wie schon erwähnt war ich ein Einzelgänger und hatte außer Angriffsflächen zum Necken nicht viel zu bieten. Naturwissenschaften waren okay, sofern der Lehrer auch was vermitteln konnte. Da gab es ja auch viele, denen die Schüler unwichtig waren. Geografieunterricht war recht streng. Es gab vor jeder Stunde einen Leistungstest. Aber sie konnte alles interessant vermitteln, Der Unterricht war spannend, und man musste nicht viel zu Hause büffeln, weil das meiste aus dem Unterricht hängen blieb. Auch Geschichte kam gut rüber, hatten wir bei einem ehemaligen Schauspieler. Es gab aber auch Lehrer, die einfach den Stoff runterrollten, egal wie unruhig die Klasse wurde. Andere erarbeiteten einmal in ihrem Leben Folien für den Polilux und warfen sie zum Abschreiben an die Wand.
Mathe! Furchtbar! Prozentrechnung ohne Taschenrechner ging bei mir nicht, Textaufgaben
ein Graus.
Ein Flugzeug fliegt mit 400 km/h von a nach b. Die Entfernung beträgt 2000 Meilen. Es hat 1000 l Kerosin getankt und verbraucht pro km 1 Liter. Wann stürzt das Flugzeug ab?
Den Rechenschieber verstehe ich heute noch nicht und Pi ist 3,14 aber was bedeutet das? Deutsch, auch toll, Ausdruck 2, Grammatik 4 (Nominativ, Genitiv, Dativ Plusquamperfekt, Adjektiv, konjugieren usw. alles lateinisch). Gedicht lernen- Manch einer las sich das 2x durch und gab es wieder. Ich las es durch und wusste nach 3mal lesen nicht mal mehr den Titel. Also lernen, und dann kommt beim öffentlichen Wiedergeben ein Black-out.
Ähnlich war es in Musik. Ich kannte zwar die Noten, wusste aber ihre Bedeutung nicht.
Nur Triola konnte ich spielen, da waren die Noten und die entsprechenden Tasten dazu bunt.
Ja, und vor der Klasse singen-naja.
Zeichnen- Selbstporträt- die Außerirdischen sind doch da.
Staatsbürgerkunde-darüber wollen wir erst gar nicht reden.
Sport- auch toll- Kanone ja, aber keine Sportskanone
PA- produktive Arbeit - Das war wieder okay.
In der 8. Klasse waren wir ein Jahr lang im Schwermaschinenbau „Ernst Thälmann“ (sozialistischer Konzern ohne Eigenmittel, die hat der Staat gebraucht) Dort haben wir Fensterriegel gefeilt und gebohrt. Das zweite Jahr haben wir am Fließband Gasherde montiert. Zuerst war ich in der Dichtungsprüfung und später bei der Montage der Beine. Weil ein Schüler fehlte, musste ich zwei Bänder bedienen. Da habe ich eine Auszeichnung im Rahmen eines Zeitungsartikels erhalten . Sie lautete „Bester seiner Gruppe“
Im dritten Jahr haben wir herrschaftliche Mehrfamilienhäuser entkernt (Vorderhaus Stadtmitte) Es waren große Räume mit Parkett, Stuck an den Decken prachtvollen Kaminen und neben der Küche ein kleines Zimmer für das Dienstmädchen. Die Parallelklasse hatte sogar einen alten Revolver gefunden.
Nach dem Entkernen ging es ans Wände verputzen und tapezieren. Der Putz wurde im Hof per Spaten angerührt und dann in Eimern die Treppe hochgeschleppt. Das hat bei mir noch geklappt. Was der Putz nicht wollte war: an der Wand bleiben! Ich stieg dann auf zum Tapezierer, und die Tapete hielt.
Thema: Wehrerziehung- Ich war mal wieder krank und brauchte deshalb (wie alle Jungs) nicht ins Wehrlager. Die anderen paar Tage wurde uns vermittelt, was man noch nutzloses Tun sollte, wenn die Atombombe fällt.
Thema: Russisch- und Englischunterricht Schreiben und Übersetzen ging, aber meine Aussprache war furchtbar. Der Sinn einer Sprache, sich seinem Gegenüber verständlich zu machen, liegt mir nicht. Ich könnte einen langsam sprechenden Engländer vielleicht verstehen, aber dieser meine englische Antwort sicher nicht.
Das ging mir auch bei den Taubstummen so. Sie beschwerten sich, dass ich sie nicht direkt anschaue und meine Lippen sich nicht aussagekräftig bewegen. Sie konnten deshalb nicht eindeutig von den Lippen lesen.
Am Anfang der neunten Klasse war ich 6 Wochen zur Heilkur mit Therapie, Schule usw.
Es war ein sehr schönes Anwesen mit großem Eingangsbereich, einer weitläufigen geschwungenen Treppe und großen prachtvoll geschmückten Brunnen. Jeder Raum hatte Parkett, Stuck, Kronleuchter und prächtige jeweils anders gestaltete Kamine.
Dort begann auch die Rückwende.
Hier waren natürlich nur Kranke und Behinderte, was aber nichts zu sagen hatte. Sie waren alle normal. Es gab die grundsätzliche Festlegung, das niemandem bei Dingen geholfen werden darf, die er auch selber kann. Ich band einem geistig behinderten immer die Schnürsenkel (war okay) Was mir hier auffiel war, (anders als bei den über 70jährigen, die sich mit ihren Leiden gegenseitig überbieten wollen) niemand hat über seine Unzulänglichkeiten gesprochen. Dort wurde ich also ganz normal aufgenommen. Wir haben gemeinsam die freie Zeit verbracht, ich habe neue Spiele kennengelernt und wurde zum Chef unserer Gruppe gewählt. Ich erhielt sogar im Ergebnis eines sportlichen Wettkampfs eine Urkunde. Die Therapie war anstrengend, sie hat mir aber gutgetan und war eine schöne Zeit. Ich hatte sogar zwei Freundinnen.
Beim Zurückkommen in die Schule wurde ich ganz anders aufgenommen. Ich war jetzt Schulkamerad, und man wollte mich kennenlernen, zum Beispiel wissen, was so in der Kirche passiert oder wie das Vater unser geht. Ich hatte jetzt auch einen Schulfreund, mit dem ich ausgedehnte Radtouren unternahm. Auch so hatte ich einen besseren Stand. Die talentiertesten Schüler waren nun in der EOS und so gehörte ich jetzt zu den Klassenbesten.
Das hieß aber nicht ausruhen. Um einen guten Abschluss zu erreichen, war ich nun in der Russisch- und Mathe AG. So wurden meine Tage wieder voller zumal ich, meinem Hobby geschuldet, in der Nachbarschule putzen ging Ich hatte 3 Räume zu putzen und bekam je 45 Minuten 2,45 Mark.
„Welches Hobby?“
Na ich hatte doch die Modelleisenbahn, welche ich dann auch richtig groß auf dem Dachboden aufbauen durfte. Als sie dann mit all den Schwierigkeiten wie zum Beispiel Steigungen, Tunnel Durchführungen, beleuchtete Straßen usw. fast fertig war, kam der Winter und somit das dramatische Ende der Anlage.
Im Winter wurde die Wäsche auf dem Boden getrocknet.
„Na und?“
Die Schienen sind gerostet, und die Bahn fuhr nicht mehr. Ich habe dann mein verdientes Geld aufgehoben und versteckt. Das erste Versteck war ein Baumstumpf. Ich konnte es aber nicht eröffnen. Ich hatte die Rinde herausgeschnitten, um diese als Verschluss wieder aufsetzen zu können. Bei der Herstellung des Hohlraumes (der Geldkammer) wurden die Meißel arbeiten gehört, und das Projekt kam wegen der Entdeckung zum Erliegen. Ein weiteres Bauvorhaben war die Treppe. Ich nahm an der Seite einen Stein raus, kratzte etwas weiter und tat probeweise ein paar Münzen rein und plumps war das Geld verschwunden. Die Treppe hatte unerwartete Hohlräume, so dass ich einen Baustopp veranlasste. Alternativ wurde nun ein abgestellter Dauerbrandofen zum Tresor (Ofenrohr abgedichtet, Trennwand zwischen Feuerstelle und Kohleneinlass eingebracht, dazwischen der Geldschatz). Dieses Projekt hatte auch nicht lange Bestand. Eines Abends beim Essen sagte mein Vater zu meiner Schwester „Ich wusste gar nicht, wie schwer so ein Ofen ist. Wir haben ganz schön gebuckelt, aber jetzt ist er endlich weg.“. Ich habe unberührt meine Teewurststulle weiter gegessen. Ich habe aber nach dem Abendbrot die Auflösung bekommen und dazu ein Sparbuch. (meine neugierige Schwester hatte das Versteck entdeckt und wollte mir einen Schreck einjagen).
So, zurück zur Schule!
Ich hatte letztlich einen Real-Schulabschluss mit der Note 2. Dieses Zeugnis wollte allerdings nie jemand sehen. Ich war auch zur Klassen-Abschlussfeier und wurde in der Zeitung erwähnt. Allerdings war ich nicht beim letzten Schultag (Verkleidung), da mein Opa an diesem Tag beerdigt wurde. Nach der Schule eine Lehrstelle finden war auch nicht so einfach. Ich wollte ja zur Eisenbahn. Dort war ich auch einmal zur Ferienarbeit angemeldet. Ist aber nichts geworden. Eine Woche zuvor wurde dort ein Schüler angefahren und kam zu Tode. Ich hatte auch verschiedene Informationsveranstaltung-
gen die Bahn und Fernmeldeamtes besucht. Fernmeldetechnik war dann doch nicht mein Ding, und Lokführer konnte man nur werden, wenn man einen Grundberuf, wie zum Beispiel Fahrzeugschlosser, zuvor erlernt hatte.
Während der Schulzeit gab es auch eine Berufstauglichkeitsuntersuchung. Bei meinem Körperbau wurden Bau- und Industrieberufe ausgeschlossen. Auf Grund meiner Nachfrage wurde mir gesagt „Wie willst du denn einen großen Schraubenschlüssel heben oder eine Schubkarre schieben.“
Körperbau: Mein Vater nannte mich Hänfling und Andere liebevoll Buchenwald-
schablone.
Mein Vater bot mir über einen Bekannten eine Lehrstelle als Elektriker in Barleben an. Dies schloss ich aber aus, um der ewigen Dankbarkeit aus dem Wege zu gehen.
Ich versuchte es noch einmal bei der Bahn als Elektriker. Sie wurden ja für die Elektrifizierung der Strecken gesucht. Dort gab es wieder eine Eignungsuntersuchung, die ich erfolglos hinter mich brachte. Ich war Höhenuntaug-
lich und wurde daraufhin zur Abklärung zum HNO (Hals, Nasen Ohrenarzt) überwiesen. Dort gab es zunächst eine Untersuchung und dann einen „harmlosen“ Test, den ich ablehnte. Ich sollte ihn aber machen, er wäre ja nicht schlimm. Es ging auf einen Drehstuhl, und ich musste meinen Kopf von einer Schulter auf die andere bewegen. Der Stuhl wurde nun gedreht.
Plötzlich schrie die Schwester: „lass mich los, lass mich los!“
„Wieso?“
Ich lag am Boden, und alles drehte sich. Um Halt zu finden, habe ich mich irgendwo festgehalten. Es waren die Beine der Schwester. Nach einigen Minuten konnte man mich aufrichten. Man führte mich zu einem Stuhl auf dem ich dann 20 Minuten ausharrte. Ich habe danach leicht schwankend die Praxis verlassen.
Die zweite Untersuchung war angenehmer. Ich bekam eine beleuchtete Brille aufgesetzt und Wasser in die Ohren gespritzt. Auf der rechten Seite sah man eine Art Gebirge, auf der linken Seite nichts. Die Ärztin meinte, sie haben es ja selbst gesehen, auf der linken Seite war nichts. Das ist nicht weiter schlimm, das Gehirn gleicht es wieder aus. Man könnte auch operieren, aber das birgt zu viele Risiken.
Bürotätigkeit war für mich auch nichts.
Ich bewarb mich nun bei Hotels und Gaststätten als Koch. (obwohl ich noch nie gekocht hatte) Dort bekam ich per Post auch eine Antwort. Sehr geehrter Herr Pohl ! Wir würden sie gern nehmen, allerdings sollten sie sich für 3 Jahre Wehrdienst entscheiden, sonst geht es bedauerlicherweise nicht. Ich habe mich dann gegen die 3 Jahre entschieden.
Ich erhielt nun die Möglichkeit, mich beim besten Haus der Stadt dem „Haus des Handwerks“ zu bewerben. Dieses hatte aber keine Stelle mehr frei, aber ich könnte noch einen Termin beim Direktor erhalten. Diesen gab es nur früh um 7 Uhr. Ich musste mir deshalb eine Schulbefreiung im Sekretariat besorgen und mir später den Termin bestätigen lassen. Ich war dann da, aber der Direktor nicht. Zum Termin bestätigen fand ich nun an der Rezeption einen, der mir einen Stempel mit Unterschrift gab. Eine weitere Freistellung war nicht möglich und König Direktor nicht willens, einen Nachmittagstermin zu vereinbaren. So fuhr mein Vater hin, und ich hatte die Lehrstelle.
Jetzt springen wir mal zum Verhältnis zu den Großeltern?“
„Normal“- Ich war öfter dort. Während der Schulzeit, wegen Schulnähe bei den Eltern mütterlicherseits, und in den Ferien bei den Eltern meines Vaters. Auf jeden Fall war ich dort, wenn eines meiner Geschwister zur Welt kam oder meine Eltern auf Kurzurlaub waren. Ich weiß noch um die Panik unter den Großeltern als ein Anruf aus Prag kam, wir hatten einen Verkehrsunfall.
Ich würde sagen, meine Großeltern haben mich „altdeutsch“ erzogen. Es gab auch einen interessanten Unterschied zwischen Eltern und Großeltern. Bei meinen Eltern gabs Strafe ohne mit mir über das Vergehen zu sprechen (meist gleich ins Bett ohne Abendbrot). Bei meinen Großeltern war es ganz anders. Ich wurde nie bestraft. Es wurde kurz geschimpft, und es wurde mir erklärt, was schiefgelaufen war und wie ich das ganze wieder in Ordnung bringen könnte. Mit Oma (mütterlicherseits) war ich ja bei vielen Verwandten. Da gabs ihre Schwester Hedwig. Sie sagte immer was gemacht werden sollte und los gings. (Wasser holen von der Dorfpumpe, einkaufen, zum Friedhof gehen abwaschen usw.). Sie hatte Prinzipien. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Auch regten sie sich über alte Leute auf (sie Anfang 80) Erst ewig beim Frisör sitzen, sich ewig unterhalten, dann zum Bus rennen und sofort von den jungen Leuten, die den ganzen Tag gearbeitet haben, einen Platz beanspruchen. Früher soll sie ja auch immer Hitlerwitze gemacht haben. Wie sie sich die Russen vom Hals gehalten hat, weiß ich nicht. Meine Oma hat meine Mutter, immer wenn Russen kamen, auf den Arm genommen. Da haben sie sie in Ruhe gelassen. Auf die Polen hatte Tante Hedwig eine Wut. Sie hatte in Schlesien ihr schönes neues Fahrrad im Stroh versteckt. Sie haben es entdeckt und geklaut.
Zurück zum Thema!
Tante Hedwig brachte mir die Uhrzeit und der Schnürsenkel binden bei. Wenn es auf Reisen ging immer eine Stunde früher los. Es könnte ja was dazwischenkommen. Im Winter wars dann auf dem Bahnhof recht kalt.
Tante Käthe (Schwester des Vaters meines Vaters) waren die Tischmanieren sehr wichtig. Wenn man ihr einen Brief schrieb (Geburtstag, Weihnachten oder aus dem Urlaub), bekam man ihn korrigiert wieder zurück. Sie durfte ja als einzige der Familie die höhere Schule besuchen. Studiert hat sie aber nicht. Sie war allerdings die Einzige, die auf Anfrage etwas aus den Kriegszeiten erzählt hat.
Opa: (mütterlicherseits)
Alles musste seine Ordnung haben. Meistens war ich mit ihm im Garten. Meine Hauptaufgaben waren Unkraut ziehen und Stachelbeeren pflücken. Er baute mit mir auch eine Miete (Erde ausheben, Stroh rein usw.). Dort wurden dann Möhren eingelagert. Wir haben Rosen veredelt, Blumenkohl zugebunden (später weggeworfen) Birnen gepflückt und mit einem Bollerwagen unauffällig zur Ankaufstelle gekarrt und dort verkauft.
Oma:(mütterlicherseits)
Erst die Arbeit, wie zum Beispiel Bohnen putzen und schnipseln, Kürbisse schälen, Kirschen entsteinen, Nudelteig ausrollen, schneiden und trocknen, abwaschen, abtrocknen und aufräumen (alles hatte seinen Platz, und man geht nicht mit leeren Händen). Danach wurde Bridge oder Rommé gespielt, wobei der Gewinner schon feststand (Oma). An guten Tagen durften wir mit kleinen aufziehbaren Autos spielen. Sie standen auf einer Metallplatte mit Straßen und Ampeln.
Im Sommer und Herbst wie gesagt wurde die Ernte verarbeitet.
Im Winter vor Weihnachten studierte Oma mit uns ein Krippenspiel ein. Dieses wurde vor der Bescherung bei uns zu Hause aufgeführt
Es gab auch noch spezielle Übungen wie Benehmen und Begrüßungsregeln (erst die älteren Damen, dann die Herren oder erst die Gattin des Gastgebers.) oder wenn sich Erwachsene unterhalten habe ich den Mund zu halten. Immer wenn ich mal etwas entdeckte und mitteilen wollte war es nicht richtig. Einmal war sie richtig sauer. Oma unterhielt sich ja so gerne und plötzlich kam der Bus. Ich hielt mich an ihre Regel und habe natürlich nichts gesagt, Pech für Oma.
Es ging auch nicht ohne Kamm, Taschentuch und geputzten Schuhen aus dem Haus. Ich musste alles immer vorzeigen. Ich habe irgendwann Wildlederschuhe gekauft. Zum nächsten Geburtstag gab es dann ein Wildlederputzset.
Oma war ja in einigen Organisationen und Vereinen. Bei einem auch die Vorsitzende. Ich musste ihre Kurzvorträge halten mit minimalen Stichpunkzetteln oder Texte vorlesen unter Beachtung aller Vorgaben und Zeichen. Das heißt zum Beispiel den letzten Satz vor einem Absatz im Voraus lesen und dann in die Menge schauend wiedergeben, mal laut, mal leise vortragen, damit das Volk nicht einschläft, nie ständig auf den Text schauen und gezielt in die Menge schauen um zu sehen ob die Zuhörer gefesselt sind. Ich las ihn dann sechs- bis siebenmal vor.
Oma: (väterlicherseits)
Sie war Hausmeister und Heizer einer Kirche. So konnten wir das Kirchengewölbe auch einmal von oben sehen.
- Ein Junge weint nicht!
- Wie organisiere ich einen Haushalt?
Das interessante dabei war der intelligente Küchenschrank. Den kennt kaum noch jemand. Da gab es in der Tür einen mechanischen Hebel und Anzeigen, die die Menge der Vorräte angab. (Mehl, Zucker, Salz usw.) Ich musste nun einen Wochen-
Speiseplan erarbeiten (Frühstück, Mittag- und Abendessen). Sie schrieb auf, was ich dafür brauche und ich sollte anhand der Vorhandenen Lebens- und auch Reinigungs-
mittel den Einkaufszettel erarbeiten.
Übrigens, es gab sogar einen Kühlschrank. Er hatte oben eine Klappe wo dann ein Eisblock hineinkam. Weil wir gerade dabei sind, der Herd wurde mit Kohle beheizt. Die Kochplatte bestand aus Eisenringen, die man je nach Topfgröße entfernte oder reinlegte. Wenn Oma mit dem Herd kochte, konnte sie auch bügeln. Sie hatte ein Bügeleisen mit einer Klappe. Mit einer Kohlenzange holte sie ein glühendes Kohlenstück aus dem Herd und hinein ins Eisen und dann los.
So, wir wollten einkaufen.
Dazu teilte sie Lohn und Rente eines Monats durch 5. Es gab 5 Umschläge. Einer war für besondere Zwecke (Anschaffung, Geschenke) und die andere 4 für Wochen-
einkäufe. Sie hat dann ungefähr ausgerechnet (waren ja EVP-Einheitspreise) wie teuer mein Einkauf wird. So, Einkaufszettel, Geld, Tasche, Netz und los! Dann sollte ich alles zusammensuchen und ausrechnen. Sie sagte mir, wie viel Geld da war und wenn was übrig ist, reicht es noch für eine Nascherei. Es reichte noch!
Oma hatte nur Fußbodenbelag und Teppichläufer, die ausgeklopft wurden. Es gab damals eine Teppichkehrbürste mit Rollbürsten und Auffangschale. Oma hatte aber nur Besen, Schrubber, Mopp, Lappen und Eimer.
Meine Tante, die obendrüber wohnte hatte einen Kanonenofen. Wenn sie ihn anheizte, glühte er komplett. Obendrauf stand ein Teekessel zum Wasser kochen.
In späteren Jahren bekam Oma immer Zitteranfälle. Nach jedem dieser Phasen ließen ihre geistigen Fähigkeiten nach. Sie warf auch mal Geschirr in den Ofen, Wäsche in den Müll oder ist mit Kittelschürze in der Botanik verschwunden, und wir mussten sie suchen. Erst hatten wir sie noch zur Pflege, weil es bei Opa zu riskant wurde. Später endete ihr Leben ans Bett gefesselt (oft auch an Händen und Beinen) im Krankenhaus. Was sie richtig hatte wusste keiner.
Opa (väterlicherseits)
Einfache Organisation!
Wasser wurde mit Tauchsieder erhitzt, Tasse, Teller, Besteck den ganzen Tag benutzen, abends abspülen, abtrocknen und fertig.
Weil wir gerade beim „Einfachen“ waren. Meine Verwandten in Tucheim hatten Zimmer auf dem Boden eines Bauernhofes. (sie wurden auch aus Schlesien vertrieben, und ein Bauer musste sie aufnehmen). Wasser holten sie von der Pumpe auf dem Hof, dort gab es auch das Plumpsklo. Zu ihren Zimmern kamen sie auf einer Stiege an der Außenwand des Hauses, damit sie nicht durch das Bauernhaus gehen.
Mitten auf dem Hof befand sich ein stinkender und im Winter dampfender Misthaufen. In der Toreinfahrt hatte der Onkel eine Fahrradwerkstatt. Seine Mutter (um die 90 Jahre alt) saß schwarz gekleidet in einem Lehnstuhl und hat kein Wort gesprochen (wie ein Gespenst). Zum Abendbrot gab es keine Teller. Man hat die Stullen auf dem massiven Holztisch geschmiert, der dann später mit Drahtbürste gereinigt wurde.
Auf dem Bauernhof meiner anderen Tante habe ich auch Tiere gefüttert. Das Schwein stand in einer engen Box, da durfte ich das Futter nur oben reinkippen. Hühner rannten auch überall herum. Manchmal lag auch ein Ei irgendwo außerhalb des Geleges. Die Kaninchen füttern und den Stall säubern war auch Coole. Die Käfige oder Buchten standen gestapelt an der Wand. Ich sollte zuerst alle Buchten öffnen, traute mich aber nicht gleich. Ich hatte Angst, dass die Kaninchen raushüpfen, machten sie aber nicht, warum weiß ich bis heute nicht. Ich fütterte sie mit Möhren und Grünzeug, was ich vorher gesammelt hatte.
Zurück zum Thema Opa!
Er saß nach einem Herzinfarkt (auf Anweisung der Ärzte sollte er sich nicht draußen bewegen) bei Spaziergängen in einem sogenannten Rollstuhl (nicht zu vergleichen mit den heutigen Stühlen) Daher wurden nur Ausflüge in die nähere Umgebung gemacht (Elbe, Rotehornpark
Klosterbergegarten).
Ein wichtiges Augenmerk lag bei ihm auf der Begrüßung. (ein fester Händedruck, aufrecht stehen, in die Augen sehen und lächeln) Wenn man saß, sollte man zur Begrüßung aufstehen usw., wenn mir alles gut gelang, hatte ich 50 Pfennig in der Hand.
Er war ja nun Frührentner. Seine Rente besserte er mit basteln von kreativen Strohbildern auf. Sein Werkzeug bestand aus Stanzen, Cuttermesser, Hammer. Schere Klebstoff und Zeichenkarton. Er färbte die Strohhalme, schnitt sie zurecht (Blütenblätter) bügelte sie, klebte sie auf und presste sie. Er fertigte Grußkarten oder gerahmte Bilder an (zum Beispiel den Dom zu Magdeburg) Er konnte sie aber nur schwarz verkaufen oder verschenken. Er hatte zwar eine Genehmigung des Arbeiter- und Bauernstaates, aber der festgelegte Preis war nicht einmal kostendeckend.
Die beiden Großeltern wohnten ja nur 500 Meter von der Elbe entfernt. Bei Nebel
nutzten die vorbeifahrenden Schiffe immer die Nebelhörner. Den Ton fand ich faszinierend. Weniger fantastisch war ein Gewitter. Es kam meistens nicht über die Elbe und zog dann die ganze Nacht am Fluss hin und her.
Da fällt mir ein, einmal sind wir mit unseren Urlaubsmitbringseln (Steinmännchen selbst gebastelt) mit der Straßenbahn zu Oma und Opa gefahren. An einer Kreuzung nahm uns ein sowjetisches Militärfahrzeug die Vorfahrt. Unsere Bahn krachte hinein, das Auto kippte fast um und fuhr zunächst nur auf zwei Rädern weiter. Die Straßenbahn war vorn hinüber und überall Blut und Verletzte. Die Krankenwagen kamen, und wir gingen zu Fuß weiter. Bei der Oma (mütterlicherseits) wollte ich in der Volksstimme (Magdeburger Zeitung des Organs der sozialistischen Einheitspartei Deutschlands) unter der Rubrik „Martha 44“ über den Unfall lesen. Da stand aber nichts und Oma sagte, „habe ich doch gesagt“. Sowas wurde damals totgeschwiegen.
Da sind wir wieder bei Oma (mütterlicherseits)
Sie war ja Zugehfrau (Putzfrau) bei einer Frau Doktor. Einmal bin ich mitgegangen. Es war eine große Villa, wie im Fernsehen (großer Eingangsbereich, geschwungene Treppe, großer Spiegel, antike Möbel, Kronleuchter). Ich musste die Schuhe ausziehen und durfte nichts berühren. Frau Doktor hatte einen Pudel (Arko). Wenn sie im Urlaub war, kam er zu Oma. Er blieb dann im Hof oder in der Küche, ins Wohnzimmer durfte er nicht.
Anfangs wohnte auch noch mein Onkel (Mutters Bruder) bei Ihr. Er studierte und war kaum zu Hause. Sein Mansardenzimmer war ja auch nur 1,5 mal 2 Meter groß.
Also für ein Bett hats gereicht. Er bastelte viel mit abgebrannten Streichhölzern und machte daraus Windmühlen und Häuser. Ich habe auch mal eins gebaut. Zum Studium und zur Freundin fuhr er mit dem Motorrad. Das fand Oma furchtbar. Zum Feiern fuhr er mit der Straßenbahn. Seine letzte Freundin wohnte in Nordhausen. Später sind sie nach der Hochzeit in einen Ort gezogen, der genau in der Mitte der beiden Elternhäuser zu finden war. Bezeichnender Weise hieß er Halberstadt. Zur Hochzeit wollte Oma erst nicht, weil ihr Sohn katholisch und seine Freundin evangelisch war und die Hochzeit auf „evangelisch“ gehalten wurde. Die Unterweisung in Ökumene hatte sie damals vom Weihbischof erhalten, der Papst hatte wohl keine Zeit.
(wer damals evangelisch heiratete war automatisch von der katholischen Kirche ausgeschlossen, heute ist das nicht mehr so)
Oma weinte dann oft zu Hause, weil ihr Sohn ausgezogen war und nicht mehr im Ort wohnte. Aber als die Enkel zur Welt kamen, war sie mit Begeisterung bei der Sache und besuchte sie oft.
So, weiter im Text!
Da mein umgelenkter Schulweg bei ihr vorbeiging, waren Kohlen und Kartoffeln aus dem Keller holen immer dran, außerdem einkaufen im Konsum und freitags beim Fleischer anstellen. Dabei hatte ich oft Panik, weil ich fast dran war und Oma sich wieder einmal unterwegs verquatschen musste. Das war in ihrer alten Heimat auch ein Thema (sie las sich als Briefträgerin immer die Postkarten durch und tratschte dann rum, das weiß ich aus einem Buch, worin sie erwähnt wurde.) Es ging auch oft in die Apotheke, denn Oma hatte Asthma und Opa war magenkrank. Opa ist später im Krankenhaus am Magendurchbruch verblutet. (er wurde zu DDR-Zeiten nicht rechtzeitig operiert).
Einmal sollte ich die Rente abholen. Nachdem ich das Anstellbuchstabensystem durchschaut hatte, stellte ich mich an. Um mich herum nur 70 bis 90jährige. Ich bin natürlich ohne Geld wieder zurückgekehrt. Oma hat dann rumgebrüllt, bei der Post bekommt er doch auch alles nur bei der Rente nicht. Zur Post gehen war für mich auch so ein Schreckensweg (Pakete abgeben, Formulare ausfüllen usw.)
Was für mich auch nicht einfach war, war das Übernachten bei Oma. (Opa war schon gestorben) Sie schlief unten in der Wohnstube und ich oben im Schlafzimmer. . An der Wand hing eine alte Uhr. Alle halbe Stunde kam ein Glockenton, und zur vollen Stunde konnte man die Uhrzeit akustisch ermitteln. Ich war dort der Notfalljoker. Im Falle eines Asthmaanfalles sollte ich in die nächste funktionierende Telefonzelle laufen und den Notdienst anrufen. Schon der Gedanke daran, ließ mich nicht schlafen. Es kam Gott sei Dank zu keinem Anfall, ich wirkte wohl beruhigend. Diesen Job hat dann meine älteste Schwester übernommen, Sie ging damit lockerer um und machte sich über Eventualitäten keinen Kopf.
Oma hat auch gern gekocht und neues ausprobiert. Meine Mutter und ich durften nur abwaschen und abtrocknen. (ausziehbarer Tisch mit zwei Emaille Schüsseln)
Ich habe immer gern alles roh gegessen, zum Beispiel rohes Ei mit Kakao und Zucker,
Blumen- und Rosenkohl, Hähnchenbrust Leber usw. Ihre Kochleidenschaft hat sie an ihren Sohn weitergegeben.
Kommen wir zu den Familien-Freizeitaktivitäten
Es gab Tagesausflüge, Radtouren (wo natürlich mein Fahrrad kaputt ging), Kolpings Ausflüge mit Spielen für die Kinder, Spaziergänge mit dem Familienkreis (bekannte Familien von der Kirche) und Besuche bei Freunden unserer Eltern.
Da gab es zum Beispiel die Familie Bär (ein Ehepaar ohne Kinder, kein Spielzeug gepflegte Wohnung). Wenn wir dort waren, saßen wir ca. . 2 Stunden auf dem Sofa vor einem großen Aquarium und „meditierten“.
Als alle transportfähig waren und nicht mehr gestillt wurden, fuhren wir auch weiter weg. Zuerst ging es nach Herzberg. Das war 1972. Da waren wir noch drei Kinder.
Das dritte war noch zu klein und blieb deshalb bei den Großeltern. Wir hatten noch kein Auto und fuhren mit dem Zug. An Ausflügen kann ich mich nicht erinnern auf alle Fälle waren wir bei schönem Wetter im See baden.
Dann waren wir im Süden unserer schönen Republik in Saalfeld. Hier übernachteten wir bei einem Cousin meines Vaters. ´Die Mutter meines Cousins war eine sehr gesprächige Frau. Eine Rundmail von heute war nichts gegen sie. Sie bekam sicher auch keine Angina. Die vibrierenden Stimmbänder schleuderten alles wieder raus.
In Saalfeld waren wir in den Feengrotten. Hier war ich das erste Mal in einem „gekühlten“ Verkaufsladen, wo es nur Schokolade gab. Ich kannte sie aus Westpaketen, wenn man eine Tafel durch 5 teilte und man an einem Riegel 10 Minuten lutschte.
1974 machten wir Urlaub in Kirchmöser. Es war glaub ich ein Haus, das der Caritas gehörte. Das war ein reiner Badeurlaub. Tagsüber war es immer sehr heiß und abends kam das Gewitter. Ich hatte so einen aufblasbaren Bade Sitz (Schwimmring mit Lehne). Mit dem paddelte ich in Ufernähe durch das Wasser. Meine Schwester und mein Bruder lebten da gefährlicher. Sie wurden auf einer Luftmatratze von unseren Eltern im Wasser immer hin und her geschoben. Sie fanden es super, bis besagte Matratze kenterte. Panisch haben meine Eltern das Wasser durchgekämmt, konnten aber noch 2 lebende Körper bergen.
Einen Urlaub verbrachten wir in Bad Kösen. Das war einer meiner schönsten Urlaube. Dort ist es landschaftlich sehr schön, Berge, Wiesen, Wälder Burgruinen: zum Beispiel die Burg Saaleck und die Rudelsburg. Es gab Burgabenteuer aber auch die Saale war interessant. Dort gab es eine Fähre (Kuppelfloß) welche man an einem Seil mittels eines Stock mit Loch über den Fluss zog Es fuhr dort auch ein kleines Ausflugsschiff. Wir stachen mit einem Ruderboot in See. Dabei waren wir etwas zügig unterwegs und gerieten auf eine Sandbank. Das Boot kam abrupt zum Stehen, und wir fielen fast raus. Raus mussten wir sowieso, um das Boot wieder flott zu machen. Als das Boot an einer Wurzel hängen blieb, war kentern auch ein Thema.
In einem Urlaub ging es nach Göhren auf die Ostseeinsel Rügen Hier fuhren wir mit unserem Auto. Wir kamen aber nur bis Plau am See. Das Auto hatte sich heiß gefahren. Der Motor befand sich beim Skoda hinten und es stiegen starke Rauch-
schwaden aus dem Motorraum. Es wurde ein Telefon an der Autobahn gesucht und mit einem Abschleppwagen ging es in die Werkstatt. Von dort kam unser Vater mit ein paar Gurken, Tomaten und was er noch so retten konnte zurück.
Wir hatten das meiste von uns ohne Koffer im Auto verstaut. Wir mussten soviel Sachen wie es ging überziehen und den Rest (Sandspielzeug, Bademantel usw. ) in der Hand tragen. Wir suchten dann den Plauer Bahnhof auf. Mein Vater wollte sofort wieder nach Hause fahren, aber meine Mutter gab nicht auf. Da Plau nicht unbedingt eine Hauptstrecke der Bahn war, kamen wir nach mehrmaligem Umsteigen in finsterer Nacht wie eine Zigeunerfamilie in Göhren an. Wir wohnten bei einer Schwester unserer Tante in einer Ferienwohnung, mein Bruder und ich in einer Garage und der Rest in zwei Zimmern im Haupthaus. Dies war auch ein schöner Urlaub. Es gab hohe Wellen, wir suchten Bernsteine und fanden keine, bauten Sandburgen, kletterten an der Steilküste rum. Es gab eine Schmalspur-Bimmelbahn, mit der wir mit 30km/h durchs Land fuhren. Wir aßen frisch geräucherten Aal und Papa probierte den Schnaps, um anschließend den Verdauungstrakt zu entleeren.
Als Höhepunkt habe ich am letzten Tag den Schlüssel vom Ferienhaus verloren. Wir haben im Sand gewühlt, unter jeden Stein gekuckt, hinter jedem Felsvorsprung und später mit Taschenlampe gesucht, gefunden haben wir ihn nicht. Wir waren auch nicht einmal im Wasser (kalt und regnerisch).
Später ging es mal zu Tante Käthe. Sie war als Haushälterin bei einem Priester in Siersleben (Mansfelder Land) angestellt. Es war ein Bergbaugebiet mit Loren bahnen.
Man konnte die Bahn beobachten, Wälle und Hügel erkunden und im Bach einen Staudamm errichten. Die Kirche lag direkt am Ortsausgang. Den besagten Bach hat mein Bruder mal mit einem gewagten Sprung überquert aber am anderen Ufer den Halt verloren. Er stank drei Tage nach Gülle. Wir hatten auch einen großen Sandberg. In diesen bauten wir Straßen und Tunnel und fuhren mit unseren Autos durch, war schon schön. Weniger schön war der Urlaub nach dem Urlaub. Ich sollte noch eine Woche dableiben, wollte aber nicht. Was gab es auch groß zu erwarten. Ich schaute morgens zur kleinen Hobbywetterstation, und um sieben Uhr habe ich die Kirchenglocke geläutet. Ich musste solange läuten, wie ein bestimmtes Gebet ging. Welches das war, weiß ich nicht mehr. Geläutet wurde nochmal um 12- und um 18 Uhr. Ansonsten kamen ständig Leute zum Telefonieren, da das Pfarramt eines von 10 Telefonen im Ort hatte. Ich habe dann den Tagesablauf meiner Tante mitgemacht (einkaufen, Blumenschmuck für die Kirche holen, Kranke besuchen, Kommunion bringen usw.). Einmal waren wir bis tief in der Nacht bei einer Hochzeit. Unterwegs wurde meine Tante ständig von Ortsansässigen umringt und ins Gespräch vertieft. Eine Aufgabe für mich war auch während der Messfeier das Geld einzusammeln.
Damit ich nicht zum Abendbrot mit Messer und Gabel essen musste, habe ich Marmeladenstulle gegessen.
Ich glaube, der nächste Urlaub war in Schirgiswalde. Das war eine Ferienanlage des Kolpings Vereins. Die Fahrt war insofern interessant, da mir im Auto schlecht wurde. Das war bei kurvigen Strecken aber nichts neues. Dieses Mal konnte ich mich aber nicht bemerkbar machen. Erst meine keuchende Atmung machte alle stutzig und brachte das Auto (jetzt ein Wartburg) am Straßenrand zum Halten. Da ich mich nicht bewegen konnte, weil ich so verkrampft war, wurde ich aus dem Auto gehoben und am Straßenrand abgelegt. Es kamen jetzt andere Verkehrsteilnehmer hinzu, weil sie dachten, dass ich angefahren wurde. Nun folgten therapeutische Maßnahmen wie ziehen, drücken wackeln bis alles an mir wieder locker war, und die Fahrt ging weiter.
Am Urlaubsort machten wir Ausflüge zum Kälberstein, nach Bautzen, in die CSSR zum Shoppen und zum imposanten Saurierpark, der damals etwas ganz Neues war. An einem Tag war Arbeitseinsatz (Anlage pflegen, Hecke schneiden, Unkraut ziehen
usw.). Ich hatte mich verkrümelt. Meine Rückreise sollte aus bekannten Gründen mit dem Zug stattfinden. Ich habe sie akribisch vorbereitet. Der nächste Bahnhof war in Wilthen, und den Zug konnten wir auch ermitteln. Theoretisch musste ich, um nach Wilthen zu kommen, über eine bewaldete Erhebung gehen, immer dem Geruch der Schnapsbrennerei nach. Nun habe ich anhand von Kartenmaterial den Weg erarbeitet, eine Uhr ergriffen und losgegangen. Ich brauchte circa 1,5 Stunden. Am Abreisetag ging ich 2 Stunden vor Zugabfahrt los. Aber meines kleinen Kopfes wegen habe ich den Tageszyklus nicht beachtet. Es war noch nicht richtig hell und im Wald noch dunkel und das jetzt ohne Lampe, der Waldweg voll mit Steinen und Wurzeln. Ich habe den Zug aber noch abfahren sehen. Der Bahnhof war typisch vernachlässigt u. die Toilette nicht nutzbar. Also ab in den Wald um den Stuhl abzulegen. Kurzer Rundumblick und los. Mitten im Geschäft hörte ich Stimmen. Gut es gab dann einen kurzen Aufschrei der Pilzsammlerinnen u. eine Richtungswechsel, so dass ich die Sache sauber beenden konnte. Es ging dann mit dem nächsten Zug weiter. Natürlich im 1. Wagen damit ich sehen konnte an welcher Station der Zug gerade hielt. (Ansagen im Zug gab es nicht, nur auf Bahnhöfen. Diese konnte man aber meist nicht verstehen.)
Ein anderes Mal waren wir in Nordhausen. Hier wohnte die Freundin der Frau meines Onkels. Sie war im Urlaub, und wir konnten ihre Wohnung benutzen. Jeden Morgen waren wir bei der Schwiegermutter meines Onkels (sie wohnte auch in Nordhausen) zum Frühstücken. Es gab oft selbstgebackene Pfannkuchen wie beim Bäcker. Ich glaube, abends haben wir auch dort gegessen. Von dort aus ging es zum Kyffhäuserdenkmal, in die Babarossa-Höhle und zur Heimkehle. Eine Sehenswürdigkeit war auch das eiserne Kreuz in Stolberg. Zum Baden waren wir im Stausee bei Kelbra.
Natürlich wurde auch viel gewandert. Meine älteste Schwester sah das Wandern nur als Weg zum Ziel. Meist fragte sie immer wann denn endlich die Gaststätte kommt. Sie aß auch gern und hat als „Jungtier“ immer ein paar Vorräte im Mund behalten, sah aus wie ein Hamster.
In den Restaurants gab es oft nicht ausreichend Platz für unsere große Familie. Deshalb mussten wir an verschiedenen Tischen mit anderen Gästen unsere Mahlzeit einnehmen. So hatte meine älteste Schwester Gelegenheit, der Welt von unserer Familie zu erzählen. Wir anderen waren eher wortkarg.
Einen Urlaub verbrachten wir in Gillersdorf (Thüringen). Hier machten wir die von einem Wanderführer vielgepriesene Burgenwanderung. Die Burgen nannten sich „die drei Gleichen“. Die meisten Burgen waren aber verschlossen. Bei der ersten uneinnehmbaren Burg nahmen es die geduldigen DDR-Bürger noch hin. Bei der zweiten verschlossenen Burg machte sich schon Unmut breit. Bei der dritten Burg platzte unserem Vater der Kragen. Er hatte ein großes Schlüsselbund dabei und nun wurde damit probiert, das Burgtor aufzuschließen. Es klappte auch und wir gingen in das Gelände hinein. Aber nicht nur wir. Nach uns freuten sich alle Wanderer, das das Burgtor geöffnet war, und wir konnten es deshalb nicht mehr verschließen. Da machten wir uns bald aus dem Staub.
Nun verbrachten wir einen Urlaub in Fuhlendorf. Es war ein idyllischer Ferienort am Darßer Bodden. Wir waren in einem Bungalow, der einem Krankenhaus und der Apothekervereinigung gehörte. Dort war ich auch einmal mit meinem Bruder im Ferienlager. Wir haben im Darßer Bodden gebadet, hatten Disco (nicht mein Ding), mussten natürlich das Sportabzeichen machen und hatten eine schöne Nacht-Wan-
derung. Hier habe ich auch meine erste Schwimmstufe gemacht (hatte Mama mir im Stadtbad beigebracht). Es wurde auch ein Kopfsprung verlangt. Nach dem dritten Bauchklatscher wurde ich begnadigt (Bauch war rot und schmerzte fürchterlich). Auch kam Neptun persönlich vorbei, um uns zu taufen. Ich baute dort auch noch aus 3 Rome-Kartenspielen ein großes Kartenhaus, welches 20 Minuten stand.
Zurück zum Urlaub. Ich wurde glaub ich vom Bahnhof in Barth abgeholt. An der Ecke des Feriengrundstücks stand ein abgebranntes Haus, so konnte man die Einfahrt nicht verfehlen. Das Gelände kannte ich ja schon. Der Unterschied zum Ferienlager war, wir durften die Küche benutzen, hatten warmes Wasser und durften auf dem Bodden rudern. Wir paddelten oft in Ufernähe herum oder ruderten zu einem gestrandeten Fischerboot. Darauf spielten wir Piraten. Einmal sind wir auch mit unserem Vater weiter rausgefahren. Ich und die Ruderblätter waren der Antrieb. Als das Ufer am Horizont kaum noch zu erkennen war, zog am anderen Ufer ein Gewitter auf. War soweit nicht schlimm, es war ja weit weg, und über uns schien die Sonne. Das Problem war nur, die Wellen wurden immer höher und höher. Wir wollten wenden aber hatten Angst, dann zu kentern. Wir in Todesangst, und Papa stellte sich schlafend. Nun manövrierten wir das fast schon über die Wellen springende Boot vorsichtig seitwärts auf eine Landzunge zu. Von da aus ruderten wir am Ufer entlang zum Heimathafen.
Zum Einkaufen fuhren wir nach Barth und ansonsten waren wir in Zingst und Prerow
und badeten dort in der Ostsee. Der Weg im Auto dorthin war ziemlich langweilig und heiß (Klimaanlage hatten wir nicht). Auf dem Weg dorthin wurde eine Brücke stillgelegt und daneben wurden Pontons ins Wasser versengt, wo alle Autos drüber-
fahren mussten. Das ging natürlich immer nur in eine Richtung. So erlebten wir hier, was wir sonst noch gar nicht kannten, den ersten Stau. Am Strand war es natürlich auch voll. Wir fanden aber immer einen Platz für unsere Decke. Schwierig war es nur nach dem baden den Platz wiederzufinden. Das ging auch meiner kleinen Schwester so (3 Jahre). Wir lagen alle rum und jeder dachte, der andere passt auf sie auf. Plötzlich war sie verschwunden. Wir suchten sie fast eine Stunde lang zwischen den Massen der Badelustigen. Plötzlich sahen wir sie oben auf der Düne mit Eimer und Schaufel stehen. Uns fiel ein Stein vom Herzen. Sie weinte nicht einmal und sagte nur „haben wir uns gesucht!“.
Einmal machten wir Urlaub in Oybin. Es war ein großes FDGB Ferienheim. Wenn hier alles glatt gegangen wäre, läge ich falsch. Oybin ist ein idyllischer Ort im Erzgebirge mit Wald, Felsen, Burgruinen, Schmalspurbahnen usw. Ich hatte mich mal wieder für das sozialistische Transportunternehmen der Deutschen Reichsbahn entschieden. Wir hatten noch überlegt, wer wohl eher da sein wird, unser Auto oder der Zug? Damals gab es ja schon sogenannte D-Züge (hielten nicht überall). Die Fahrt mit dem Zug war ja damals und auch heute noch ein bisschen Abenteuer. Es gab Pappfahrkarten am Schalter aus riesigen Maschinen, Lautsprecheransagen verstand keiner, und ob ein Zug überhaupt fuhr, stand auch nicht so genau fest. Auch nicht hinten einsteigen, dort sah man kein Bahnhofsschild, und man wusste nicht wo man war. Gegebenenfalls hielt der Zug ja auch manchmal mitten auf der Strecke.
Da fällt mir ein. Einmal ist ein vollbesetzter Zug in Richtung Ostsee abgefahren, alle winkten, nur die Fahrgäste in den beiden letzten Wagen ließen im Winken nach. Sie waren leider nicht angekoppelt und der Zug musste wieder zurück.
Unseren Zug zog eine E-Lok. Kurz vor Dresden war dann Schluss. Wir standen mitten auf der Strecke. Nach einiger Zeit wurde uns mitgeteilt, dass ein Holztransport in Brand geraten war und für die Löscharbeiten der Strom abgeschaltet wurde. Wir standen ewig rum. Als es wieder los ging, hofften alle den ausgebrannten Zug zu sehen, da war aber nichts. In Dresden angekommen war mein Anschlusszug natürlich weg. Ich nahm den nächstmöglichen und kam im dunklen in Zittau an. Ich war natürlich völlig ausgehungert, die Essenvorräte waren aufgebraucht und Geld hatte ich auch keins. Ich ging dann zum Fahrplan, aber um diese Zeit war kein Zug mehr vorgesehen. Ich sah wohl etwas bedrückt aus und suchte einen Platz zum Schlafen. Da sprach mich ein älteres Ehepaar an, ich sagte ihnen, dass ich nach Oybin wollte, es aber nicht mehr möglich war. Im Vorbeigehen bekam das ein Passant mit und schrie „Junge renne, der Zug steht noch am Bahnsteig!“ Ich rannte los und tatsächlich stand der Zug noch da. Ich rein in den Zug und los. Ich war glaub ich der einzige Fahrgast in der Schmalspurbahn. Meine Eltern waren natürlich schon in Sorge, weil ich mit keinem Zug ankam. Jetzt erbettelten wir in der Küche des Ferienhotels noch
Brote, die ich nach dem Essen gleich wieder rausbrachte.
Am nächsten Tag begann dann der Urlaub. Meine Mutter wurde krank (Angina mit hohem Fieber) und lag während des ganzen Urlaubs im Bett, und wir gingen wandern, fuhren mit der Schmalspurbahn, erklommen Burgruinen kletterten und aßen Eis. Pünktlich 17 Uhr zum Essen mussten wir wieder da sein. Wegen der vielen Urlauber wurde in drei Durchgängen gegessen und später gab es nichts mehr.
Bei der Rückfahrt war es wieder so, wie man es sich bei mir vorstellt. Ich kam mit Verspätung in Dresden an. Ich wusste die Abfahrtszeit meines Anschlusszuges aber nicht den Bahnsteig. Ich rannte los, sah die Abfahrtszeit des losfahrenden Zuges, sprang in den letzten Waggon und war stolz, den Zug bekommen zu haben. Stutzig machten mich nur die vielen Fahrräder und die Aktentaschen der Leute. Nach kurzem Nachfragen stellte ich fest, dass ich in einem Vorortzug, der auch noch in die falsche Richtung fuhr, gelandet war. Beim nächsten Halt stieg ich wieder aus. Diese Station lag auf einer Anhöhe. Da ich wieder mittellos war, ging ich nun zu Fuß zurück. Ich orientierte mich an den Kirchtürmen und ging solange ich sie sah darauf zu. Nach gut einer Stunde war ich wieder am Bahnhof und konnte nun meine Fahrt nach Hause fortsetzen
Wie war das Verhältnis zu meinen Geschwistern
Anfangs waren sie noch zu klein um mit ihnen spielen zu können. Ich war immer der Große mit all den Aufgaben wie auch aufpassen, wenn die Eltern nicht da waren
Später haben wir miteinander gespielt. Wir hatten so Holzhausleisten mit denen man kleine Blockhütten bauen konnte auch gut für unsere Indianerfiguren, ebenso einen Stabilbaukasten zum Auto und Kräne bauen. Unser größtes Projekt war eine funktionierende Seilbahn. Sonst gab es noch Holz kram, Bauklötzer, Kaufladen, Puppen, Puppenstube und eine Holzeisenbahn mit der wir Straßenbahn gespielt haben. Wir spielten, wie schon erwähnt, kirchliche Messen nach oder spielten Schule und Kaufladen.
Einmal im Jahr feierten wir Fasching. Da kamen auch unsere Cousins und Cousinen. Ich war dann immer der Imbiss, feiern war nicht mein Ding.
Draußen hatten wir eine Schaukel, eine Reckstange und eine Wippe an der unser alkoholverwöhnter Nachbar mitwirkte. Wenn wir mit dem Fahrrad Straßenbahn spielten, haben wir Baustellen eingerichtet also Gehwegplatten entfernt und später wieder eingesetzt. Sonst waren wir im Sommer im Fort (ehemalige zugeschüttete Festungsanlage) sind über die Berge und Hügel Rad gefahren und im Winter gerodelt. Es gab auch eine Eisbahn, für mich aber nur mit Gleitschuhen.
Im beheizten Zimmer wohnten meine drei Schwestern und im unbeheizten mein Bruder und ich (im Winter glitzerten die Wände). In diesem gab es auch oft Streit. Mal war das Radio zu laut, oder wer ist mit Flaschen abgeben dran, oder ich war unbemerkt in seine Ecke getreten. Wir hatten das Zimmer ja in zwei Bereiche aufgeteilt. Anfangs schliefen wir im Doppelstockbett. Da haben wir, ohne das sich etwas bewegt, durchs Bett krabbeln gespielt. Papa hats mitbekommen und meinen Bruder samt Kissen in den Keller geschleppt.
Unsere angebauten Blumen habe ich geschnitten und gebunden und zu meinem Bruder ans Krankenhaus geliefert. Dort hat er sie am Haupteingang verkauft.
Ich führte auch einmal ein geologisches Experiment durch. Meine Schwestern spielten im Hof, und ich warf in einiger Entfernung einen Feuerstein zu Boden. Dieser sprühte keine Funken, sondern zerschellte in 1000 Teile, die in die Füße meiner Schwestern drangen und die Kellerfenster zerstörten. Ich musste dann ohne Abendbrot ins Bett.
Was gab es noch so—Irgendein Streit zwischen meinem Bruder und mir war vorge-
fallen, er schnitzte gerade Holz dabei gerade, und im Affekt stach er zu. Er wurde kreidebleich, aber meine Rippe war stärker. Einmal habe ich ihn auch wütend auf den Schrank geschmissen. Wie ich das gemacht habe, weiß ich nicht.
Mein Bruder war ein großer Tennisfan. Als wir älter waren, hat er nachts Tennis-
turniere gekuckt, ich musste ja früh aufstehen und schlief dann auf dem Boden oder im Wohnzimmer auf der Sitzbank.
Einmal war mein Radio zu laut. Er warf mir einen Blumentopf an den Kopf, und dieser knallte an die Wand. Da gabs bei mir Kurzschluss und ich drehte durch. Ich habe alle Anwesenden (zwei Schwestern, meinen Bruder und zwei Cousins) die Treppe runtergeworfen und holte dann ein Kehrblech. Es war danach totenstill. Weder Onkel, Tante, Eltern oder Kinder räusperten sich. Ich muss wohl sehr wütend rübergekommen sein. Es gab aber außer mir keine Verletzten.
Was mit Verletzten hätte ausgehen können, war mein Einsatz als Elektriker. Ich war wohl acht Jahre alt und kannte wohl aus dem Fernsehen, dass Redner und Künstler immer eine Schnur in der Hand hielten und dass diese in eine Steckdose gehörte. Nun spielten wir mit einer Verlängerungsschnur Tauziehen. Sie riss dabei, kein Problem, wir machten jetzt eine Show. Mein Bruder war der Künstler, meine Schwestern die Zuschauer und ich der Techniker. Wir bauten ein Podest auf, der Künstler mit der Schnur ging in Position und Stecker rein. Gesungen hat er nicht. Stattdessen schlugen Funken aus der Leitung, und seine Hand verfärbte sich schwarz. Unsere zu Hilfe gerufene Mutter riss dann die Sicherung aus dem Kasten. Es ist aber weiter nichts passiert. Der Künstler konnte seine Karriere fortsetzen.
Wir haben später auch auf Tonbändern eine eigene Radiosendung mit Musik Songs, Wetter und Nachrichten produziert.
Was ganz anderes
Mit dem Tod hatten wir auch viel zu tun. Nicht nur das Großeltern, Tanten und Onkel so langsam wegstarben, sondern auch jüngere Menschen. Eine unserer Nachbarinnen (Mitte 40) ist mit dem Fahrrad über einen Stein gefahren und mit dem Kopf an einen Lichtmast gestoßen. Sie war sofort tot. Der Vater von den Fußball Jungs zwei Türen weiter, wollte einkaufen, warf sein Moped an, fuhr aber nicht los. Wir schauten aus dem Fenster und sahen ihn neben dem Moped liegen (Herzinfarkt). Wir sagten gleich seiner Frau Bescheid. Er lag fast einen halben Tag mit Bettlaken bedeckt auf der Straße und durfte nicht weggebracht werden
Noch was mit Tod
Abhauen wollte ich öfter einmal. Ich bin meist mit Hausschuhen, ohne Jacke bis zur Straße gegangen und wusste dann nicht wohin, also wieder zurück.
Selbstmord wollte ich durchführen hat aber nicht geklappt. Ich weiß den Anlass nicht mehr, ich glaube es gab keinen, hat sich aber so entwickelt. Ich bin zur Gartenanlage gefahren, ganz langsam dran vorbei um zu sehen, ob keiner da war. Dann bin ich rein, hatte mein Fahrrad versteckt, damit ich nicht entdeckt wurde. Ich ging zu den Bohnen (Es wurde ja gesagt, dass sie roh giftig sind wegen der Blausäure). Ich aß so viel wie reinpassten und versteckte mich, um auf den Tod zu warten. Er kam aber nicht, hatte wohl Terminschwierigkeiten. Mir wurde nicht einmal schlecht. Als es anfing dunkel zu werden, bin ich wieder nach Hause gefahren. Unterwegs überlegte ich, was ich wohl zu Hause sagen sollte, wo ich war. Zu Hause angekommen war das Problem aber ein anderes.
„Wieso?“
Na ja, es hatte niemand gemerkt, dass ich überhaupt weg war. Es gab aber Abendbrot. Ich musste, weil ich so dünn war, immer alles aufessen, aber mein Magen war ja voller Bohnen, da hatte ich ein Problem.
Später habe ich ein Messer im Bett mit der Spitze nach oben installiert, es im Schlaf aber nie berührt
Einmal hatte ich auf dem Weg zum Religionsunterricht einen Fahrradunfall. Mir hatte ein rechts abbiegender Trabbifahrer die Vorfahrt genommen. Ich lenkte noch schnell nach rechts, kam aber trotzdem unters Auto. Der Fahrer hat dann solange gewartet, bis ich vorgekrochen kam und fuhr dann einfach weiter. Ausgestiegen ist er auch nicht, war ihm wohl zu kalt. Ich bin dann mit blutbefleckter und zerfetzter Hose nach Haus gekommen. Es gab Ärger, weil die gute Hose kaputt war und ich nicht beim Unterricht war. Das Fahrrad musste ich ja eh selbst reparieren.
Einmal bin ich im Hausflur eines Freundes gestolpert und zu Fall gekommen. Dabei ist mir im Beutel eine Flasche mit schwarzer Nitrofarbe zerschellt. Das verunreinigte den Flur und den Inhalt meines Beutels. Dabei bekam mein Ausweis auch einen Fleck ab. Nun hieß es, Verdünnung kaufen und den Flur scheuern. Tage später kam mal wieder der ABV (heutiger Ordnungsdienst) auf mich zu, um seinen Kontrollzwang auszuleben. Er sah den Fleck im Ausweis und haute sofort einen ungültig Stempel hinein. Ich hatte dann wieder Wege.
Ja und sonst— Zu Hause war ich ja immer der Große. Wenn was schief ging, ich hätte es ja wissen müssen. Die anderen sind ja noch so klein, aber das waren sie ja immer. Als ich mit meinen Geschwistern allein war, bin ich auch schon mal in eine Kolpings Veranstaltung geplatzt um kundzutun, dass meine Schwester dauernd erbricht.
Ja und unser Garten! — Oft hieß es von meinem Vater „Ich nehme den Großen mal mit“. Ich zog Unkraut und mein Vater unterhielt sich mit dem Spaten in der Hand mit dem Nachbarn. Mit den Worten wieder nichts geschafft sind wir mit der Schwalbe nach Haus gefahren. Ich war auch öfter am Wochenende in den Ferien auf Papas Arbeitsstelle. Es war eine Gärtnerei, und es musste geheizt, gelüftet und gegossen werden. Die Heizungsanlage war recht wuchtig. Sie füllte ein ganzes Haus. Oben gab es große Klappen zum Kohle nachschütten. Da ist mein Vater mal reingefallen. Vor jedem Gewächshaus gab es Seuchenmatten. Einmal waren die Pflanzen krank. Da wurde eine weiße Flüssigkeit zusammengerührt und ausgesprüht. Ich wurde vorher nach Hause geschickt.
Ein Blutbad hatten wir zu Hause auch. Mein Vater brachte unseren Raumteiler (ein aus Eisen bestehendes Monster) in den Keller. Dabei kam mein Bruder ihm in die Quere, und das Monster drohte auf ihn zu stürzen. Unser Vater fing es ab, und dabei bohrte sich ein Eisenteil in seinen Arm. Das Blut floss wie aus einem Wasserschlauch.
Apropos Wasserschlauch—Eines Morgens ging ich Richtung Toilette in den Keller. Die Stufen hatte ich nie gezählt, wer macht das schon. Auf jeden Fall bin ich die Treppe runtergefallen, denn der Fußbodenbelag war schon da, obwohl die Treppe noch gar nicht zu Ende war. Er schwamm bis zur dritten Stufe auf dem Wasser. Ich bin dann halb nass bis zur Badtür und öffnete sie. Ein eiskalter Wasserstrahl kam mir mit voller Wucht entgegen. Ich Tür schnell zu und einen Schirm geholt. Dann mit Schirm, wie die alten Römer in der Schlacht, zum Wasserhahn. Der Waschmaschinenschlauch war geplatzt. Ich habe dann die Kleidung gewechselt und meine Eltern geweckt. „Ihr müsst den Keller auspumpen lassen, ich muss jetzt los! Sie haben den halben Tag mir Eimern Wasser geschöpft.
Ich wurde auch mal zum Ritter geschlagen. Da war das alte Fundstück von Opa vom Regal auf meinen Kopf geplumpst. Das Schwert blieb heil. Die richtigen Schmerzen hätte mir jetzt Oma zugefügt, wenn sie mit dem Löffel die Beulen eindrückte. (war so üblich, wie Mehl auf Brandwunden streuen, klebt so schön). Oma war zum Glück nicht da.
Mir fällt jetzt noch was ein. Als mein Vater mal wieder ausholen wollte (ich war da schon älter), habe ich ihn festgehalten und aufs Sofa gedrückt, ging ganz einfach. Seitdem gabs keine Ohrfeigen mehr, und er wird später berichten, ich hätte ihn verprügelt.
Noch eine Geschichte!
Ich war ja für den Garten hinterm Haus zuständig. Der Gartenweg war etwas abschüssig und endete an einem weiteren Garten. Mein Bruder hatte ein weißes Zeug gefunden und einen Flughafen nachgestellt. Er zog mit dem Pulver Linien und zündete sie an. So entstand ein schönes Leuchtfeuer. Es ist aber kein Flugzeug gelandet.
Auf der Tüte stand Unkraut ex. Ich dachte, damit kann ich meine Gartenarbeit erleichtern. Ich löste es kurz im Wasser auf und verteilte es auf dem Gartenweg. Abends kam ein großes Gewitter. Eine Woche später rätselten alle, warum am Ende des Weges beim Nachbarn die Hecke und noch mehr eingegangen war. Ich konnte mir das natürlich auch nicht erklären!!
Wir waren eines Sonntags mal im Harz. Es war ein schöner sonniger Tag. Als wir mit dem Zug wieder in Magdeburg ankamen, blieb er kurz vor dem Bahnhof stehen. Nun stellten sich noch zwei Züge neben uns. Nach gefühlter ewiger Zeit stiegen mitten auf der Strecke Bahnbedienstete ein, und wir fuhren los. Jetzt hieß es, alle, die in den Westen der Stadt wollen, bitte im vorderen Zug sammeln, alle für den Süden hinten. Wir fuhren nun in den Bahnhof ein. Der Bahnhofstunnel, die Unterführung mit den versunkenen Autos, die Straßenbahn der Parkplatz mit den Autos alles stand unter Wasser. Es war ein starkes Gewitter niedergegangen und hatte alles überschwemmt. Wir wurden über die Bahngleise aus der Gefahrenzone gelotst und sind dann irgendwie nach Hause gekommen.
Übrigens, ich habe auch wie fast jeder, meinen Wecker auseinandergebaut, um mir die Technik zu erschließen. Allerdings war beim Zusammenbauen immer ein Zahnrad übrig. Ich habe dann so getan als würde er gehen und auch nie verschlafen.
„Oder ich erzähle, was wir in den Ferien noch gemacht haben oder als das Jugendamt kam oder dass ich eine Zahnspange trug und mit Seifendose durch die Gegend rannte, Briefmarken und Ansichtskarten sammelte, und um bei Angina nicht zu sprechen, Zettel
Schule aus — Lehre beginnt Kapitel 2———————————————————————————————————————————-
In dieser Lehrlingsbrigade war ich ein Quereinsteiger. Die anderen hatten schon verschiedene Veranstaltungen, um sich kennenzulernen. Kennenlernen sollte ich nun auch das erste Haus am Platz, den kulinarischen Tempel in Magdeburg. Das Haus wurde privat geführt und gehörte der Handwerkskammer. Es war ein großer Prachtbau einer ehemaligen Pelzhändlerdynastie. Parterre waren ein großer und ein kleiner Saal, im Keller befanden sich eine Bar und ein kleinerer Tagungsraum und oben drei kleine Säle und Hotelzimmer. Dazu gab es einen Wirtschaftsanbau mit Wäscherei und Büros und zur Straße hin ein kleinerer Anbau (die ehemalige Disposition). Hier konnte man seine Feierlichkeiten und Tagungen absprechen und organisieren lassen. Vorn also schön prachtvoll mit Teppichen und hinten? Es gab 3 große offene Räume (eine Abwaschküche, eine Vorbereitungsküche und die kalte Küche mit Kühlhaus). Im Keller waren die Vorratsräume. Im Keller war übrigens eine riesige altertümliche Heizungsanlage aus der Jahrhundertwende.
Die warme Küche (für warme Speisen) war eine ehemalige Terrasse, die überdacht wurde. In dieses Dach wurden von den ansässigen Handwerkern 2 Flugzeugmotoren als Lüftungsanlage eingebaut. Wenn diese an waren, hörte man nichts mehr.
Der weiße Anstrich war braun mit Nasen von Fett, welches sich dort absetzte und herunterlief. Die Fliesen waren zu 60 %! in Ordnung. Der Fußboden gab mitunter die Möglichkeit zu stolpern. Das war besonders gut, wenn man einen Topf mit heißer Flüssigkeit transportierte. Ein Waschbecken war noch original 18. Jahrhundert, eine Aluminiumfleischkiste mit Loch gehörte, wie die anderen Geräte eigentlich ins Museum. Ein Etagenbackofen war auch nicht richtig isoliert, so dass ein Mitarbeiter auch mal klebenblieb und wir ihn verbotenerweise schnell wegzogen. Er lebt aber heute noch. Die Türen dieses Ofens schlossen auch nicht richtig, so dass man sie zur Not mit Seilen an einer Gasleitung einhängen konnte. Übrigens, der Kühltisch am Bratenposten hatte auch keine Türen mehr. Bei der Fritteuse funktionierte oft das Thermostat nicht, so dass die Feuerwehr ab und zu mal einen Brand löschen musste. Das Kühlhaus befand sich abseits. Man ging dann bei Wind und Wetter durch einen „kleinen Park“. Der Weg von der Kartoffelküche im Keller (Hier wurden Kartoffeln nachgeschält und gekocht) führte mit den gekochten Kartoffeln durch den Heizungskeller. Übrigens war es der Keller, in dem Chruschtschow in seiner Amtszeit mit dem Hausmeister unter Wodka in der Dusche versackte.
„Politkrimi—ist er entführt worden? Nein, er war wieder aufgetaucht.“
Die Forellen- und Karpfenbecken befanden sich neben der Toilette.
Es gab aber auch noch ein anders Volk, welches nie ausgerottet wurde. Das Haus wurde 2-mal im Jahr geschlossen. Einmal kam die „zwölfte“ Schicht Farbe an die Wand, und ein anderes Mal wurde begast. Einen Tag später wurde alles gefegt und gereinigt. Eine Vielzahl lebloser Körper wurde danach in den Müll geschüttet. /Kakerlaken/
So, die Lehre war hart aber ergiebig. Wir hatten einen engagierten Lehrmeister, und es gab im Küchenteam einige Küchenmeister. Wir haben also mehr gelernt als manch einer in den HO-Gaststätten. Es ging von der Pike auf, erst putzen, dann schneiden und später an die Posten (Braten, Gemüse, Suppen, Soßen, kalte Küche). Man hat mit einem Facharbeiter noch richtig altdeutsch (mit Grundfonds und so) gemeinsam gekocht. Später kam der Küchenleiter und hat alles gekostet. Lehrjahre waren ja keine Herrenjahre (alter Spruch). Man musste arbeiten, bis alle Aufgaben erfüllt waren, sonst hatte man bei Dienstbeginn nicht unbedingt um 15.45 Feierabend. Auch mussten die Ergebnisse stimmen.
Wenn zum Beispiel auf der Steintreppe noch Unregelmäßigkeiten entdeckt wurden, landeten 2 Eimer Wasser auf dieser, und man musste die Treppe säubern und alles Wasser wieder aufwischen.
Die Lehrzeit habe ich ganz gut überstanden. Aus unserer Ausbildungsklasse sind 3 (von 12) im Beruf geblieben. Es ist ja auch ein stressiger Job. Man kocht auf Termin, und alles muss gelingen. Wie es in Restaurants- oder Hotelküchen so zugeht, kennt man ja aus diversen Fernsehserien.
Ich bin dann noch einige Zeit geblieben. Auf Grund meiner monatlichen Vergütung (355,00 Mark monatlich) habe ich eine Annoncenaufnahmestelle aufgesucht und eine Anzeige in der Volksstimme geschaltet. Später gab es solche Anzeigen nicht mehr, weil in der DDR niemand einen Job suchen musste. Ich bekam einige Rückmeldungen. Eine war vom Ministerium des Inneren mit 1100Mark im Monat (Ferienhotel in Benneckenstein). Ich habe mich dann bei den Pfeifferschen Stiftungen vorgestellt. Dort sollte eine neue Küche eröffnet werden. Der einarmige Personalchef war angetan, wollte sich aber noch nicht festlegen. Ich bekam auch einen Termin bei meinem Küchenleiter und dessen Stellvertreter (Diabetiker und aß immer Diätkuchen mit Sahne). Sie überboten alle Gehaltszusagen (außer Stasi), und ich bekam nun 630,00 Mark im Monat. Viele Meister entwickelten sich nun weiter, und der Posten des Schichtleiters wurde frei. Da fand ich mich dann wieder. Ich brachte es dann, trotz meiner jungen Jahre, bis zum stellvertretenden Küchenleiter. Organisieren konnte ich wohl besser als kochen. Da Köche ja ein raues Volk sind und kein Blatt vor den Mund nehmen, wurde es mir so einmal vermittelt. Mir wurde auch gesagt, dass ich in der Mitarbeiterführung zu lasch sei. Meine Ausrede, dass ich es ja nur vorübergehend Chef sei, zählte nicht. Es gab auch noch einen 2. Stellvertreter (älter und erfahrener). Er brummte mir alle organisatorischen Sachen auf. Wenn alles gut lief, stand er beleuchtet auf dem Podest, und wenn etwas nicht so lief, war ich schuld. Nun stand ein längerer Ausfall des Küchenleiters an (Reservistendienst bei der NVA, Urlaub, Jugendweihe seiner Tochter). Nun wollte ich ja nicht wieder der Dödel sein. Deshalb schrieb ich einen Brief an den „Kaiser“ (Tarnname-. Direktor). Darin hieß es, wenn jemand die Vertretung übernimmt, muss er auch die volle Verantwortung tragen. Das wurde mir zum Verhängnis. Entgegen dem Willen des Küchenleiters, wurde ich seine fast über einjährige Vertretung (mit voller Haftung und jeden Monat Inventur). Ich übernahm diese Herausforderung.
Kurz einige Worte zur Hierarchie im Haus. Oben stand der Direktor (Kaiser), dann kamen die Lakaien und später das Volk. Er war ein Machtmensch, bestimmte alles und machte wenig. Zum Geburtstag wurde er mit Geschenken überhäuft, jeder wollte alle überbieten. Ich hatte nur einen Blumentopf, was natürlich meinem Stande entsprechend zu einfach war. Dies ließ er natürlich auch durchblicken. Habe dann auf diese Opfergaben verzichtet. Er hatte auch viel zu organisieren. So war seine Frau für die Blumendekoration zuständig (Sie baute im heimischen Garten welche an, und das Haus kaufte sie ihr ab.). Auch seine Tochter und sein Sohn waren plötzlich im Hause tätig. Hinzu kam dann noch der Schwiegersohn als Hausmeister. Auch putzte eine Abwaschkraft regelmäßig seine heimischen Fenster. Als das erste Haus am Platze renoviert wurde, bekam auch sein Privathaus eine Renovierung.
Die Gasträume wurden auf Vordermann gebracht, neues Geschirr angeschafft und sogar die Toiletten wurden mit Teppich ausgelegt. Die Küche bekam wieder mal einen neuen Anstrich!
Der wichtigste Satz des Direktors war „ich weise an“. Sein Verhalten war oft problematisch. Ein Beispiel: Eine Lampe am außenstehenden Kühlhaus war kaputt. Da die nunmehr 4 Hausmeister sich nicht einigen konnten wer sie wechselt, drehten meine Kollegen eine rote Birne rein. In der morgendlichen Dienstberatung wurde ich deswegen zur Sau gemacht (Rotlichtmilieu). Am Abend erschien dann der Direktor und machte bei den betreffenden Kollegen wegen der roten Lampe seinen Spaß. Er finde die Idee gut, dann wachen die Hausmeister mal auf. Haha
Donnerstags war immer Dienstberatung. Ein paar wichtige Dinge gab es zu besprechen aber wichtiger war noch, irgend jemanden wegen Kleinigkeiten fertig zu machen. Es gingen auch einige Kollegen mit Tränen raus. Der Lehrausbilder sprach einmal an, das für 50 Mitarbeiter incl. Lehrlinge nur eine Toilette für Männer und Frauen im kalten Flur vorhanden war. Die Antwort des Direktors war: „Was geht sie das an, kümmern sie sich gefälligst um die Lehrausbildung (Unvermögen…), und wehe ich erwische einen auf den Gästetoiletten!“ Der Lehrausbilder bekam dann einen Hörsturz und ich hatte noch 25 Lehrlinge an der Backe.
Als auf Anregung der stellvertretenden Parteivorsitzenden die Teilnehmer der Beratung im Wechsel eine politische Einschätzung der Woche geben sollten, war ich raus. Ich gestaltete die Dienstpläne donnerstags so eng, dass ich unabkömmlich war. Ich ging nur kurz hoch, holte wichtige Infos und verschwand schnell wieder. Soviel zum Imperator.
Meine Karriere als Küchenleiter begann mit einem Stromausfall. Natürlich an dem Tag, als unser beurlaubter Küchenleiter im Haus die Jugendweihe seiner Tochter feierte. Es wurde improvisiert (mit Gaskocher und Pfannen) Es ging alles gut.
Zur ersten Inventur habe ich ein paar Konserven beiseitegestellt. So war schon einmal ein kleiner Puffer von 50 Mark da. Sonst hieß es natürlich aufpassen und heimlich die Verstecke der Mitarbeiter beräumen. Wenn geklaut wurde, war ich ja voll haftend. Ich habe aber gut gewirtschaftet. Es gab kein minus. Von „Kaisers“ Seite wurde mir aber unterstellt, dass das Plus nicht mehr wurde. Der Küchenleiter sagte mir später, dass ich der Einzige war, der überhaupt Plus gemacht hatte. Ich war aber auch der Einzige mit persönlicher Haftung.
Meine Tätigkeit habe ich dann mit einem Malheur begonnen. Ich stieß mit einem Wetzstahl in den Deckel einer Glaskonserve, um sie zu öffnen. Leider durchbohrte der Stahl auch gleich das Glas und ließ es bersten. Meine Hand wurde zerschnitten. Da ich schon einmal einen Arzt zu spät aufsuchte, bin ich gleich los. Ich sollte genäht werden, aber der Arzt war verschwunden, Die Schwester fand ihn auch nicht. Da kam eine andere Ärztin des Wegs und meinte, „Ich mach das schnell“ .4 Stiche mit der krummen Nadel u. schon war Sie wieder weg. Da mein zweiter Mann im Betrieb ausfiel, und ich haftete ja für alles, war ich natürlich gleich wieder arbeiten.
Bei einem früheren Schnitt hatte ich mich gut verbunden, aber den Verband nicht mehr abbekommen. Ich ging zur Uniklinik und wollte eine Schwester bitten, mir den Verband abzumachen. Ich saß bloß 2 Minuten, dann wurde ich schon reingerufen, der Verband wurde entfernt und ein Arzt behandelte meine Wunde. Er sagte: „Wieso kommen sie so spät, da kann ich nichts mehr machen. Die Stelle bleibt taub und es gibt eine Narbe“. „Zur Strafe gehen sie jetzt zur Wundbehandlung jeden Tag zum Hausarzt.“ Ich bekam eine Überweisung und einen Vorgehenszettel für den Arzt. Ich hatte keinen Hausarzt und suchte mir einen in Betriebsnähe. Als der den Überweisungsschein sah, schaute er mich mit großen Augen an. „Wie sind sie denn an den gekommen?“ „Wieso, der Arzt hat ihn mir gegeben“ „Ach nicht den Zettel, ich meine den Arzt“. Es stellte sich heraus, dass er Prof. Dr. sowieso und ein bekannter Handchirurg war, ja manchmal hat man Glück.
Wir hatten auch hochangesehene Veranstaltungen, bei denen ich die Absprachen selbst machen durfte. Dazu benötigte man auch die entsprechende Ware. Dabei hatte man ein Netzwerk, wo es darum ging, was man woher bekommen konnte, oder was zwischen den Firmen getauscht werden konnte. Wenn es beim Konserven-Abkauf nicht klappte, weil Bsp. ein Schiff gesunken sein sollte, so konnte man auch handeln. Also ich nehme Ihnen 1 Palette Kürbisgemüse ab, möchte aber dann auch Erbsen. Manchmal konnte man durch ein bisschen flirten usw. Edelkonserven erhalten (Mandarinen, Ananas, Pfirsiche, Krabben, Ochsenschwanzsuppe, Fisch usw.) Das Fleisch gab es auch auf Zuteilung. Oft waren die Steaks aus. Der Vorteil war, es war nicht verpackt und immer frisch. Wenn es kam war es oft noch warm.
Gut, was war sonst noch los.
Das Gesundheitsamt hätte am liebsten die Küche wegen des unmöglichen Zustandes (wie schon erwähnt, marode Einrichtung und stark renovierungsbedürftig) geschlossen. Es kamen AB (Arbeiter- und Bauerninspektion) und das Gesundheitsamt zur Großkontrolle. Sie rissen den Kellnern die Teller aus der Hand, um alles nachzuwiegen. Es war ja alles von Mengen, Preisen und Preisstufen reglementiert (wir hatten unten Preisstufe 5 plus 20 und oben IV). Hygienekontrolle war ja selbstverständlich. Das Ergebnis der 1. Kontrolle war ein Strafverfahren über die Abteilung Preise. Bei einer Speise war kein Salat dabei. Hier konnte ich bei der Anhörung meine Unschuld beweisen. Die Salate standen gekühlt bereit und mussten vom Kellner geholt werden. Das war nicht geschehen. Das Verfahren wurde eingestellt. Von der Hygienekontrolle des Gesundheitsamtes habe ich nichts weiter gehört. Es gab aber eine Nachkontrolle. Als die Lebensmittelkontrolleure eintrafen, suchten sie den Verantwortlichen. Ich sagte:“ ja das bin ich doch“. Sie dann: „Nach unserer Kenntnis sind sie abgesetzt“. Ich sagte:“ Das ist schön, da brauchen sie mich ja nicht“. Da standen die Kontrolleure nun dumm da. Das Amt machte dann doch die Kontrolle in der gewienerten, desinfizierten Küche, mit mir. Woher der ominöse Absetzungsbrief kam, wurde mir gegenüber nie geklärt. Geschrieben hatte ihn keiner, und das Papier war grün. Solche Briefe hatten sie im Betrieb nicht.
Der Herr Direktor war bei keiner Kontrolle anwesend. Erst im Nachgang hat er immer über unser „Unvermögen“ gesprochen und dass er uns nicht immer retten kann.
Der Herr Bezirksvorsitzende des Bezirkes Magdeburg Herr Werner Eberlein ging bei uns gern essen. Deshalb sollten wir wohl auch den Empfang und das Festessen zur Erhebung der Magdeburger Hochschule zur Universität ausrichten. Dazu gab es eine Menüausschreibung an alle Küchenleiter der Stadt. Sie stellten ein Menü zusammen und ließen es mir zukommen. Problem war, es sollte ein besonderes Essen werden. Die Vorschläge waren logisch und extravagant. Die Zutaten waren aber nicht zu besorgen. Dies teilte ich dem Rat der Stadt mit. Ich bat darum, das Menü bzw. die Zutaten etwas zu verändern, ohne die Qualität zu verändern. Man sagte mir, dass es nicht geht, und ich müsste mich an die Vorgaben halten. Ich telefonierte dann mit dem Chef (Oberbürgermeister Werner Herzig). Ich trug mein Anliegen vor, und was sagte er? „Das ist doch völlig Wurst, wie und was du machst (er duzte mich) Hauptsache es schmeckt, und die Veranstaltung wird ein Erfolg. Sie wurde ein Erfolg. Wegen den hochgestellten Gästen hatte in der Küche jeder Koch einen Hygienekontrolleur zur Seite (schönes arbeiten).
„Ja, wird wohl langsam langweilig, ist ja eigentlich immer dasselbe“.
Ich wurde, trotz mancher Pannen, immer mächtiger. Es war ja der Lehrausbilder ausgefallen, später die Buchhalterin für die Kalkulationen. Ich musste meistens abends allein, auch im Büro, arbeiten. Das gefiel dem „Kaiser“ natürlich nicht. Ich hatte dadurch Zugang zu allen Unterlagen. Aber seien sie beruhigt, ich hatte gar keine Zeit und Lust rumzuschnüffeln. Ich durfte ja dann auch noch die neue Standardspeisekarte erstellen.
Was gabs noch so: Ich war etwas außerhalb bei einem Kollegen eingeladen. Um 19.00 Uhr war aber Elternversammlung der neuen Lehrlinge. Ich wollte die S Bahn nehmen aber sie mich nicht, sie fiel nämlich aus. Also eine später genommen und rennend, keuchend und nassgeschwitzt im Präsidium Platz genommen. Es wurde gerade ein neuer Mitarbeiter vorgestellt. Es war der Ex- Küchendirektor des Interhotels (ein abstinenter Alkoholiker). Ich habe nach der Stabilisierung meines Kreislaufs einige Worte gesprochen. Es ging um das neue Lehrjahr. Anschließend stellte ich mich den Fragen der Anwesenden. Der Direktor sagte nichts und schaute nur böse.
Ich hatte auch eine Elternaussprache. Ein Kollege entdeckte einen Lehrling in meinem immer offenstehenden Büro. Er wühlte gerade im Schreibtisch. Der Kollege zerrte ihn unsanft hinaus. Daraufhin beschwerte sich der Lehrling (Sohn eines angesehenen Fleischers) bei der Handwerkskammer. Es kam zu einer Aussprache, komischerweise ohne Sohn, ohne Direktor aber mit dem Vater und einem Offiziellen. Ich erklärte den Sachverhalt und auch die Normalität des rauen Umgangs miteinander. Ich erwähnte auch an Beispielen die Arbeitsweise des Sohnes, dass er oft die Arbeit umgeht, anstatt sie zu erledigen. Verständnisvoll verließen die Herren das Gespräch, und der Lehrling wurde zuvorkommend und fleißig.
Ich führte auch, um die Motivation zu erhöhen, ein Provisionssystem ein. Wer gut war, bekam mehr Geld, wer Mist baute weniger. Da kam es schon vor, dass jemand beleidigt war und mit Blechen rumwarf (aber wer zweimal das Eis anbrennen lässt). Dieselbe Person hat wahrscheinlich aus Versehen auch alte Salatcocktails rausgegeben. Obwohl Schimmel drauf war, haben die Kellner sie serviert. Dieses hatte wieder den Besuch der Hygiene zur Folge. Dieses Mal mit dem Direktor, der dabei einen Kaffee anbot. Sie werden es nicht glauben, man hörte mich schon auf 100 Metern mit dem Kaffee kommen, so habe ich gezittert.
Die Gäste hatten es aber als Versehen gewertet und keine Anzeige erstattet. So blieb es bei einer Verwarnung.
Etwas anders war es bei dieser Geschichte!
Im Spätdienst war unser erfahrener Meister verantwortlich. Es tagten die Zahnärzte, und dabei gab es Würzfleisch. Dieses war wohl nicht richtig durchgekocht, so dass alle Zahnarztpraxen am Folgetag geschlossen blieben. Nicht geschlossen war das Gesundheitsamt, obwohl es mit der ganzen Mannschaft bei mir auftauchte. Als der große Meister zum Spätdienst kam und die Beamten sah, sagte er: „Eins will ich ihnen sagen, ich bin hier der einzige „gelernte“ Küchenmeister. Ich sagte dann nur:“ und der hat vergorenes Würzfleisch rausgegeben“. Er wurde dann sehr still und verweigerte jede Stellungnahme. Das Ganze kam vor Gericht (Körperverletzung). Einen Anwalt hatten wir nicht. Ich wurde zuerst befragt und habe zu der Begebenheit Stellung bezogen. Mein sonst so intelligent daherredender Stellvertreter sagte nur: „Ich schließe mich meinem Vorredner an“. Ebenso reagierte mein Direktor. Die Strafe betrug 650 Mark. Mit vermerk nicht vorbestraft??
Mein studierter Stellvertreter, sagen wir mal, war so ein bisschen was Besseres. Er hatte von seinen Eltern ein großes Mietshaus geerbt und war gleich nach der Wende in Amerika und auch sonst nicht unbedingt bescheiden, wenn es um ihn ging. Ich kam aber mit ihm gut klar. Er hat mir auch geholfen und war immer da, wenn man ihn brauchte.
Was habe ich noch so verzapft.
Bei der Vorstellung der neuen Standardkarte vor der Presse, habe ich beim Vorlegen die Hälfte der Speisen fallen gelassen.
Oder- Alle wichtigen Führungskräfte der Firma erörterten ein Problem und warteten auf mich. Dort stand auch die stellvertretende Büroleiterin. Als ich kam und sie sah sagte ich: “ Wer hat denn hier vergessen, sein Nachthemd auszuziehen?“ Diese Frau sprach kein Wort mehr mit mir. Was aus dem Kleid geworden ist, weiß ich nicht. Da habe ich gelernt
das Worte aus dem Mund einer Führungskraft mehr wiegen. War aber ein Prozess, habe noch andere meiner Stellung nicht
entsprechende Bemerkungen gemacht evtl. zynisch. aber man entwickelt sich ja.
Ich wollte ja meine Meisterausbildung machen. Dazu musste man einen Ausbildungsvertrag mit dem Betrieb machen, und dieser hat dann eine Anmeldung für die Aufnahmeprüfung gestellt. Ich habe dann ewig gewartet aber keine Rückmeldung erhalten. Den Herrn Direktor durfte man immer nur zur Sprechstunde /für mich um 4.00 Uhr früh/ oder wenn man einbestellt wurde, aufsuchen. Ich habe dann selbst in der Akademie angerufen. Sie konnten mich aber nicht einladen, weil mir die vorgeschriebenen Praxisjahre noch fehlten. Sie hatten mich aber für den nächsten Lehrgang vorgemerkt. Dafür hatte ich später auch einen Termin bekommen. Dieser sollte mit dem Betriebsleiter stattfinden. Ich suchte den Herrn Direktor auf, er meinte aber, er müsse jetzt Getränkeinventur machen und könnte nicht. Als das der Küchenleiter hörte, ist er fast ausgerastet und sagte: „Der Direktor hat noch nie Inventur gemacht“. Ich ging dann allein zur Aufnahmeprüfung. Es wurde eine nette informative Unterhaltung. Zurück in der Firma hatte der Direktor nun doch Zeit, wir fuhren nochmal hin, die Prüfungskommission kam uns zwar schon zu Fuß entgegen, gingen aber noch einmal zurück, und ich wurde aufgenommen.
Als der Meisterlehrgang begann, bekamen alle für den Unterricht und die Praktika frei, ich aber natürlich nicht. Ich ging dann nach der Schule zum Spätdienst, und für die Praktika nahm ich Urlaub. Die Praktika fanden im Schlachthof und im Interhotel statt. Der Unterricht fand immer montags statt. Die hervorzuhebenden Referenten waren unter anderem ein Doktor von der Uni, der Betriebswirtschaft unterrichtete. Er beschoss uns mit Formeln und Gleichungen, und niemand verstand etwas. Wir konnten ihm nicht oft genug sagen, dass wir keine Unistudenten sind und nicht einmal Abitur haben. Er hat es nicht kapiert und jedem eine 4 verabreicht. Ein anderer Referent musste ganz offen auch mal einen heben, war aber trotzdem eine Kore Fee auf seinem Gebiet. Trotz der Wende haben wir fast alle diesen Lehrgang zu Ende gebracht. Allerdings verschwand unser „Einser“ in Marxismus- Leninismus und Mitglied im Stadtrat als erster in den Westen. Er ward nie wieder gesehen. Wir anderen zwängten uns durch die Prüfung. Es wurde trotz der Wende noch nach gehobener DDR-Variante geprüft (das hieß- 2 Prüfungen in zwei Gruppen).
Der erste Prüfungsteil war „kalte Küche“ mit einem Schaustück. Das Ganze fand in einem gehobenen Restaurant statt. Hier kannte man sich natürlich nicht aus. Man bekam einen Lehrling des ersten Lehrjahres zur Seite gestellt. Für diese Veranstaltung wurden, meist an Verwandte und Bekannte, Karten verkauft. Von meinem Umkreis wusste niemand, dass überhaupt Prüfung war.
Das Schaustück war mir gelungen. Man musste es danach vor den Gästen wieder auseinanderreißen. In der sogenannten „warmen Küche“ wurde ein hochwertiges Menü gekocht. Zur Prüfung waren mehr Prüfungsmeister als Prüflinge anwesend. Da alles klappen musste, hatte ich einige gefüllte Wachteln in Reserve gehalten. Sie wurden natürlich von dem Leiter der Prüfungskommission entdeckt. Er sagte nur: “Habe ich auch gemacht, man darf sich nur nicht erwischen lassen“. Nun kam die Auswertung. Einer nach dem anderen wurde aufgerufen, alle vor mir waren durchgefallen (sie durften aber die Prüfung wiederholen). Nun war ich dran, und mir war klar, auch durchgefallen, aber Pustekuchen, ich hatte bestanden.
Der ganze Lehrgang wäre ja auf Grund eines Vorfalls beinahe gescheitert. Ich kann es ja mal erzählen.
Es war ein Montag. Ich hatte früh Unterricht und bin danach zum Spätdienst gefahren. Da der Frühdienst schon weg war, hatte ich keine Übergabe. Ich hatte jetzt auf meinem Posten viel zu tun. Unter anderem wurden Würstchen mit Weißbrot angefordert. Die „kalte Küche“ fand aber kein Weißbrot. Da die Gäste ja essen wollten, nahmen wir Mischbrot. Am anderen Tag wurde ich zum Direktor bestellt. Dieser sprach auf Grund des Vorfalls für mich ein Hausverbot aus. Ich musste meinen Spind räumen und verschwinden. Parallel kam von der Meisterakademie ein Brief, dass der Ausbildungsvertrag seitens der Firma gekündigt wurde. Um den Lehrgang fortsetzen zu können, wurde ich gebeten, eine Summe von 7000 DM zu überweisen. Ich war nun der erste „Wendearbeitslose“ obwohl, ich war ja noch keiner. Ich bin wieder zur Firma und wollte wissen, wie es nun weitergeht. Ich sollte kündigen oder einen Aufhebungsvertrag unterschreiben. Ich lehnte beides ab. Ich bekam wieder einen Termin. Hierbei schilderte ich unter Tränen, dass ich weder Geld verdiene und auch kein Geld habe, um den Lehrgang fortzuführen und deshalb meine geplante Selbständigkeit auch nicht mehr durchführbar ist.
Selbstgefällig saß der „Kaiser“ im Sessel. „Es gibt noch eine Möglichkeit. Sie schreiben mir genau auf, was sie machen müssen, um selbstständig zu werden und bringen es mir morgen um 22 Uhr in die Firma“. Ich schrieb also den ganzen Tag und rannte um 22 Uhr in die Firma. Wer nicht da war, war der Herr Direktor. Ich ging zur Rezeption und ließ ihn von da aus anrufen. Ein Wunder seine Durchlaucht ging ran. Ich sollte nun die Papiere an der Rezeption abgeben und nächsten Morgen zur Arbeit erscheinen. Das tat ich dann. Mittlerweile war mein damaliger Stellvertreter Küchenleiter. Ich fragte, ob ich nun in den Abwasch soll oder etwas putzen? Er wusste es nicht und fragte beim Herrn Direktor nach. Grinsend und kopfschüttelnd kam er zurück. Ich sollte seine Urlaubsvertretung machen und danach so weitermachen wie zuvor. Rückwirkend musste ich für mein Hausverbot einen Antrag auf unbezahlte Arbeitsbefreiung unterschreiben. Das war grad der Monat in dem es den ersten DM-Lohn gab.
Wochen später sah man an seinem Diensttrabbi die Aufschrift „Hotel zu den drei Birken“ Er hatte sich meine Aufzeichnungen zur Selbständigkeit zu Nutze gemacht und ein Hotel eröffnet. So war unser Direktor.
„Gabs noch Küchenunfälle?“
„Logisch, geschnitten hat man sich öfter“.
Eine ist mal ausgerutscht und in einen kochenden Topf gefallen. Ein anderer hat sich im Ausrutschen in eine Fritteuse abgestützt (200 Grad). Eine Abwaschkraft wäre fast eingeschlafen, weil aus dem defekten Gasherd Gas ausströmte. Bei einer Maschine zum Brötchen malen (Semmelmehl machen) war ein Brötchen verklemmt. Ein Kollege holte es raus, ein anderer bemerkte es nicht und stellte die Maschine an (schon mal eine geraspelte Hand gesehen?) Ein Kollege holte ein kaltes Buffet, auf einem Spiegel angerichtet, aus dem Kühlhaus. Dabei brach der Spiegel durch und schnitt den gesamten Oberschenkel auf (es hat nicht geblutet).
„Noch eine Geschichte“
Ich hatte Spätdienst (Tanzabend bis 2 Uhr) und am nächsten Tag Frühstücksbuffet
(5 Uhr). Ich wollte dann nicht nach Hause. Habe mir den Wecker gestellt, Wattejacken auf zwei Tischen ausgebreitet und mich dann hingelegt. Da hört man erstmal wie laut solche Kühlgeräte sind. Gehört habe ich plötzlich ein Klopfen. Ein Kollege war auf dem Heimweg mit seinen Letscho Gläsern zu Fall geraten. Er kam zurück und wollte verbunden werden. Das Blut lief aber in Strömen. Wir haben ihm den Arm abgebunden und ihn ins Krankenhaus gebracht. Ich musste danach das ganze Blut von der Treppe und den Fluren aufwischen. Nun konnte ich nicht mehr an meinen Schlafplatz zurück, denn der Rezeptionist wartete bis ich fertig war und wollte abschließen. Bin dann bis zum nächsten Dienst noch 1,5 Stunden spazieren gegangen.
„Schön- wie lief es denn privat weiter?“
Ich hatte ja jetzt weniger Zeit. Es gab Frühschicht und Spätschicht, und es wurde an allen Wochenenden und Feiertagen gearbeitet, außer am Heiligen Abend.
Da ich einen Bekannten (Priesteranwärter) besuchen wollte, durfte ich an einem Wochenende frei machen. Ich machte mich mit Schlafsack und Vorräten bepackt auf den Weg nach Erfurt. Anlass war eine große Wallfahrt. Er wohnte dort etwas außerhalb. Hier ging es weiter mit Straßenbahn nach nirgendwo und dann jenseits eines Neubaugebietes ein einsames altes Haus. Das war mein Ziel. Dort angekommen öffnete mir eine ältere Dame. Sie sagte, dass mein Gastgeber noch einmal wegmusste. Sie gab mir den Schlüssel, und ich richtete mein Lager her. Irgendwann wurde mir langweilig. Ich wusste ja nicht, wann mein Bekannter und die anderen Gäste wiederkommen würden. Also bin ich zur IGA (Internationale Gartenausstellung) gefahren. Es war sehr schön. Als ich abends wieder zurückkam, lag ein Zettel auf dem Tisch. Sind noch mal weg zur Probe. Ich war müde und legte mich in meinen Schlafsack und schlief auch gleich ein. Am anderen Morgen lag wieder ein Zettel auf dem Tisch. Sind schon los, wollten dich nicht wecken. Das Frühstück stand noch da. Ich packte meine Sachen zusammen, gab den Schlüssel ab und fuhr zur Wallfahrt. Es gab viele Veranstaltungen und es hat mir gut gefallen. Dort liefen mir kurz mein Gastgeber und seine Freunde über den Weg. Sie winkten „Alles gut? Haben keine Zeit“ und gingen weiter.
Nun noch ein paar Erinnerungen an meinen Arzt.
Mit meinem Hausarzt hatte ich auch einen „Volltreffer „gemacht.
Man musste in der DDR immer im Einzugsgebiet einer Poliklinik zum Arzt gehen. Wenn er mal praktizierte und nicht gerade bei einer Musterung für die Armee war, schrieb er meinen Bruder immer und mich fast nie krank. Einmal gab er mir eine Krankschreibung für 4 Tage, danach gleich wieder umgefallen und wieder krank.
Er war ein ganz „netter Arzt“. Das Wartezimmer war brechend voll und kein Arzt da. Dann kam er endlich mit einem Lächeln, ging durchs Wartezimmer und gab jedem die Hand.
Man hoffte nur, dass man beim Bakterien verteilen der Erste war. Nun trank er erstmal einen Kaffee und dann gings los.
Einmal konnte ich nicht sprechen (Angina). Er gab mir eine Spritze Penicilline und ab. Krankgeschrieben hat er mich nicht. Daraufhin hatte ich am ganzen Körper einen juckenden Ausschlag. Ich bekam eine Allergietablette und er meinte, wir müssten mal einen Allergietest machen.
So wars dann auch als ich mit einem gebrochenen Fuß zu ihm kam. Der Fuß war geschwollen, schmerzte und passte nicht mehr in den Schuh. Ich hatte schon Pyolysin-salbe draufgeschmiert. Das fand er gut und ordnete nichts weiter an. Das wars dann.
(Der Bruch wurde erst Monate später festgestellt)
Ja, was war noch so
Mein Vater wollte, dass ich endlich ausziehe, ich übrigens auch. Dazu hat man mit 18 Jahren beim Rat der Stadt einen Wohnungsantrag gestellt. Man bekam dann eine Wohnung zugewiesen. Es rührte sich aber nichts. Ich habe dann nachgefragt. Ich stand ganz oben auf der Liste, und es wurde die GWG Südost mit der Wohnungszuweisung beauftragt. Bei der GWG fand man mich aber nicht. Nach nochmaligem Nachfragen fand man mich endlich und auch eine entsprechende Wohnung. Hier musste man eine bestimmte Anzahl an Arbeitsstunden leisten (Rasen mähen, Blumenpflege usw). Anfangs habe ich die Stunden mit dem Ausbau meiner Wohnung abgeleistet später die Stunden gezahlt, da ich keine Zeit mehr zum Rasen mähen hatte.
Nun kam die Wohnungsbegehung.
Es wurden Steckdosen und der Verlauf der Kabel angezeichnet, der Klempner gab mir eine Materialliste, die ich abzuarbeiten hatte, der Schornsteinfeger wies an, dass der Kachelofen abzureißen ist (dafür kam ein Dauerbrandofen), die Fenster blieben drin (alle mit kleinen Scheiben, 12 Stück pro Fenster). Die Fenster mussten verkittet werden, weiter musste ich Kabelkanäle stemmen (hab dabei auch eine Wand durchstoßen) und lockeren Putz abschlagen. Habe dann einen Container bestellt und den Kachelofen abgerissen.
Das Material von der Liste hatte ich irgendwann zusammen. Nur für das Waschbecken habe ich fast 4 Wochen gebraucht. Nun kamen die Handwerker. Das hieß, jeden Tag 2 Kästen Bier und Zigaretten bereitstellen und auf dem Zettel lesen was an Material noch fehlt.
Jeden Abend musste ich nach den Arbeiten den Hausflur reinigen. Darauf bestand die betagte Wohnungsgemeinschaft.
Nach den Handwerkern ging es dann ans Tapezieren, Streichen von Fenstern und Fußböden. Bei der Decke hat mir mein Vater geholfen. Alles Material (Tapeziertisch, Tapeten Farbe usw.) habe ich mit Straßenbahn herangekarrt. Dann kamen die Möbel dran. Hab eine Weile gebraucht, bis ich alles zusammenhatte. Eine schöne Küche hatte mein Onkel in Halberstadt entdeckt. Ich bin mit überfülltem Bus hin und mit bestellter Gütertaxe zurück. Der Fahrer fuhr im betrunkenen Zustand doch recht sicher. Ein Duft baum hätte seine Fahne nicht überdecken können. Wir kamen aber heil und ohne Polizeikontrolle an. Plötzlich ging seine Hand auf. „1. Frage: hab wenig Zeit, wie kommt die Küche jetzt aus dem Auto?“ Schein rein, Hand zu. 2. Frage „Wie kriegst du die Küche in die erste Etage?“ Hand auf, Schein rein und Küche hoch.
Küche und Wohnzimmer waren neue Möbel, für das Schlafzimmer hatte ich alte Möbel neu lackiert. Eine Dusche gab es nicht. Im Wohnzimmer konnte ich nicht heizen, der Dauerbrandofen stand im Schlafzimmer. Ich hatte ihn nur zweimal an, da ich ja nur zum Schlafen zu Hause war. In der Küche gabs einen Gamat-Ofen. Er war ständig kaputt und ließ sich zum Schluss gar nicht mehr reparieren. So hatte ich mal in einem kalten Winter nur 5 Grad. Einmal bekippte ich mich in der Nacht beim Trinken. Das Wasserglas war oben gefroren.
Die Hausgemeinschaft war etwas bieder. Meine Tätigkeiten im Rahmen der Hausordnung (mit Treppe bohnern usw.) wurden ständig kontrolliert. Es gab auch eine Schneekarte, selbst fürs Wäschetrocknen auf dem Boden gab es einen Plan. Außerhalb des Plans Wäsche auf einem freien Platz aufhängen war streng verboten.
Ich hatte auch Gäste. Zwei junge Familien kamen regelmäßig zu mir zum Kaffee trinken und Ausflüge machen. Ich hatte schon Kabelanschluss. Deshalb kam mein Bruder oft nachts zum Tennis gucken.
Nach der Wende bekam meine Wohnung neue Fenster, eine Heizung und eine Dusche. Für die Dusche hat man einfach mal eine Wand versetzt, so dass meine Küche nicht mehr passte. Während der Bauarbeiten war alles provisorisch und die Tür für jedermann offen. Außer, dass alles dreckig und verstaubt war, gab es auch noch eine schöne Geschichte. Ich saß auf der Toilette. Ein Mieter über mir auch. Ich wurde plötzlich nass und etwas Braunes landete knapp neben mir. Gleichzeitig hörte ich von oben „ach Scheiße“. Die Klempner hatten vergessen, die Toilette anzuschließen und ich bekam durch ein Bauloch alles frisch serviert.
Das Gute war, ich hatte jetzt eine warme Wohnung und musste mich nicht bei 5 Grad waschen.
Später, als meine Freundin mit einzog, wurde alles in Kuhdesign umdekoriert (Fußboden, Möbel usw.). Alles hatte schwarze Flecken. Später haben wir noch die Nachbarwohnung mit einem Durchbruch dazubekommen. Soweit zur Wohnung.
Jetzt zur Selbstständigkeit!
Zu dieser Zeit entstand gerade die Idee einer außer Haus Lieferung von Speisen und Zubehör für private Feiern und öffentliche Veranstaltungen, ein sogenannter Partyservice. Das war mein Ding!
Zunächst galt es, einen passenden Raum zu finden. Ich ließ mich mit dem Moped kreuz und quer durch die Stadt kutschieren und notierte günstige Objekte. Nun hieß es, für diese ausgewählten Räume und die Geschäftsidee, ein Antrag zu stellen. Fast alle Immobilien wurden damals noch von der kommunalen Wohnungswirtschaft verwaltet (also nicht privat). Die Rückübertragung erfolgte erst nach dem Tod der DDR. Für all diese Anträge bekam ich eine Absage (sollte abgerissen werden, baufällig oder ähnliches, sie stehen aber heute noch). Ich bekam dann einen Raum einer alten Wohnung im Erdgeschoß zugewiesen. Er befand sich in einer nicht zentral gelegenen Straße mit einem Milchladen, einem Gemüseladen, zwei Fleischern und zwei Bäckerläden, also nicht optimal. Von diesen Läden hat nur ein Fleischer überlebt.
Ich bekam den Schlüssel, und es ging in die Wohnung. Es war eine kleine Wohnung mit durchgefaulten Dielen und schwarzen mit Schwamm befallenen Wänden. Ich wollte nun erst einmal eine Fachfirma suchen um zu klären, ob hier noch etwas zu retten war. Nun find mal in diesen Zeiten eine. Ich verbrachte daraufhin viel Zeit in einer „funktionierenden“ Telefonzelle, bekam aber nur Absagen. Also ging ich auf eine Baustelle. Dort fand ich auch einen Bauleiter. Er schaute sich alles an und sagte:“ Können wir machen. Eventuell bekommen wir in zwei Monaten einen Auftrag in der Nähe, und dann machen wir das parallel“ (war eine große Firma aus dem Westen, die solche kleinen Aufträge sonst nicht übernahm). Ich habe mir dann vom Gesundheitsamt alle baulichen Vorgaben geholt und ein Bauprojekt erarbeitet. Dies habe ich beim Rat der Stadt Abteilung Wirtschaft oder so eingereicht. Zeitgleich beantragte ich das Gewerbe und habe eine Mietzusage gegeben. Das Gewerbe habe ich zweigleisig angelegt, einmal als Partyservice und als Laden des täglichen Bedarfs. Nun bekam ich vom Amt einen Laufzettel. Ich musste eine Objektnummer beantragen, brauchte ein polizeiliches Führungszeugnis, eine steuerliche Unbedenklichkeitserklärung, ein ärztliches Attest und eine Stellungnahme des Veterinäramtes. Außerdem brauchte das Bauordnungsamt noch ein vom Architekten erarbeitetes Projekt. Beim Stadtarchitekten musste ich auch die einzubauende Ladentür beantragen. Sie sollte sich dem gesamten Straßenbild anpassen. Habe ich trotz meiner knappen Zeit (Arbeitsverträge und Meisterprüfung) alles erledigen können. Nur der Stadtarchitekt machte es spannend. Das ärztliche Attest habe ich mir durchgeschwitzt im Flur geholt. Die Ärztin hatte ja schon Feierabend war aber so nett.
Das Amt nahm alles entgegen, riet mir aber von der Selbständigkeit ab. Sie trauten es mir wahrscheinlich nicht zu.
Im Mai 1990 bekam ich dann die Erlaubnis mit der Auflage, bis Ende des Jahres den Geschäftsbetrieb aufzunehmen und auch Sonntagsöffnungen zu gewährleisten.
Vom Bauordnungsamt kam aber kein okay. Auf Nachfrage sagte man mir, dass die Berechnungen falsch wären. Mein Vater kannte zufällig einen Architekten, der dann die Berechnungen nochmal durchführte und richtigstellte. Er bekam Geld, schrieb aber keine Rechnung. Damit war wieder das Ordnungsamt nicht einverstanden. Er musste nun seinen Berufsstand bestätigen und erklären, dass er es kostenlos gemacht hatte. Er wertete nun seine Tätigkeit als „sozialistische Hilfe“
Nun musste der Ausbau beginnen. Die ausgewählte Firma konnte nun nicht mehr. Ihr Großauftrag war geplatzt. Ich ging auf Suche und fand eine neue Firma (2 Mann Betrieb mit Joint Venture, das heißt gemeinsam mit anderer Firma arbeiten). Mein ehemaliger Chef sagte immer: „John Wentscher kommt mir nicht ins Haus“. Hätte er ihn reingelassen, wäre er nicht pleite gegangen.
Ich ließ mir nun ein Angebot erstellen und bekam zeitgleich von der KWV eine Summe, die sie in die bauliche Rekonstruktion stecken würden. Die Baupläne hatten sie vorher genehmigt.
Ich wollte jetzt, um Geld zu sparen, das Objekt selbst entkernen. Dazu bestellte ich einen Kollegen und einen Container. Bei meinem Eintreffen waren dann der Container und der Kollege voll. Der Kollege konnte nun nicht, war aber die anderen Male immer da. An dem Tag war es aber nicht dramatisch, denn ein Bewohner hatte den Container mit Sperrmüll gefüllt (wollte auch nicht dafür bezahlen).
Die Entkernung wurde erledigt und der Bau konnte beginnen.
Eine Mitbewohnerin des Hauses beklagte sich. Sie wollte keinen Partyservice wegen der ständigen Feiern und dem Lärm. Es brauchte ein bisschen Zeit, bis sie verstand, das hier nicht gefeiert wird, sondern andere Feiern nur mit Speisen beliefert werden. Auch ein Mieter in der zweiten Etage war ungehalten. Als die neue Treppe mit Kohleneinlass errichtet werden sollte, trat er die aufgebaute Verschalung kaputt. Ich durfte ihm dann erklären, dass die Treppe einen Kohleneinlass erhält und er weiter heizen kann. Schön war auch, dass mir ein Galgen mit echtem Knoten an einen Baum gehängt wurde. Habe ich aber schon weggeschmissen
Die Toilette habe ich noch selbst gefliest, und als das Baugeschehen zu Ende war, kam die Rechnung. Da ich kein Millionär und die Rechnung sehr hoch war, begann ich nachzurechnen. Der Eingangsweg ging laut Rechnung in Metern von der Tür bis fast über die Straße, und die Nachputzarbeiten in Quadratmetern waren mehr Fläche als die Wände hatten. Da die Firma telefonisch nicht erreichbar war, fuhr ich gegen 21 Uhr zu ihr hin. Die Firma saß in seiner Wohnung. Seine Frau war nur im Bademantel, und er saß noch in der Wanne. Nach einem intensiven Gespräch, fuhr ich mit einer neuen Rechnung nach Hause. Übrigens Jahre später kam die Steuerfahndung. Er hatte weder MwSt. noch anderes abgeführt.
Jetzt mussten Laden und Küche eingerichtet werden. Bei einer Firmenfiliale ließ ich ein Projekt erstellen und die Sachen passgenau herstellen. Es wurde immer teurer. Ich bin dann mehrmals hingegangen. Einmal traf ich den Chef an. Wir waren alles noch einmal durchgegangen und siehe da, es kostete nur noch die Hälfte. Der Chef dankte mir daraufhin, denn der „nette“ Vertreter wurde nach Umsatz bezahlt. Er durfte die Firma dann verlassen.
Nun wurden Lieferverträge für das Warensortiment gemacht. Großmärkte gab es leider noch nicht. Ich bin deshalb mit meinem Vater zu sämtlichen ortsansässigen Firmen gefahren.
Als alles fertig war, haben wir noch den Vorgarten bepflanzt. Da das Interesse der Bevölkerung an den Pflanzen zu groß war, haben wir die Bepflanzung bald aufgegeben.
Bei der Eröffnung des Ladens kamen die meisten nur zum Gucken. Am ersten Tag nahm ich ganze 70 Pfennig ein. Das wurde aber später besser, zumal wir auch Samstagnachmittag und sonntags geöffnet hatten, und wir waren gleichzeitig ein Imbiss. Es kamen viele Bauarbeiter zum Essen und die meisten Kunden kauften Getränke (Bier, Goldbrand und Pfeffi waren der Renner) und Zigaretten.
Wir machten auch Werbung. Die Flyer haben wir selbst gemalt und in die Hausflure geklebt. Ein Hinweisschild, welches wir an einen Baum befestigten, wurde von Amts wegen wieder abgebaut. Telefon hatten wir auch noch nicht. Es wurde überall schon gebuddelt, nur bei uns nicht. Die Telekom war auch nicht bereit, einen Funkanschluß zu installieren, später dann doch, er funktionierte aber nicht. Zum Bestellen musste ich in eine Telefonzelle gehen. Weil viele nicht funktionierten, fuhr ich manchmal bis zum Hauptbahnhof. Beim Telefonieren wurde dann oft an die Zelle geklopft, andere wollten auch telefonieren und meinten, dass dies ja nicht mein Büro sei.
Nun noch einige Episoden!
Wir hatten auch mal laut pöbelnder Säufer vor der Tür. Sie wollten nicht gehen. Ich füllte einem Eimer mit Wasser und ging damit auf den Boden. Ich zwängte den Eimer durch das enge Bodenfenster und kippte ihn gezielt nach unten. Jetzt lief ich schnell runter. Die pöbelten Kunden kamen rein, gaben ihre Flaschen ab und schimpften, dass sie jemand aus dem Haus mit Wasser gekippt hatte. Sie zogen nun klitschnass von dannen.
Geklaut und geschummelt (beim Flaschen abgeben) wurde natürlich auch. Eingebrochen wurde auch gern. Einmal wurde die innere Haustür mit einer Axt eingeschlagen, ein anderes Mal das hintere Fenster oder auch das vordere Fenster usw. Bei dem ersten und zweiten Einbruch hat die Versicherung noch gezahlt (aber nicht die gestohlene Ware). Danach hat sie gekündigt. Nun denkt man, dass die Versicherungen nicht vernetzt sind, ich fand aber keine neue Versicherung. Jetzt installierten wir eine Alarmanlage. Sie brachte aber nicht viel. Man bohrte ein Loch ins Fenster und räumte mit der Hand alles ab, was erreichbar war. Das merkte die Anlage nicht. Wenn aber eine Spinne oder Mücke über den Bewegungsmelder ging, schlug er Alarm. Die Mieter holten dann die Polizei, und ich bekam die Rechnung wegen Fehlalarm.
Eines sonntags um 5.30 hatte ich einen Auftrag. Die Anlage ließ sich aber nicht entschärfen. Eine Firma gabs um diese Zeit nicht. Ich musste aber rein, und ehe ich den Strom gekappt hatte, waren alle Mieter durch die schreiende Anlage geweckt.
Ich hatte die Anlage dann nicht mehr in Betrieb genommen. Das wussten die nächsten Einbrecher aber nicht. Das Haus wurde gerade saniert und vom Gerüst aus hatten sie den Signalgeber ausgeschäumt (unnötige Arbeit).
Ein weiterer Einbruch wurde entdeckt. Die Tür war aufgehebelt, und die Polizei war rechtzeitig zur Stelle. Sie wollten die Täter verfolgen, aber leider reichte ihre Kondition nicht. Beherzte Bürger stellten dann die Täter, und ich bekam meine Ware wieder.
Ich hatte auch eine, später zwei Verkäuferinnen. Denen war ihr Privatleben sehr wichtig. Sie bestanden auf ihren Haushaltstag (in der DDR stand er jeder Frau einmal im Monat zu, in der Übergangszeit zur BRD auch noch). Die Ungerechtigkeit war, einem alleinstehenden Familienvater mit Kindern stand er nicht zu, da half auch keine Klage.
Meine Verkäuferinnen waren auch ständig krank. Man konnte sich daher nicht auf sie verlassen. Ein Beispiel war: morgens um 8 Uhr Brötchen zum Abholen schmieren, als ich um 9 Uhr kam, war niemand da. Ihr Kind hatte sich nicht gefühlt. Und
die Kundin hatte keine Brötchen.
Ich wollte immer auf Nummer sicher gehen. So stand ein Urlaub meiner Mitarbeiterin an. Für diese Zeit stellte ich eine junge Frau ein. Wenn es nicht klappte mit ihr, wollte mein Nachbar, der arbeitslos war, einspringen, und meine Eltern hatten Urlaub, wollten aber nicht wegfahren. Die Neue habe ich kurz eingearbeitet. Sie war an der Kasse noch etwas unsicher. Ich brachte kurz Pappe in den Keller. Als ich wieder hochkam, war die Neue weg. Sie tauchte auch nie wieder auf. Ich dachte, kein Problem, du hast ja noch den Nachbarn. Der hatte aber plötzlich Arbeit. Na macht nichts, die Eltern sind ja auch noch da. Sie fuhren jetzt aber doch in den Urlaub. Ich musste aber dringend noch einkaufen (Rucksack, Beutel und Straßenbahn). Da stand plötzlich mein alter Schulfreund in der Tür. Er wollte mich besuchen, ich schickte ihn aber gleich einkaufen. Er war mir eine Stütze, und ihm machte es Spaß. Er kam immer mit viel mehr wieder, als ich wollte und sprach dann von Sonderangeboten.
Zum Einkaufen fällt mir noch etwas ein. Einmal ist mir dabei ein Beutel kaputtgegangen. Ich versteckte deshalb die Waren im Gebüsch und holte sie später ab.
Ein Sonderangebot war auch meine Verkäuferin.
Sie setzte mit ihrer Zigarette den Umkleidebereich in Brand. Das Wechselgeld wurde immer weniger (Geldrollen verschwanden), oder sie ließ Erlöse verschwinden. Einmal lag in der Abrechnung ein Zettel, hab die Erlöse gezählt, sie stimmen. Es stimmte nicht, sie hat es dann abgestottert. Weil ich nicht da war, sollte sie einmal die Erlöse im Abfluss verstecken (Abfluss war stillgelegt). Da war aber nichts. Laut ihrer Aussage hatte sie diese aber hineingelegt. Ich machte bei der Polizei wegen Einbruch eine Anzeige gegen unbekannt. Es wurde ermittelt und Spuren gesichert. Das Ergebnis lautete. Es ist niemand eingebrochen. Die Polizei riet mir, die Kollegin los zu werden, ihr aber keinen Diebstahl zu unterstellen. Ich bekam eine Polizeischulung und meine Mitarbeiterin von ihrem Vater ein neues Auto geschenkt. Toll was
Weil wir grad bei Betrügern sind:
Die Truppe bestand aus drei Personen. Sie kauften etwas, gaben einen Zwanziger und wollten sich auf fünfzig Mark rausgeben lassen. Sie ließen keinen anderen Kunden rein und bestanden auf dem Wechselgeld. Ich machte einen Kassensturz und bewies ihnen, dass sie nur zwanzig Mark gegeben hatten. Sie unterstellten mir Betrug und wollten die Polizei holen. Um des lieben Friedens willen und der wartenden Kunden übergab ich dann das ergaunerte Geld. Diese Betrugsmasche stand dann auch später in der Zeitung.
Wir fielen auch auf die Einkaufsgesellschaft „ERKO“ rein. Auch darüber wurde im Fernsehen berichtet.
Diese Firma suchte Partner für andere Partner (von jedem Gewerk ist einer in der Gesellschaft, und die Aufträge werden untereinander vermittelt). Es hörte sich gut an. Ich fuhr deshalb mit meiner Mutter nach Braunschweig. Es war ein seriöses Büro, und wir machten mit viel „Eintrittsgeld“ einen Vertrag. Er hat aber leider keine Aufträge gebracht.
Wir wollten auch noch auf einem anderen Weg Aufträge für den Partyservice ergattern. Eine Getränkelieferfirma sollte verkauft werden. Ich leaste einen VW-Transporter und schlug zu. Durch die Getränkelieferung erhofften wir uns neue Kunden für den Partyservice. Ich stellte dafür einen Fahrer ein, es kamen neue Kunden für den Partyservice hinzu, aber die Getränkelieferung rentierte sich nicht. Wir haben diesen Service nach einige Zeit für ein Drittel des bezahlten Preises wieder verkauft.
Schön war auch, nach Rückübertragung an den Alteigentümer, die Sanierung des Hauses. Die Toilette gabs dann nur im Keller. Sie stand auf einem Podest aus Paletten. Man saß dort im wahrsten Sinne auf dem Thron. Drumherum arbeiteten die Handwerker und Heizungsbauer. Als in den Räumen über uns Estrich gegossen wurde, kleckerte aus sämtlichen Poren der Decke Wasser. Auch war der Strom oft abgestellt. Es gab im Winter keine Heizung, und ich saß zum Arbeiten oft auf dem Ölradiator. Die Butter kam in die Hosentasche, damit sie streichfähig blieb.
Wir hatten auch eine Anzeige vom Umweltamt. Beim Entkernen des Hauses hatte man die Rohre zum Container nicht abgedeckt. Wir hätten das sofort abzustellen. Ich teilte dann mit, dass wir nur Mieter sind und für den Bau nicht zuständig. Sie antworteten, dass man ihnen das anders berichtet hätte und wollten es prüfen. Vom Ordnungsamt erhielten wir auch Anzeigen wegen falscher Pappentsorgung. Das konnten wir auch widerlegen. Die anderen Mieter beklagten sich wegen Lärmbelästigung einer Türglocke und Flaschenlärm. De Türglocke hängten wir dann ab.
Unser Raum war für den Partyservice nun zu klein geworden. Wir gingen nun auf die Suche nach neuen Räumen. Da kam der Manager einer in der Straße ansässigen Firma auf uns zu. Er wollte die Kantine wiederbeleben. Es wäre Bedarf für mindestens 50 Mitarbeitern vorhanden. Da könnten wir ja nebenher die Kantine abdecken. Also Geld genommen, und die Küche ausgebaut. Nun einen Warmwasserboiler rein und festgestellt, dass kein Fettabscheider installiert werden konnte. Wir brauchten nun eine Sondergenehmigung der unteren Wasserbehörde. Schnell einen Antrag gestellt und gewartet und gewartet und nachgefragt und gewartet (Kollegin nicht da, Kollegin krank, Kollegin zum Lehrgang usw.).Nun nahm das Veterinäramt die Küche ohne diese Sondergenehmigung nicht ab. Ich bin dann außerhalb der Sprechzeiten zur gestressten unteren Wasserbehörde gefahren. Alle Büroräume waren leer. Ich folgte den Stimmen. In einem Raum saßen dann alle Mitarbeiter teils auf Schreibtischen und lauschten den Ausführungen eines heimgekehrten Urlaubers. Wie ich hörte, war es ein sehr schöner Urlaub. Ich machte mich bemerkbar und trug mein Anliegen vor versammelter Mannschaft vor. Als ich wieder im Betrieb landete, übergab man mir einen gerade angekommenen Eilbrief. Die Küche durfte nun bewirtschaftet werden. Es war natürlich ein Flop. Von den 50 Mitarbeitern kamen 17 zum Mittagessen. Das Essen wurde zwar gelobt, aber man wollte nicht entsprechend bezahlen. Der Betrieb wollte nichts dazugeben, und die Mitarbeiter wollten nicht mehr als 3,50 DM zahlen. Fürs sponsern waren wir nicht bereit, da wir ja auch eine entsprechende Miete zahlen mussten. Für den Partyservice interessierte sich von den Mitarbeitern auch niemand.
Eines Tages floss das Wasser nicht mehr ab. Nach einigen Entstopfungs versuchen haben wir eine Kanalreinigungsfirma beauftragt. Diese versuchte es frei zu spülen, ging aber nicht. Jetzt wurde der Kanal vollständig abgesucht und siehe da, er endete in einer Sickergrube, und diese war voll. Wir durften jetzt das Personalklo der Firma nutzen. Nur an den Wochenenden, feiertags und nach 16 Uhr mussten wir unsere Notdurft im Eimer verrichten. Es war die Alarmanlage geschaltet und somit die Toilette unerreichbar. Auch gab es dort Ratten, die wir durch eine Fachfirma beseitigen ließen.
Weil wir gerade bei Ratten sind. Es wurde natürlich auch eingebrochen. Einmal wurde das für eine Veranstaltung vollgeladene Auto ausgeräumt. Ein anderes Mal wurde die Scheibe eingeschlagen und die gesamte Kantinenware samt Kaffeepumpkannen entwendet. Wir wussten sogar, wer es war, aber wie sollte man es beweisen. Als einige Kinder einkaufen kamen, wunderten wir uns. Sie sagten:“Überraschungseier wollen wir dieses Mal keine, wir haben ganz viele davon. Und guck mal, solche Pumpkannen haben wir auch“. Es war eine größere Familie. Der Vater war später mit den Kindern allein. Es hieß, seine Frau sei abgehauen. Später, als ihr Wohnhaus rekonstruiert wurde, fand man sie in einen Teppich eingewickelt im Keller. /verwest/
Wegen Einbruch haben wir dann eine Stahlplatte vorm Fenster angebracht. Später wurde direkt in der Firma eingebrochen. Es wurden Computer und technische Geräte gestohlen. In unserer Kantine haben die Gangster dann zum Essen und Trinken Pause gemacht. Das schlimme daran war, die Entfernung der Spuren der Spurensicherung.
Wir mussten dann immer zwischen Laden und Küche pendeln. Wir schleppten auch mal warmes Wischwasser von der Küche in den Laden. Es war mal wieder die Wasserleitung eingefroren.
Nun wurde zwischen den beiden Welten ein Haus rekonstruiert. In diesem befanden sich noch Räume eines alten Restaurants. Der Besitzer bot uns diese zu einem horrenden Preis an. Wir schlugen ein. Somit waren Laden und Küche vereint und dies unweit unserer jetzigen Position. Was wir nicht wussten, der Bauleiter war ein Tausendsassa. Er war ein Laie, der sich alles annahm, nichts konnte aber alles richtig macht. Am 1.1. war der Umzug geplant. Kurz vor Weihnachten war aber noch nichts gemacht. Ich klingelte nun bei Supermann. Es öffnete mir eine wacklige Gestalt, die auf Grund von Alkohol etwas lallte. Später kam er vorbei und versicherte, dass wir am 1.2. einziehen könnten. Also, erst mal alle alten Mietverträge verlängern.
Jetzt wurde gebaut. Allerdings waren auch die Bauleute Laien. Fenster und Rollläden blieben wie sie waren (letztere gehen immer noch ständig kaputt). Der Tischler sagte, dass es Neue werden müssten, sie sind noch original aus der Jahrhundertwende, aber der Vermieter (ein Zahnarzt, dem das Haus gehört) hatte kein Geld. Seine Pferde brauchten ja auch Futter, soweit seine Meinung.
Am 1.2. gings ans Umziehen. Das geschah, ohne den Laden zu schließen. Früh bedienten wir noch im alten Laden, nachmittags im Neuen. Ich hatte auch Elektriker und Klempner bestellt. Diesen engen Zeitdruck spürten die Klempner. Sie meinten „Du musst doch schnell fertig werden“ und hielten die Hand auf. Als diese mit Geld gefüllt war, gingen die Arbeiten weiter. Es war natürlich noch nicht alles fertig. Der Fußboden wurde noch mit Fliesen verlegt. Für das Waschbecken baute man eiligst einen Sockel, damit das Wasser abfließen konnte. Für außen brauchten wir noch einen Handlauf für die Außentreppe. Wir fragten unseren „Baumeister“, und er bestellte dafür eine Metallbaufirma. Diese fragten ihn, wer denn diese Treppe gebaut hätte. Er nuschelte sich nur etwas in den Bart. Der Handlauf wurde angebracht und ist immer noch in Ordnung. Die Treppe hingegen wird alle zwei Jahre rekonstruiert. Nachdem wir 3 Tage schon eingezogen waren, kam er mit einem Reinigungstrupp. Er bestand aus seiner polnischen Ehefrau und ihrer Schwester. Diese hatten natürlich nichts mehr zu tun. Wir hatten schon selbst geputzt, da sonst die Abnahme durch das Gesundheitsamt nicht erfolgt wäre. Die Wasserprobe fiel auch durch. Ich hatte daraufhin alle Hähne grundgereinigt und sie in Essig gelegt. Hätte ich nicht machen brauchen. Bei der zweiten Probe sagte mir der Laborant, dass nur ein Keim zu viel war.
In der ersten Woche gabs für die Bauarbeiter der umliegenden Baustellen wie gewohnt einen Imbiss. Was nicht gewohnt war, sie fingen plötzlich an zu schreien. „Komm her, komm her“ Sie standen mit den Händen an der Wand da. Ich räumte schnell die Tische und Stühle weg, und auf drei ließen sie los. Anschließend lag die gesamte Fliesenwand auf dem Fußboden. Nun erkannte man auch die Verlegestrategie (Fliese nehmen, Kleber drauf und an die Wand drücken). Insgesamt kamen noch vier komplette Wände runter.
Das Gefälle der Abwasserleitungen stimmte auch nicht. Die Rohre liefen nicht ab und setzten sich schnell zu. Der Fettabscheider wurde unter einen Abfluss gelegt, der Rest floss vorbei. Das haben wir dann professionell ändern lassen.
Als wir das erste Mal die Küche scheuerten, floss das Wasser unter die Tische und nicht zum Bodeneinlass. Konnte es auch nicht, es gab kein Gefälle. Wollte man warmes Wasser haben, so musste man erst einmal 20 Liter kaltes Wasser ablassen, damit man die Wärme spürt. Die Warmwasserleitung geht nämlich unisoliert ohne Umwälzpumpe durch den ganzen Keller.
Apropos warm: Die Räume haben eine Höhe von 4,50 m, und wenn draußen minus 10 Grad sind, dann schaffen wir es drin mit voller Heizleistung nur auf 16 Grad.
Wenn wir hier schon alles schlecht reden, dann noch eines. Mir kam die Quadratmeterzahl der Räume als zu hoch angegeben vor. Beim Nachmessen fehlte mir eine beträchtliche Zahl von Quadratmetern. Ich ließ noch einmal unabhängig nachmessen, die Zahlen änderten sich nicht. Daraufhin telefonierte ich mit dem Vermieter (er lebt in einem anderen Bundesland). Ich trug mein Anliegen vor, er hielt inne und sagte dann „Ach Scheiße, ich habe ja die Gesamtmaße genommen, die Hauseinfahrt gehört ja abgezogen. /wir waren parterre / Wer nun denkt, die Miete wurde reduziert, der denkt falsch. - Es war ein Gewerbemietvertrag, 2. Es steht „circa“ vor der Quadratmeterzahl. Ja, was nun. Wir haben dann noch etwas nachgelegt und bekannt gegeben, dass Feuchtigkeit die Wand hochkriecht, und der Putz diese deshalb verlässt. Nun kam jemand mit einem Messgerät und meinte, hier liegt keine Feuchtigkeit vor. Damit der Putz nicht mehr fällt, wurde Gipskarton davor geschraubt. Wir gaben nicht auf. Ein Kunde von uns war Rechtsanwalt. Für einen leckeren Zwiebelkuchen hat er uns einen netten Brief diktiert, und wir erhielten wenigstens etwas Mietnachlass.
„Was gab es denn so für Kunden bei uns?“
Die meisten Kunden, die in den Verkaufsladen kamen, waren vernünftige, nette Leute. Einige kamen zum Einkaufen, andere wollten nur reden.
Es kamen Bauarbeiter, die aßen und sich unterhielten, und es gab Baufirmen die ihre Strategie besprachen. Es gab auch welche, die ihren Betäubungsmittelvertrieb ausbauen wollten. Allerding mussten sie ohne mich planen.
Ein „besonderer“ Kunde war ein alter Mann. Er stand öfter, mit Kaffee und Weinbrand, gefühlte zwei Stunden am Stehtisch. Wir öffneten dann heimlich die Fenster, um den Mief rauszulassen. Nach seinem Toilettengang wischten wir die Scheiße von den Wänden.
Noch so besondere Kunden waren zwei „halbstarke“ junge Männer Ende zwanzig. Sie, in Designerklamotten, große Klappe, andere Kunden waren für sie Abschaum, sie waren die Besten. Wenn das Geld knapp wurde hieß es „Ey, der Alte soll mal wieder etwas rüberschicken“. Irgendwann mutierten sie dann zu hilflosen Lumpenträgern, die keinen Job fanden. Zumindest schien der Papa nichts mehr rüberzuschicken.
Es kam auch ein Ex Straßenbahnfahrer. Fürs Straßenbahn fahren war er, obwohl er nicht lenken musste, zu gefährlich. Aber unter Alkoholeinfluss lenkte er auch mal auf der Straße stehend, den Verkehr.
Seine Frau hatte sich aufgeregt. Ihr unkompetenter Arzt hatte ihr gesagt, sie hätte Lungenkrebs. „So ein Quatsch, ich rauche schon ein Leben lang und hatte noch nie Krebs“.
Es kam auch öfter eine mit Pelz und anderen Dingen behangene vornehme Dame. Sie war zwar immer „blaublütig“ aber von hohem Stand. Nach ihrem Tod wurde ihre Wohnung mit Seuchenanzügen entrümpelt.
Ein anderer Kunde zerstörte im Suff die Glaskühlvitrine. Ich fragte ihn nach seiner Haftpflicht, er meinte kein Problem und wollte alle Unterlagen mitbringen. Beim nächsten Besuch sprach ich ihn daraufhin an. Er rastete gleich aus. „Was geht mich ihre Vitrine an, dass kann ihre Versicherung zahlen, ich kann hier auch noch mehr zerschlagen“
Wir hatten viele Stammkunden.
Ein netter Herr kam jeden Tag und holte mit dem Auto einen Kasten Bier. Eines Tages kam er mit zwei platten Reifen. Er ging wie ein Roboter, stellte seine leere Kiste hin, nahm eine volle, legte Geld auf den Tisch, ging zum Auto und fuhr los. Alles ansprechen nutzte nichts, er zeigte keine Reaktion und wurde auch nie wieder gesehen.
Ein Herr mit Aktentasche holte jeden Trag vier Bier und schimpfte dabei über Alkoholiker und anderes verpöntes Volk. Einmal kam er rein, begann zu tanzen, hüpfte über diverse Bierkästen und ging wieder raus. Er wurde später tot in seiner Wohnung gefunden.
Es gab auch Blender. Ein Kunde, der öfter mal ein Bierchen holte, wollte mal kurz telefonieren. „Hallo Mutti, kann diese Woche nicht kommen, der Dienstwagen ist kaputt. Ich habe jetzt einen neuen Job und werde noch eingearbeitet. Ich bin dann stellvertretender Geschäftsführer mit Chauffeur. Ich komme aber mit dem Zug, kann ja den Fahrer nicht mitbringen. Zur Erklärung: Der Mann war schon lange arbeitslos.
Ein älterer Herr, Ende sechzig, holte immer zwei kleine Flaschen Kräuterlikör. Er erzählte oft von seinen Erlebnissen als Direktor der Firma……….. Er kaufte sich ein neues Auto und fuhr dieses zu Schrott. Da wurde Alkohol im Blut gefunden. Seine Frau verließ ihn dann, und er sackte innerhalb von Wochen zum Penner ab. Er konnte sich nicht einmal mehr waschen.
Es kam auch immer ein Ex Feuerwehrmann, der über Einsätze berichtete. Selbst ein Wohnungsbrand gleich neben der Einsatzzentrale konnte nicht rechtzeitig gelöscht werden. Es geht ja dabei mitunter um Minuten.
Apropos Rettung:
Eines Tages bekam ein Kunde im Laden einen epileptischen Anfall. Er fiel um und mit dem Kopf durch die Scheibe des Kühlschranks. Wir riefen den Krankenwagen und versuchten, den Kopf aus der Scheibe zu bekommen. Es ging nicht. Wir stopften ein Tuch unter seinen Hals, damit ihn das Glas nicht aufschneidet. Jetzt begann er zu zittern. Wir dachten, das wars jetzt. Aber siehe da, durch das Zittern rappelte sich der Kopf aus dem Loch der Glastür heraus. Nach einiger Zeit kam dann auch der Krankenwagen. Zuerst natürlich die Handschuhe an, und dann mal gucken.
Einmal brach ein junger Mann im Laden zusammen. Er hatte furchtbare Brustschmerzen, kniete dann auf der Erde und war nicht mehr ansprechbar. Ich rief den Krankenwagen. Bei der telefonischen Abfrage wurde ich unter anderem nach dem ungefähren Alter des Patienten gefragt. Ich sagte: „Ich glaube 45 so alt wie ich. „Da schreckte er plötzlich wieder hoch und röchelte. „So alt bin ich nicht, ich bin 32“
Es kamen auch einmal Kinder angerannt. Sie riefen: „Es brennt, es brennt die Brauerei“. Ich rief die 112 an und schilderte die Worte der Kinder. Ich sollte mich erst einmal selbst überzeugen und sah Feuer aus den Fenstern der Brauerei schlagen. Trotzdem kamen erst die Polizei und dann erst die Feuerwehr.
Weil ich so viel vom Alkohol geschrieben habe, fällt mir noch was ein. Ich war auch zweimal besoffen. In meiner ersten Arbeitsstelle wurde ja auch viel getrunken (Alkohol, der zum Flambieren oder zum Kochen gebraucht wurde). Ich hatte wie so oft Zahnschmerzen. Erst nahm ich eine Schmerztablette und anschließend Alkohol. Den Schmerz interessierte das aber nicht. Ich ging deshalb zum Notdienst. Angekommen hieß es dann, o ein Raumschiff, das Enterprise setzt zur Landung an. Wir müssen den Landeplatz markieren. Ich erreichte den Stuhl. „Na, hat wohl nicht geholfen“, sagte die Ärztin. Ich dann: „Ja man tut, was man kann, auch wenn es nichts nützt.“
Beim zweiten Mal, sollte ich Lumpen zur Annahmestelle bringen. Da mir das peinlich war, trank ich mir Mut an. Sie nahmen aber grad keine an. So torkelte ich wieder nach Hause, und mein Vater musste die Säcke von der Straße holen. Hatte sie im Suff nicht mehr auf den Handwagen bekommen.
„Wollen sie wissen, wer bei mir so gearbeitet hat?“
Es gab normale Mitarbeiter und solche, die sich für „normal“ hielten.
Ein Langjähriger war ganz in Ordnung, Er war aber spielsüchtig und musste zur Deckung seiner Kosten oft Überstunden machen. Auch verfolgte ihn der Alkohol, den er nicht immer abschütteln konnte. Manchmal kam er deshalb nicht oder er wurde mitten im Geschäft, meist durch seine Mutter, evakuiert. Als das Computerzeitalter anbrach, fing er sich wieder. Er baute dann unsere erste Internetseite auf. Mein Schwager wollte ihm unbedingt zur Seite stehen. Meine Schwester beschwerte sich lautstark darüber, dass ihr Mann nie Zeit hat, weil er bei uns was aufbauen sollte. Als ich ihr sagte, dass er es unbedingt wollte wurde sie still
Dieser Kollege fand dann eine Freundin, mit der er einem Kind das Leben schenkte. Nun kamen aber lauter „Wehen“. Erst wars ein Bandscheibenvorfall. Als nach sechs Wochen Krankheit der OP-Termin heranrückte, kam er plötzlich wieder. Weil keine Schmerzen mehr vorhanden waren, wollte der Arzt ihn nicht mehr operieren. Diese kamen ein dreiviertel Jahr später. Der linke Arm tat ihm weh, vielleicht vom Herzen?
Nach sechs Wochen Ruhe, war es nicht das Herz. Es kam danach eine Salmonellenvergiftung. Obwohl der Kollege schon sechs Wochen nicht im Betrieb war, hatten wir eine Hygienekontrolle. Danach kam sein dreiwöchiger Urlaub, den er natürlich antrat. Ich habe ihm dann mit einer halbjährigen Kündigungsfrist gekündigt.
Die erste Woche nach Erhalt der Kündigung brauchte er für eine Auslieferungstour zwei Straßen weiter ganze zwei Stunden. Er schmuggelte auch Unterlagen raus usw. Da wir ja die Rechte von langjährigen Mitarbeitern kennen, ist er dann ein halbes Jahr bezahlt zu Hause geblieben, und ich habe weiter für ihn mitgearbeitet.
Seine damalige, schon nicht mehr Freundin, war auch eine „Gute“.
Anfangs verkaufte sie bei uns im Laden ihren Hausstand, später ohne unsere Kasse zu behelligen unsere Ware. Sie meldete es dann als gestohlen. Dummerweise stand eines Tages ihre Kassette offen da, und wir fanden darin genau aufgelistet, was sie unte der Hand verkauft hatte. Ich lud sie zu einem Gespräch und dem Abrechnen der Erlöse ein. Zwei Tage vor dem Gespräch kam sie ins Geschäft und holte die Kassette ab. Sie wurde aber dabei beobachtet. Als der Gesprächstermin war, ging sie die Kassette holen. Sie war natürlich nicht mehr da. Ich sagte: „Sie haben sie doch mit nach Hause genommen“. Sie dann: „Nein, habe ich nicht, sie ist gestohlen worden“. Ich wieder: „Dann müssen sie zur Polizei Anzeige erstatten“. Sie ging dann auch zur Polizei und hat unter Tränen ihr Schicksal dargestellt. Ich wurde auch von der Polizei befragt und habe, weil meine Erlöse ja weg waren, Anzeige gegen unbekannt gestellt. Wenig später kam ein kräftiger Herr (ihr damaliger Freund) und wollte mich verprügeln. Ich unterstelle seiner Freundin Diebstahl und sollte ihm gefälligst die Kassette geben. Weil aber Kunden da waren, ließ er von mir ab.
Ich zahlte ihr erstmal keinen Lohn, weil sie ja meine Erlöse hatte. Ihr Rechtsanwalt konnte mir dann darlegen, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hätte. Also Lohn zahlen oder einen Rechtsstreit zu meinen Ungunsten. Die Staatsanwaltschaft war auch fleißig. Sie teilte mir mit, daß auf Grund der Minderwertigkeit der Summe, das Verfahren eingestellt wird und die Anzeige auf die Frau sicherlich eine erzieherische Wirkung erzielt habe. Hatte es auch. Es motivierte Sie weiter so zu machen.
Nun weiter mit den Angestellten.
Ein Auslieferungsfahrer fuhr mit einem „Rennwagen“. Wenn man ihm hinterher telefonierte, war er schon längst wieder vom Kunden weg. Einer schaffte es, 6 Buffets in 2 Stunden auszuliefern. Er holte sich 2 Tage zuvor den Tourenplan, fuhr die Touren ab, plante, wie er alles packt und fertig.
Ein Fahrer musste plötzlich abtauchen, auch ein Koch musste plötzlich verschwinden.
Er hatte sich besoffen und wollte gekündigt werden. Eine Woche später kam dann eine Lohnpfändung.
Ein anderer Fahrer machte erst einmal eine Probetour mit meiner Frau. Die letzten beiden Kunden durfte er dann selbst beliefern. Er kam wieder zurück, rechnete schnell ab, alles paletti, den Schreibkram machen wir nächstes Mal, sie rufen an und weg war er. Eine halbe Stunde später ging die Tür auf, und zwei Polizeibeamte warfen einen Schatten. „Waren sie gerade unterwegs?“ „Nein, war ich nicht“ „Das Fahrzeug wurde aber bewegt, es ist noch warm Ja, stimmt, unser neuer Fahrer hatte seine Probetour“. Sie wieder: „Das Fahrzeug war in einen Unfall verwickelt mit Fahrerflucht“. „Können sie uns bitte die Personalien des Fahrers geben!“ Ich dann „ääääääh“.
Wir hatten noch einen Top Fahrer. Er übernahm den Job von seiner Tochter. Er fuhr diszipliniert und zur Zufriedenheit seiner Kunden. Er hatte nur ein Alkoholproblem. Darauf verwies auch die Betriebsärztin. Ich sollte aufpassen. Seine Frau trennte sich von ihm, und er wollte sich nicht eingestehen, dass er ein Trinkerproblem hatte. Immer, wenn er nichts trank, hatte er Schmerzen und krümmte sich. Man konnte ihn daraufhin aber nicht ansprechen. Er hätte uns angezeigt wegen übler Nachrede. Das ist aber jetzt nicht unser Thema. Er war krank (hatte ein Lungenproblem). Er brauchte deshalb wesentlich länger für eine Tour. Nun wurde der Stücklohn gesetzlich abgeschafft, und es musste nach dokumentierenden Stunden bezahlt werden. Ich teilte ihm mit, dass wir uns jetzt trennen müssten, weil ich ja für eine 10 Minuten Tour keine Stunde bezahlen kann. Das verstand er. Er wollte aber, da er auf das Geld angewiesen war, so weiter machen wie bisher. Man war ja kein Unmensch. Er fuhr also, und bekam nach der Tour (mal dreimal am Tag, mal einmal usw.) das Geld. Am Monatsende wurde die Summe auf dem Lohnzettel zusammengefasst. Diesen wollte er aber nicht haben. Ohne mein Wissen trug sich nun folgendes zu. Er wollte das Maximum ausschöpfen und beantragte, so vermute ich, Wohngeld. Er gab aber seine Nebeneinkünfte nicht an. Ein beherzter Bürger oder seine Ex informierten das Amt über seine Nebentätigkeit. Es waren jetzt Lohnzettel und ähnliches einzureichen. Mein Mitarbeiter erzählte nun, dass ihm das Wasser bis zum Hals steht und er nicht mehr weiterweiß. Ich empfahl ihm eine Privat-Insolvenz. Wollte er aber nicht, warum nicht andere zahlen lassen. Eines Tages stand er plötzlich vor mir und sagte:“ Ich weiß mir nicht weiter zu helfen, aber sie werden mir verzeihen, ich werde sie anzeigen. Sie hören von meinem Anwalt.“.
Ich wurde rückwirkend zur Zahlung des Lohnes verklagt. Er hatte ja seinen Lohn bar erhalten, da er aber keinen Lohnzettel haben wollte, hatte ich keinen Nachweis darüber (seine Unterschrift fehlte). Vor Gericht wäre demnach mein Stand wacklig gewesen. Der gesunde Menschenverstand würde ja nicht vermuten, dass einer, der nie Geld bekommt, immer wieder zum Arbeiten kommt. In Deutschland ist das etwas anders. Man muss alles nachweisen. Hier wurde nun ein Vergleich ausgehandelt. Ich zahlte dann die Forderung vom Sozialamt von 6500 Euro plus Lohnnebenkosten. So waren es zum Schluss 7500 Euro. Der Kollege kam nie wieder ins Geschäft, grüßt aber immer freundlich, ist halt ein Netter!
Ich hatte übrigens auch mal eine Nebentätigkeit. Ich brauchte ja Geld, und neben meinem ersten Job arbeitete ich noch in einem der besten Restaurants der Stadt. Dort arbeiteten nur Küchenmeister und ehemalige Lehrausbilder, die mit dem Hotel- und Gaststätten VEB unzufrieden waren. Es war eines der wenigen privaten Lokalitäten. Es war ein schönes arbeiten, und man hat viel gelernt
Von dem Restaurant aus konnte man zur Wendezeit die Demos beobachten. Der Zug füllte ja die ganze Innenstadt. In den Gassen standen Polizei und andere Einheiten. Geknüppelt haben sie aber nur einmal. Danach haben sie Straßenbahnen bereitgestellt, damit nach der Demo schnell wieder Ruhe einkehrt. Ich bin zeitlich bedingt nur zweimal im Dom gewesen und mitgelaufen.
Nun wieder zu den Mitarbeitern.
Wir haben auch einen Koch, der morgens immer rumschreit, dass alles nicht zu schaffen sei. Er schafft aber seine Aufgaben und ist meist eine Stunde vor seinem Feierabend fertig. Jetzt weiß er nicht, was er noch machen soll und beschäftigt sich mit Aufräumarbeiten.
Dann gibt es einen, der ist von sich selbst sehr beeindruckt, kann auch gut Schau kochen, schmeckt bloß nicht immer.
Es gab auch eine Blenderin. Sie war sehr fleißig und kompetent, rannte viel hin und her, schaffte bloß nicht viel.
Sie war 12 Wochen im Jahr krank oder wie ihre Ärztin sagen würde, unpässlich. Da war mal wieder eine lange Krankheitsphase (sie hatte ja zwei Hausärzte). Am Telefon klang sie immer, wie kurz vorm Tod. In diesem Fall erzählte sie, dass sie beim Belastungs- EKG vom Stuhl gefallen sei. Nun standen Weihnachtsfeiern an. Ich wusste aber nicht, ob ich die Aufträge annehmen konnte, da nicht klar war, ob die Kollegin wiederkommt oder kurz vorm Tod ist. In meiner Hilflosigkeit rief ich in der Praxis an und bat die Schwester, mir verdeckt zu sagen, ob die Kollegin wiederkommt. Sie wollte es aber aus rechtlichen Gründen nicht machen. Sie stellte mich zur Ärztin durch und sie dann „Die Frau ist nicht krank, sondern nur unpässlich, sie bekommt Injektionen gegen den Vitaminmangel und beim Kreislauf hilft viel Bewegung usw.. Sie ist in jedem Falle in einer Woche wieder da.“ Die Kollegin war in Richtung Krankheit immer sehr einfallsreich. Nach jedem Toilettengang kam sie schnupfend und niesend wieder. Überraschend war auch ein Pickel. Sie war beim Abwasch und rief mich plötzlich. Sie sagte: „Schauen sie, ich habe hier einen Pickel und die Praxis schließt gleich, kann ich jetzt gehen. Ich würde das gern abklären lassen.“ Na gut, dachte ich, als Arzt würde ich mich über den Pickel innerlich halb totlachen aber nein 3 Wochen krankgeschrieben. Es ist glaub ich mit den Krankschreibungen auch zu einfach. Da ich nicht Krankengeld versichert bin, bekomme ich keine Krankschreibung. Wenn man aber so eine Weile in einem Wartezimmer verbringt, kommen da schon einige und sagen „Ich brauch mal 2 Tage, und die Ärztin kommt raus und unterschreibt.
Nun kam noch eine tolle Mitarbeiterin. Sie war vorher Küchenleiterin und wurde mir wärmstens empfohlen. Ich dachte, endlich jemand, der mich in Leitungsangelegenheiten unterstützen kann. Sie wollte auch einen entsprechenden Verdienst haben. Im Vorgespräch klang alles sehr gut (kompetent und viel Zeit, sonntags frei und jeden 2. Samstag arbeiten, alles kein Problem). Ihr Mann wäre zu Hause und kann auf das Kind aufpassen, ihre Nachbarin hätte auch Zeit, und ihre Freundin freut sich auch auf das Kind. Innerhalb von den insgesamt 11 Monaten hat sie dann an zwei Sonnabenden von früh bis 14 Uhr gearbeitet und einmal bis 18 Uhr. Ihr Mann war mit ihrem Auto in der Türkei, ihre Nachbarin hatte keine Zeit, und mit der Freundin hatte sie sich gestritten, also keiner hatte Zeit für das Kind. Außerdem kam sie von außerhalb und hatte Probleme mit dem Zug. Nach 4 Wochen Arbeit wurde sie schwanger und bekam gleich ein Beschäftigungsverbot. Nach zwölf Wochen verlor. sie das Kind. Sie wurde wieder 3 Wochen krankgeschrieben, Danach kam sie arbeiten und im Sommer dann 4 Wochen Urlaub (Urlaub gibt es auch für das Beschäftigungsverbot). Nach dem Urlaub kam ein türkischer Krankenschein auf 2 Wochen ausgestellt Hämorrhoiden). Nun kam sie wieder arbeiten, nahm danach ihren Resturlaub und schied wegen Umzug in eine andere Stadt aus dem Betrieb aus.
Es gab noch mehr interessante Mitarbeiter. Eine fing an, war ganz schön rundlich und wurde immer dicker. Wir vermuteten eine Schwangerschaft. Sie behauptete aber daß sie nicht schwanger ist und schon immer so dick war. Eines Tages kam sie nicht mehr, und kurz darauf bekam sie ihr Kind.
Eine andere Mitarbeiterin fing gleich mit einer Krankschreibung an, kam dann wieder und wollte gekündigt werden aber mit Berücksichtigung ihrer Urlaubsansprüche.
Eine Neue arbeitete nur eine Woche. Sie dachte, ich betrüge sie. Sie meinte: „Ich habe um 8 Uhr angefangen und bis 12 Uhr gearbeitet, das waren laut ihrer Rechnung 5! Stunden. Ich habe ihr aber nur 4 bezahlt.
Schlimm war nur, dass man für solche Mitarbeiter ständig irgendwelche Arbeitsbögen ausfüllen musste.
Andere verstanden unter saubermachen, dass man alles nur mit Reinigungsmitteln beschmieren müsste. Wieder andere fanden, vor lauter Wissen um ihre Rechte und das Stellen von Anträgen, keine Zeit mehr für ihre Arbeit. Andere wollten nur soviel verdienen, dass sie noch eine Aufstockung vom Amt bekommen könnten.
Praktikanten erleiden in den vier Wochen Praktikum auch schwere Schicksalsschläge (Unfall, Mutter krank, Oma tot, Wohnung unter Wasser).
Eine Marke für sich war auch unser Südländer. Wenn man in den Keller ging, machte man das Licht an und dachte, da ist niemand. Denkste ! Geraucht wird während des Ramadans im Dunklen, das sieht Gott nicht.
Jetzt noch eine Letzte, dann ist Schluss.
Sie war ein bisschen naiv aber fleißig und half wo sie konnte. Nach ihrem Urlaub hatte sie eine neue Freundin, die ihr nicht guttat. Nun kam es, dass ihr mitten im Geschäft schlecht wurde und sie nach Hause wollte. Das passierte ein paarmal. Sie wurde aber beim fröhlichen Shoppen beobachtet. Im Betrieb war sie unkonzentriert, kochte die Feinwäsche, warf noch mit Ware gefüllte Kartons weg. Zum Glück wurden sie noch rechtzeitig entdeckt. Sie fuhr ja auch Buffets aus. Im Herbst rief sie einmal an, dass das Licht vom Auto nicht geht. Als sie zurück war, ließ ich die Lichtanlage prüfen, sie war in Ordnung. Das Ende vom Lied war, sie wusste nicht, wie man das Licht anschaltet, sie hätte ja nur fragen müssen. Später brauchte sie immer länger bei ihren Touren oder kam zu spät bei den Kunden an. Sie meinte, habe ich nicht gefunden, es gab immer eine Beschreibung oder die Handynummer des Kunden, die sie nicht nutzte. Ich ließ die Daten aus dem GPS auslesen. Meist stand sie auf Parkplätzen vor Läden oder fuhr zu einer anderen Adresse, die nicht ihr zu Hause war.
Einmal hatte sie wieder zwei Touren. Sie fuhr los, und nach einer halben Stunde stürzte sie völlig aufgedreht unter Tränen wieder herein. Sie sagte: „Ich hatte einen Unfall“. Plötzlich kam ihre Freundin herein. Ich sagte: „Wo ist denn der Unfall passiert?“ „Ich bin vor der Tür gegen das Trafohäuschen gefahren“ Danach ist sie gleich verschwunden und war krankgeschrieben. Die Touren hatte sie nicht gemacht.
Das Auto hatte sie mit kaputtem Kotflügel und Spiegel vor der Tür stehengelassen. (es war 6 Monate alt)
Sie war aber laut GPS irgendwo unterwegs, leider nicht bei den Kunden, sondern wahrscheinlich Freundin abgeholt, zum Einkaufen gefahren und dann zurück zur Firma und ans Trafohäuschen gefahren oder umgekehrt. Ob es Absicht oder Unfall war, steht in den Sternen.
Da sie krank war, rief ich sie an, dass der Lohn statt am 5. des Monats diesmal erst am 10. kommt. (gesetzlich am 15.) Ich bot ihr einen Vorschuss an, den sie aber ablehnte. Kurz danach stand sie mit ihrer Freundin im Geschäft und schrie rum, was mir einfällt, erst am 10. zu zahlen, das hat Konsequenzen usw.
Ich schrieb dann nach zwei mündlichen Abmahnungen eine schriftliche. Die Freundin kam mit einem Widerspruch wieder.
Nachdem sie nach einer abgelaufenen Krankschreibung nicht wiederkam, habe ich ihr gekündigt. Wer hätte es gedacht! Zwei Tage später war auch schon die Kündigungsschutzklage da. Nach nicht einmal einem Jahr arbeiten relativ ungewöhnlich. Sie hatte einen gewissen Behindertenstatus, den sie mir nicht mitgeteilt hatte. Ich erhob Widerspruch und bestand auf der Kündigung. Es wurde dann außergerichtlich verhandelt. Das Ergebnis war, die Kündigung bleibt bestehen, die Abmahnung wird zurückgezogen, eine hervorragende Beurteilung wird ausgestellt und 1200 Euro Abfindung. Ja, ein „guter Anwalt“ ist schon etwas wert.
„Wissen sie eigentlich, was so eine Abmahnung kostet?“
Eine Mitarbeiterin hatte zur Vervollständigung unserer eigenen Bilder auf unserer Homepage ein Grünkohlbild aus dem Internet geholt. Es war aber urheberrechtlich geschützt. Wir hatten keine Chance, es hieß rausnehmen und für die paar Monate
2814 Euro blechen.
Weil wir gerade beim Klagen sind. Wir als Familie hatten mal Zeit und waren im Serengeti Park. Da wurde in unseren Partyraum eingebrochen. Die Reinigungskraft entdeckte den Einbruch. Wir schickten meine Mutter hin, riefen die Polizei an und unterbrachen den Ausflug. Die Polizei kam, und laut ihrer Aussage durfte in dem Raum nichts verändert werden. Wir wiesen die Polizei aber darauf hin, dass ein Bodeneinlaß geöffnet ist, also Vorsicht. Nun kam ein Herr von der Spurensicherung. Die Kommunikation der Polizei mit dem Spurenfachmann flutschte nicht so gut, und der Spurensucher stürzte ins Loch. Er wurde, weil das Bein lädiert war, mit dem Krankenwagen evakuiert. Infolge seiner gesundheitlichen Einschränkungen verklagte er unsere nunmehr GmbH auf Schmerzensgeld von 1500 Euro zuzüglich 5 % wegen Verletzung der Verkehrssicherungspflicht. Da ja am Tatort nichts verändert werden durfte und auf den Umstand hingewiesen wurde, entschied das Gericht zu unseren Gunsten. Es wurde auch darauf verwiesen, dass bei einem Tatort immer mit Unwegsamkeit gerechnet werden sollte, denn die Täter sichern selten den Tatort und räumen ihn auf. Auch seine Berufung wurde abgewiesen.
Ich hatte einen Partyraum erwähnt. Der Partyservice wurde ja in eine GmbH umgewandelt (zuvor noch eingetragener Kaufmann usw.). Da wir in recht teuren Räumen produzieren, war ich ständig auf der Suche nach neuen Produktionsstätten. Nach 2 Jahren Suche fand ich etwas außerhalb einer ehemaligen Gaststätte (ursprünglich Dorfkonsum) mit Bowlingbahn. Sie sollte zwangsversteigert werden. Von außen betrachtet war sie ganz okay, von innen konnte ich nur ein Exposee ordern. Wir haben uns dann mit Sicherungsleistung angemeldet. Ich ging nun mit meiner Frau zur Versteigerung. Außer uns gab es noch jemanden. Dies war aber nur ein Zuschauer. Ich bot natürlich nur die Mindestsumme und erhielt den Zuschlag. Der ursprüngliche Plan war, den Raum samt Mieter mit 500 Euro monatlicher Miete so zu belassen, dort immer etwas zu investieren und später ein Spielzeugparadies für Kindergeburtstage zu installieren. Nun wurde einiges über die Zahlungsmoral des Mieters und dem Umgang mit besagtem Objekt bekannt. Wir beschlossen, ihm fristlos zu kündigen. Er überlies das Objekt nicht kampflos. Meine Frau ließ nach heftigen Gefechten neue Schlösser einbauen und er verließ den Ort.
Nun wollte meine Frau dort einen Partyraum errichten. Ich war einverstanden. Das Dach wurde neu gedeckt, die Außenanlagen hergerichtet, die Inneneinrichtung erneuert. Nun betreibt sie einen Partyraum, dessen Potenzial leider noch nicht ausgeschöpft ist. Jedes Wochenende ist er mit Festlichkeiten ausgebucht, in der Woche leider nicht. Es kann ja noch aufwärts gehen. Wir investieren jetzt in Richtung Kindergeburtstag (mit Eisenbahn etc.).
„Was gabs denn noch so in der Firma?“
Wir wurden gern anonym angezeigt. Einmal beim Finanzamt, weil der Fahrer das Geld vom Kunden in die Hosentasche gesteckt hatte. Wir konnten aber diese Summe als Kasseneingang nachweisen. Sie durchforsten dabei aber auch alles andere (Preisliste, Einkauf, Kosten, Quittungen, Kassenbons usw. .),hatten aber nichts gefunden. Ein anderes Mal waren es angebliche Unregelmäßigkeiten (hatte zu wenig verdient). Auch dies konnten wir klären. Kassieren wollten sie aber trotzdem Es wurde ein Gesetz erlassen, was noch niemand kannte, noch nicht einmal der Steuerberater. Es ging um die Mehrwertsteuer. Keine ermäßigte MwSt., wenn das Geschirr vom Kunden wieder abgeholt wird. Man sagte mir, ich hätte mich informieren müssen. Dieses Gesetz war 6 Wochen alt und ich war noch an meinen geschriebenen Angeboten gebunden. Der Beamte suchte nun
beharrlich alle infrage kommenden Aufträge raus u. versteuerte nach.
Ja so ist das.
Ich muss das Wissen eines Finanzbeamten und eines Lebensmittelkontrolleurs haben, Buchführung beherrschen, meinen Beruf ausüben und das bei voller Haftung.
Als wir einmal vom Finanzamt, wieder etwas abholen sollten und ich dann die Summe der Entsorgungskosten nannte, waren sie entrüstet. Es kamen ja noch 12% Mehrwertsteuer hinzu. Sie brachten es dann selbst zurück.
Als meine Frau für ein halbes Jahr die Firma übernahm, kam noch eine Prüfung (damals noch keine GmbH). Das machte das Finanzamt stutzig, und es rückte an. Es wurde wieder über Wochen geprüft, sogar Kunden angerufen um Lieferungen mit den Unterlagen zu vergleichen (welch „gute“ Werbung). Gebracht hat es dem Amt nichts.
„Warum hat denn ihre Frau die Firma übernommen?“
„Sie wollte eigentlich nicht“.
Das Problem war, ich hatte als Selbstständiger keine Renten- und Krankenversicherungspflicht. Man empfahl mir ausdrücklich, die gesetzliche Rentenversicherung zu verlassen und privat vorzusorgen. Ich nahm dann Lebens- und später private Rentenversicherungsverträge. Auch meine Krankenversicherung wurde zu teuer. Also nahm ich eine Private. Diese nahm dann meine Wirbelsäulenprobleme zum Anlass einen Extrabeitrag von 120,00Mark monatlich zu erheben. Gemeinsam mit meiner Orthopädin versuchte ich die gesundheitlichen Defizite zu minimieren. (diverse Übungen). Nach eintreten einer gewissen Verbesserung, suchte ich mir eine neue Versicherung. Das ganze bei einem engagierten Vertreter, welcher vielleicht gerade ein Haus baute. Zumindest war ich erst mal ohne Sonderbeitrag aber nicht unbedingt preiswerter (650, Mark). Als nach zwei Jahren jener Vertreter in Ungnade fiel, bekam ich einen Schnäppchenvertrag von 263 Euro im Monat,
Da man im Alter von fast 52 Jahren nicht mehr von der privaten Kasse in die gesetzliche wechseln kann, ließ ich mir die Beiträge für später errechnen. Man kam auf monatlich 600 Euro Krankenversicherungsbeiträge. Nun errechnete ich mir meine ungefähren Rentenansprüche. Ich kam auf 1100 – 1200 Euro im Monat Brutto. Das reicht natürlich nicht. Also wie aus der Versicherung rauskommen?
Für Beamte und Angestellte ist das kein Problem (halbes Jahr Bezüge senken und fertig). Als Selbstständiger hast du da keine Möglichkeit zu wechseln. Was also tun!
Auf dem Sachsen -Anhalt Tag steuerte ich eine Krankenkasse an und schilderte mein Problem. Der Vertreter sagte, dass ein Wechsel nicht geht, aber vielleicht kann ich etwas deichseln. Nun war das in einer anderen Stadt, aber ich wusste schon einmal, man konnte etwas deichseln. Ich kontaktierte dann in meiner Heimatstadt alle gesetzlichen Kassen. Es war nichts zu machen. Ich dachte, ich Versuchs mal bei der AOK, vielleicht haben die bei ihrer Größe nicht so eine Übersicht. Ich meldete mich als neues Mitglied online an und hoffte, Unterlagen zu bekommen. Stattdessen kam ein Anruf, und ich bekam einen Termin zum Gespräch. (Ich hatte meine damalige Versicherung aber nicht angegeben). Ich tat so, als hätte ich keine Versicherung (nutzte aber nichts). Wir landeten wieder bei der Selbstständigen, und es gab keinen Wechsel. Sie wollte wissen, weshalb ich das alles mache. Als ich ihr den Sachverhalt erklärte, wollte sie sich mal nach dem deichseln erkundigen. Nach vier Wochen rief sie mich an und gab mir eine Telefonnummer eines Mitarbeiters, der mir helfen könnte. Ich rief ihn an, und er sagte, dass es bestimmte Gesetze gibt, die man an mancher Stelle anders auslegen kann. Er sagte: „Wir bieten ihnen die Möglichkeit, durch uns versichert zu werden. Ich sollte die Firma aufgeben und für ein halbes Jahr in einer anderen Firma Versicherungspflichtig stätig sein. Nach einem halben Jahr könnte ich meine Selbstständigkeit wieder aufnehmen. Sie würden mich dann freiwillig versichern. Ich hatte einen Job gefunden und Zeit, um meine Firma zu erhalten, hatte ich auch. Ich fand nur keinen, der meine Firma bei voller Haftung für ein halbes Jahr übernehmen würde (weder Frau, Mutter, Bekannte Mitarbeiter usw.). Da fasste sich mein Schwiegervater (Rentner) ein Herz und sagte: „Ich mache es, habe ich wenigstens einmal im Leben was vernünftiges getan“. Kaum bekannt gegeben, schoss meine Schwiegermutter aus allen Rohren. Sie sah ihr „Harz 4“ gefährdet. Auch meine Frau war dagegen. Um diesen Deal zu beenden, machte sie es dann selbst.
Dann kam die ganze Bürokratie (alles abmelden und anmelden und wieder alles anmelden und abmelden)
Nun weiter im Text.
Den Lebensmittelladen hatte ich dann (Datum weiß ich nicht mehr) zugunsten des Partyservice aufgegeben. Zum einen sank der Umsatz, da ja sonnabends jetzt auch alle Läden nach 14 Uhr aufhatten, und es gab außer den großen Supermärkten auch die Sonntagsshops und die Sonntagsöffnungen der Bäckereien. Was nicht sank, war die Diebstahlsquote.
Es waren erst alle dagegen, aber letztendlich war es eine gute Entscheidung. Viel Gewinn hatte er nicht abgeworfen (habe ich vorher durchgerechnet), und man hatte jetzt mehr Zeit für den Partyservice.
Bevor wir den Laden verlassen noch ein paar Geschichten.
Nehmen wir mal eine schlechte.
Ein Kunde kommt mit leeren Flaschen und hält seinen Beutel auf. Ich entnehme die Flaschen. Eine hat keinen Hals mehr, und beim reinfassen in den Beutel schneide ich mir zwei Finger auf. Ich also nach hinten, Hände reinigen und Pflaster holen. Da brüllt der Kunde schon, was das soll. Er wartet hier, ob ich mir so einen Service leisten kann. Ich sagte, dass ich mich kurz verarzten musste, da ich mich ja an seiner Flasche geschnitten hatte. Er sagte: „Was geht mich das an, der Kunde ist König hättest besser aufpassen müssen“.
Noch eine Episode:
Kommt ein Kunde mit bösem Blick in den Laden. Er steckt seine Hand in den Beutel und sagt:“Habe hier eine Waffe, mach die Kasse auf!“. Ich bin zu ihm und wollte in seinen Beutel gucken. Ich sagte:“ Zeigen sie mal, ich habe noch nie ein Original gesehen“. Er sagte: “Arschloch“ und verließ hastig den Laden.
Da fällt mir gerade ein ehemaliger Mitarbeiter ein. Er war nach seiner Ansicht ein schöner Mann mit einem hohen IQ, (wurde beim Idiotentest getestet). Er wollte nur mit Aufstockung eingestellt werden, war recht langsam und faul. Dies stufte er als schlau ein. Er erzählte immer, wie er zu DDR-Zeiten als Zerspanungsfacharbeiter (über 1000DM Brutto) sich vor der Arbeit drückte oder Ausschuss verschleierte. Im Schlaf Geld zu verdienen, ist wörtlich zu nehmen. Er sollte einmal Brechbohnen und frische Gurken kaufen. Er kam mit teuren Prinzessbohnen und verfaulten Gurken zurück. Auf die Frage, was ich mit den verfaulten Gurken anfangen soll sagte er: „Sie hatten keine anderen, da hätte ich gar keine mitbringen können, aber sie wollten doch welche“. Ich dann: „Aber die muss ich wegschmeißen, da wäre es billiger, sie hätten keine mitgebracht“. Seine Antwort darauf ist nicht erwähnenswert.
Noch ne Geschichte!
Wir hatten immer so einen Trinkerstammclub. Sie nahmen immer die Mülltonne als Tisch. Aus Spaß sagte ich, sie sollten doch mal einen anständigen Anzug anziehen, sieht bestimmt interessant aus. Und siehe da, am nächsten Tag standen alle mit Anzug, Krawatte oder Fliege an der Mülltonne.
So was ähnliches habe ich auch mal mit einer jungen Frau gemacht. Sie war sehr hübsch, rannte aber rum wie eine Zigeunerin. Ich sagte ihr das, und zwei Tage später kam sie als Lady zum Einkauf.
Einmal kam eine junge Frau mit einem tiefen Dekolleté. Ich schaute offensichtlich hinein. Sie ganz empört: "Was soll das!“ ich dann: „Sie haben dort ein Tattoo, und ich wollte sehen, was es ist“. Sie dann: “Ach so!“ Sie zog Bluse sowie BH aus und erklärte ihr Tattoo. Apropos ausziehen! Da gab es Männer, meist ältere, die ihre OP-Narben zeigen wollten. Am peinlichsten wars einem, der seinen Leistenbruch zeigte. Es kamen Kunden, und er war ohne Hose. Es gab auch Kunden, die ihr Geld aus dem Geheimversteck holten und es auch sagten. Einmal brauchte ein Kunde für seinen Weinbrand eine Tüte. Ich hatte recht stabile Hemdchen Beutel. Er war von der Stabilität nicht überzeugt. Ich steckte daher die Flasche in den Beutel und schleuderte ihn kurz durch die Luft. Leider kam es zu einer Materialermüdung, und die Flasche verließ durch ein Loch den Beutel. Sie flog wie ein Geschoß an die Wand, schöne Bescherung. Mein Bruder fuhr übrigens auch ab und zu für mich Buffets aus. Das machte er bis zu dem Tag, wo ihm Soße in sein Auto kippte. Er stellte dann das Auto auf den Parkplatz und putzte, Er machte auch keine Anstalten mehr, das Essen auszuliefern. Stattdessen wurde das Ganze zum Versicherungsfall. Die Versicherung meldete sich auch. Sie verwies darauf hin, dass sie Menschen beschäftigt hat und diese auch so behandelt werden möchten. Mein Bruder hatte selbst die Versicherung angerufen und ist dabei sicher ausgeflippt. Noch eine Ladengeschichte! Es war früh am Morgen, und die Brötchen waren noch nicht geliefert. Die Sonne war noch nicht aufgegangen, und ich richtete den Laden ein. Da ging die Tür auf, und es trat ein, der Mann fürs grobe aus der Baubranche (groß, kräftig, Glatze, besser als ein Hells Angels). Er schaute grimmig und befahl im barschen Ton: „Ich bekomme 5 Brötchen!“ Ich dann: „Sie sind noch nicht da, kommen aber bestimmt gleich“. Er: „Du hast mich nicht verstanden, ich bekomme 5 Brötchen!“ „Aber sie sind noch nicht da!“ Er: "Wenn ich sage, ich bekomme 5 Brötchen, dann bekomme ich sie auch, egal wie du das machst!“ „Aber ich habe doch keine!“ „Halt die Schnauze 5 Brötchen oder! Dann begann er schelmisch zu grinsen und machte die Tür auf. Der Bäcker kam rein und er sagte:“ Na sag ich doch, ich bekomme 5 Brötchen!“ Er hatte seine Leute im Griff war aber ein netter Mensch. Er hat auch seinem Vater aus der Alkoholkrise geholfen. Es gab auch mal einen Afrikaner als Kunden, ein ganz netter Mensch. Er kaufte immer Saft und Selter. Dann hat seine Freundin ihn verlassen. Als stolzer Mann verkraftete er das nicht. Er nahm Drogen, bekam großspurige Projekte und stürzte dann ab. Er hat überall genommen, was er wollte, pöbelte alle an und stieß die Leute weg (auch Security). Er wurde dann weggesperrt (beim 2. Mal endgültig). Weil wir grad bei dunkler Haut sind, fällt mir unser Marokkaner ein. Er fühlte sich immer unterbezahlt. Ich habe ihm dann ein Beispiel kreiert. Er sollte Fleischspieße machen. Ich sagte ihm: "Du bekommst nicht die Stunden bezahlt, sondern den Gewinn ohne die anfallenden Lohnkosten“. Er hat dann für die 120 Spieße mit diversen Raucherpausen mehr als 3 h gebraucht. Dann sollte er mir sagen, wieviel er für einen fertig gegrillten Spieß bezahlen würde. Er meinte 1,20 €. Nun habe ich die Mehrwertsteuer, die Materialkosten abgezogen. Übrig blieben dann 60,- Euro. Davon zahlen wir dann die Grillmiete, das Gas den Teller usw. . sowie den Grillmeister. Die Firma hat dann nichts verdient und den Rest kannst du mitnehmen. Er war dann sauer, ging und ward nie wieder gesehen. Ich hatte auch einen Kunden mit einer sehr schönen dunklen man sagt sonoren Stimme. Ich empfahl ihm, doch zum Rundfunk zu gehen. Das fand er nicht so erbauend. Später, als ich mit dem Bus nach Hause fuhr, wollte ich an der Endhaltestelle raus, um meinen knappen Straßenbahn-Anschluss zu bekommen. Ich war der einzige Fahrgast, und die Tür ließ sich nicht öffnen. Ich rief mehrmals, dass ich den Bus nicht verlassen kann. Es kam keine Reaktion. Nachdem ich auf den Busfahrer zuging kam plötzlich: „Hast wohl ein Problem, ich kanns nicht lösen, soll doch zum Rundfunk“. Er machte dann aber auf und sagte: "Anschluss kriegst du, sie hat Verspätung, und zur Not hätte ich dich auch rumgefahren": Rache ist süß. Ja, MVB- Magdeburger Verkehrsbetriebe- war auch ein bunter Haufen. Als Stammfahrgast hat man gern auch auf mich gewartet. Schön war auch die Fahrt mit der letzten Bahn. Eine Haltestelle nach dem Sammelpunkt ging der Fahrer zu den Fahrgästen und fragte, wohin sie wollten. Er hielt dann auch dort an, egal ob eine Haltestelle war. Er rief dann „frei“ und man hüpfte schnell raus. Wir überholten dann auch immer die Autos. Nur in den Kurven bekam man Bammel. Was hat man noch so erlebt. Ein Ikarus Busfahrer macht alle Türen auf und fährt los, oder die Straßenbahn verfährt sich, oder den Fahrer an der Endhaltestelle wecken, damit es endlich los geht. Einmal war die Bahn rammelvoll, der Fahrer steigt aus und stellt die Weiche , jetzt wollte man ihn nicht mehr reinlassen „siehst doch, kein Platz mehr“ „Aber ich bin doch der Fahrer“. Das hatte ich im Laden auch mal. Vor dem Laden stand eine lange Schlange., und ich nach vorn. ,„Ey stell dich hinten an!“ Ich hatte aber den Schlüssel. Zurück zur Bahn. Es war Stromausfall, und die Bahn stand in der Kurve. Keiner kam weiter. 40 Mann oder ich weiß nicht wie viele, schoben sie aus der Kurve raus. Ein anderes Mal passierte es mitten auf einer Kreuzung. Der den Verkehr regelnde Polizist war sehr hilflos und verzweifelt, oder eine Bahn war defekt. Hinter ihr sammelten sich einige Bahnen. Die Bahn war wieder fahrbereit, und alle anderen Bahnen fuhren gleichzeitig an. Es hat nur noch gesurrt, und die Stromversorgung war hinüber. Einmal fuhr die Bahn an einer Baustelle und Haltestelle vorbei und wurde langsamer und langsamer. Die Fahrertür ging auf, und es kam die Frage, „Weiß hier jemand, wo die Haltestelle ist?“ Es gab auch Fahrer, die an einer Haltestelle erst mal eine Zeitung kauften. Schön war es mit der ersten Bahn im Winter, wenn es geschneit hatte. An jeder Gabelung stieg der Fahrer mit einem Besen aus und schaute, wie die Weiche gestellt war. Es wurde auch mal eine Baustelle eingerichtet, bei der die Baken so dicht am Gleis standen, dass die Bahn nicht durchkam. Der Fahrer stieg aus und verschob auf einer beträchtlichen Länge alle Baken. Apropos Baustelle: Scherzbolde hatten beim Nachtbus mit einer Baustellenabsperrung die ganze Straße zugemauert. Noch eineBaustelle! Meine letzte Bahn fuhr später, weil die Russen mit ihren Fahrzeugen (auch Panzer) ausrücken mussten und über den Boleslaw-Bierut-Platz (bulgarischer Widerstandskämpfer) ratterten. Die Gleissanierungsfirma wusste von unserer Verzögerung nichts. Der Verkehr sollte ja um diese Zeit schon durch sein, und so entfernten sie schon mal ein Gleis. Dann kamen wir. Die entrüstete Frage der Bauschaffenden: “Was soll das!“ Also, das Gleis schnell wieder lose reingelegt und im Schritttempo drüber. In der Herrenkrugstraße hat uns auch einmal eine Straßenbahn links überholt, leider fuhr sie nicht mehr auf den Gleisen.
Von Zusammenstößen (ich kenne drei), diversen Entgleisungen oder einem abgefahrenen Bein (jemand war zwischen die Wagen gestiegen) wollen wir ja gar nicht mehr berichten. An einem Unfall knabbert meine Tante heute noch. Ein Mopedfahrer fuhr neben der Bahn und verlor das Gleichgewicht. Dabei wurde dem Sozius der Kopf abgerissen und rollte über die Straße, soweit ihr Bericht.
Apropos Moped! Nach einem Stau gings weiter, der Mopedfahrer gab zu viel Gas und rammte ein vor ihm stehendes Auto. Der Sozia flog über den Fahrer durch die Heckscheibe auf den Rücksitz des Autos.
Auf der Landstraße gabs mal einen Unfall zwischen einem LKW und einem Trabi. Der Trabi war nur noch zur Hälfte da, und der Rettungshubschrauber musste leer zurückfliegen.
„Hatte ich auch Unfälle außer denen mit dem Fahrrad?
Einmal habe ich meine Bahn kommen sehen und wollte, um sie zu erreichen, die Gleise überqueren. Von der anderen Seite kam aber auch eine Bahn (Notbremsung, lautes klingeln). Ich bin im Reflex nach hinten gesprungen „Was meinen sie, wie groß mir die Bahn erschien“. Ich hatte dann weiche Knie und eine dreckige Hose vom Poller.
Ein anderes Mal wollte ich auch eine Bahn bekommen. Diese im Blick rannte ich über die Straße. Da war plötzlich ein Auto. Ich hechtete mich auf die Motorhaube, rutschte runter und rannte weiter, war wohl eine Schockreaktion.
Mit dem Fahrrad hatte ich jeweils hinter einer Kurve Frontalzusammenstöße mit entgegenkommenden Fahrrädern. Einmal wars mit einer Frau. Ich hätte sie fast küssen können. Ein anderes Mal wars mit einem Pizzafahrer, der danach die Pizzen neu sortieren musste. Ich war aber beide Male auf der richtigen Spur.
Als ich mit meinem Lastenfahrrad unterwegs war, überholte mich ein am Smartphon gefesselter Fahrer. Er touchierte mich dabei. Wir kamen beide zu Fall. Ich musste meine Ware wieder einladen, und er war verletzt und hatte ein kaputtes Smartphon.
Bin auch mal im Winter mit Ware auf glatter Straße zu Fall geraten. Eigentlich kam es öfter vor, aber hier war die Straße, bis ich meine Ware wieder aufgesucht hatte, für 10 Minuten gesperrt. Es hat ja auch keiner dabei geholfen aber wenigstens hat auch keiner gehupt.
Einmal war ich mit dem Fahrrad und meinem Sohn in der Rikscha auf abschüssiger Strecke unterwegs. Die Kette flog vom Kranz, und da ja der Rücktritt außer Betrieb war, betätigte ich die Vorderbremse. Das hatte sie nicht verkraftet und der Bauten Zug riss. Ich lenkte dann mit bremsenden Füßen das Gefährt zwischen parkenden Autos in eine Hecke.
Ich habe auch einmal auf abschüssiger Strecke die Rikscha samt Kindern verloren. Sie nahm dann einen anderen Weg als das Fahrrad, Es war aber nichts passiert.
Mit der Rikscha war ich auch unterwegs, als mich ein Auto anfuhr. Ich brachte die Kinder zur Schule und sah ein Auto von rechts kommen. Weil das Auto noch sehr schnell war, fuhr es einen kleinen Bogen. Das Nächste, was ich dann wusste: Ich lag an der Erde, mein Kopf war an der Fahrertür, und meine Hände bluteten. Es stiegen zwei nervöse Frauen aus und meinten: „Wir haben sie nicht gesehen. Ist ihnen was passiert?“ Ich sagte nur:“ glaube nicht, kann noch alles bewegen“ und fuhr dann weiter. In der Schule wurde ich dann verbunden. Den Kindern war zum Glück nichts passiert.
Dann gabs noch einen typischen Fahrradschreckunfall, deshalb bei parkenden Autos mit Insassen am besten immer Abstand halten. Die Fahrertür ging kurz vor mir auf. Ich sammelte mich und schob das nun defekte Fahrrad zur Seite. In der Zeit sah der Fahrer, dass seine Tür Schaden genommen hatte. Er schrie, dass ich dafür aufzukommen habe und er die Polizei holt. Ich habe nur gesagt: „Ich kann wegen Körperverletzung auch die Polizei holen“. Er schrie weiter, und ich bin dann gegangen.
Da fällt mir noch ein Unfall aus meiner Kindheit ein. Ich wurde ja immer getritzt und geärgert. Ein Junge sprang mir mit gespreizten Armen vor mein Fahrrad. Das heißt ja so gut wie stopp. Ich habe ihn logischerweise ungebremst überfahren. Auf meine Nachfrage versicherte er mir, dass ihm nichts passiert sei. Seine Jacke war aber verschmiert und zerrissen. Ich habe dann tagelang auf die Polizei gewartet. Es kam aber keine. Vielleicht hatte ja sein Freund den Eltern berichtet, wie es ablief.
Nun zu meinen Krankheiten.
Als Kind hatte ich alle Kinderkrankheiten (Scharlach, Röteln, Mumps, Windpocken eventuell auch Masern, man war sich aber nicht sicher). Zweimal hatte ich Pseudokrupp (einmal als Säugling, einmal später) Man glaubt, dass man erstickt.
Als Kind hatte ich zwei Kieferoperationen. Ich wusste gar nichts davon. Mich wunderte nur, dass dieses Mal meine Mutter mitkam und ein Buch dabeihatte.
Ich hatte als Kind drei Schneidemilchzähne. Als diese ausfielen, kam aber nur ein neuer Schneidezahn. Der andere lag irgendwo im Kiefer versteckt. Beim ersten Versuch wollte man ihn im Kiefer mit einer Schlinge drehen, klappte aber nicht. Bei der zweiten Operation wurde nochmal gedreht und dann konnte er rauswachsen. Das alles wurde nur mit örtlicher Betäubung gemacht.
Als Erwachsener kam dann noch eine Kieferoperation. Ich war zur Grundsanierung beim Zahnarzt. Alle Amalganfüllungen mussten raus. Es kamen Inleys, Kronen und Brücken rein. Dabei wurde der schräg liegende Weisheitszahn entdeckt. Ich traute der Zahnärztin den Eingriff nicht zu und ging deshalb in die Uniklinik. Dort war es rammelvoll. Ich trug mein Anliegen vor und fragte, ob das ein erfahrener Arzt kurz erledigen könnte. Ich landete beim Herrn Professor. Zwei Tage nach dem Vorgespräch ging es los. Die OP dauerte über eine Stunde, und es wurde immer nachbetäubt. Am Ende entschuldigte sich das Team, dass sie so schlimm aussahen. Der Blutverlust hielt sich aber in Grenzen. Man wollte mich danach auf Station behalten. Der Professor meinte liebevoll „bei den „Monstern“. Es war ja die Kiefer- und Gesichtschirurgie, und die meisten hatten irgendwelche Gestelle am Kopf. Ich wollte aber nicht auf Station, und da ich nicht abgeholt wurde, kam ich eine Stunde unter Verschluss. Danach musste ich vortanzen, und erst dann durfte ich gehen. Meine Aufgabe war es jetzt, drei Wochen lang jeden Morgen um 6.45 Uhr in der Klinik aufzuschlagen. Am ersten Tag wies der Professor, falls er mal nicht da ist, die Oberärztin in meine Problematik ein. Dabei nannte er mich immer Doktor Pohl. Ich sagte ihm, dass ich kein Dr. bin. Er meinte in barschem Ton „Wenn ich sage, du bist Doktor, dann bist du Doktor (er duzte mich immer). Ich wurde nun von allen, die mir begegneten, mit guten Morgen Herr Dr. Pohl begrüßt. Ich hörte auch eine Patientin fragen, wann sie denn dran sei. Die Antwort war: „Wir warten nur noch auf Herrn Dr. Pohl, dann gehts los“. Dann kam ich mit Einkaufsbeutel, alter Jacke und zerschlissener Hose, halt Dr. Pohl. Ich fragte an der Info, ob man den Titel einfach weglassen könnte. Man sagte mir, dass es nicht geht. Es ist hier üblich, mit dem Titel angesprochen zu werden.
Nach den drei Wochen war alles in Ordnung.
Ich war froh, dass meine Zahnärztin die OP nicht durchgeführt hatte. Meine Inlays fielen bei ihr gleich am ersten Tag wieder raus. Zum Schluss wars nur eine einfache Füllung. Jedes Mal gabs dafür eine neue Rechnung. Eine Garantie gabs nicht.
Arztrechnungen sind auch etwas Schönes. Die Terminvergabe bezahlst du schon als telefonische Beratung. Bis ich das Geld für eine Spritze erarbeitet hatte, musste ich eine Dreiviertelstunde arbeiten (noch privatversichert).
Später hatte ich einen Leistenbruch und wurde operiert.
Ich konnte auch eine Zeitlang nicht schlafen. Ich hatte starke Atemnot und Husten. Die Lungenärztin hatte die erlösende Idee. Es ging ja nicht weg, sie meinte, dass es Sodbrennen sein könnte. Der HNO-Arzt konnte es dann bestätigen. Die Magenspiegelung, welche bei Bewusstsein furchtbar ist !!!! , brachte dann alles ans Licht.
Kommen wir zu den Ohren. Im linken Ohr hatte ich ständig Schmerzen. Schmerzmittel, Notdienst, HNO-Arzt, Medikamente und Laboranalysen brachten nichts. Die HNO-Ärztin gab auf und bereitete mich auf einen Hörverlust vor. Nach einem halben Jahr war ich so wütend, dass mir völlig Wurst war, woher und wovon der Schmerz kam. Er war ja ständig da. Also kippte ich abends immer mal etwas anderes ins Ohr und setzte einen Stöpsel davor. Es waren Augentropfen, Fit, Desinfektionsmittel, Zitronensaft, ich glaub das wars. Das Ohr tat weh wie immer, es floss dann Eiter raus und später Blut. Ich gab der HNO-Praxis immer mal Bericht. Mein letzter Bericht lautete „Der Schmerz ist weg!“ Ich wurde einbestellt und siehe, das Ohr war nach meiner „Chemotherapie“ geheilt. Ich muss nur noch jährlich zum Aussaugen.
Kommen wir zum Fuß.
Ich joggte ab und zu abends. Nach solch einer Tour schwoll mein Fuß plötzlich an und trat beim Auftreten weh. Ich war aber weder gestolpert noch umgeknickt. Frau Doktor meinte, dass es Gicht wäre. Ich kannte aber das Phänomen schon und sagte: „Nein“: Ich bekam etwas entzündungshemmendes und rannte damit weiter rum. Nach Weihnachten hatte sich noch nichts geändert. Ärztin wieder aufgesucht Bluttest war ohne Befund, also keine Entzündung, deshalb Gicht. Hier ging es also nicht weiter. Ich ging zur Orthopädin und sagte, dass ich gern den Fuß röntgen lassen möchte. Es kam zur Antwort: „Nein, brauchen wir nicht, das ist Gicht“. Ich sagte: „Ich gehe nicht, bevor der Fuß geröntgt wird“. Es wurde dann widerwillig geröntgt. Wenig später kamen zwei grinsende Gesichter und riefen mich ins Sprechzimmer. „Ja, sie hatten wohl recht, er ist gebrochen aber sehr gut wieder zusammengewachsen.
„Wir würden jetzt……….“ Ich dann:“ Wozu soll ich jetzt Gehgips und all das Zeug über mich ergehen lassen, wenn der Fuß doch schon gut verwachsen ist und ich schon zweieinhalb Monate so herumlaufe!“ Zur Antwort kam: „In gewisser Weise haben sie ja recht, es tut halt noch ein halbes Jahr weh“. Ich dann: „Gut, das kenne ich ja schon“. „Wir machen dann nichts!“
So etwas ähnliches hatte ich mit den Kniekehlen. In diesen hatte ich, nennen wir es, je eine Murmel. Ich bekam öfter in den Unterschenkeln ein Taubheitsgefühl, und beim Sitzen drückte es ein bisschen. Ich ging zum Arzt und bekam Ultraschall. Der Arzt sagte: „Ja, sie haben Zysten, diese müssen operiert werden“. Ich ging zum Orthopäden. Er sagte: „Ja, das muss operiert werden aber nicht ambulant, sondern stationär jeweils in zwei Etappen, erst ein Knie, dann das andere“. „Es ist recht kompliziert, da dort viele Blutgefäße und Nervenbahnen sitzen“. Das war für mich als Selbstständiger natürlich blöd. Ich ließ mir alles erklären. Es war nun so, dass durch einen Spalt Gelenkflüssigkeit in die Zyste lief und diese die Nerven und Blutgefäße eindrückte. Ich fragte dann, ob durch die Operation der Spalt geschlossen wird und nie wieder aufgeht. Dies wurde verneint, da hat man keinen Einfluss drauf. Ich meinte:“ Wieso dann operieren, wenn es ständig wieder auftreten kann. Könnte man die Flüssigkeit nicht mittels Spritze absaugen? „Da kam die Antwort:“ Ja, das geht natürlich auch“. Es wurde dann auch so gemacht. Zusätzlich gab es eine Bandage.
Weil wir gerade beim Knie sind.
Mein Fahrrad wurde mal wieder entwendet, und ich war zu Fuß unterwegs. Plötzlich machte es knack, und ich bekam mein linkes Bein nicht mehr gerade und hatte Schmerzen. Ich wusste, dass es in der Nähe einen Orthopäden gab. Ich also auf einem Bein hüpfend an der Hauswand und an den Bänken entlang hangelnd zum Orthopäden. Zu klingeln, wenn schon geschlossen ist, hatte keinen Sinn. Ich klopfte also ans Fenster. Die Tür ging auf, und es kam: „Was ist denn?“ Als ich auf die Schwester zu hüpfte musste sie lächeln und sagte: „Sie haben Glück, der Doktor ist noch da“. Das Knie wurde schnell eingerenkt, und der Schmerz war weg. Ich fragte wie sowas passieren kann. Er sagte, dass ich öfter Fahrrad fahren soll. Ich sagte:“Hab ich jeden Tag gemacht nur, jetzt habe ich keins“. Er wieder: „Na da haben wir es doch!“
Ich: „Wieso?“. „Na, der Muskel ist jetzt erschlafft, somit ist das Kniegelenk locker. Sie müssen öfter mal das Bein durchdrücken und anspannen, damit der Muskel bei Laune bleibt“. Ja, so sind die Muskeln!
Ich musste auch oft zum Einrenken. Da gings auch um Muskeln. Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich immer bestimmte Übungen für den Rücken machen muss. Weil ich dafür keine Zeit hatte, habe ich sie früh immer schnell runtergerattert. Der Arzt meinte, dass er mich nicht ständig einrenken könnte (leiert sonst aus). Ich müsste das besser in Griff bekommen und die Übungen ernster nehmen.
Ich wurde auch schon mit Strom behandelt. Meine Arme und Hände schliefen ständig ein. Ich konnte dann nachts zwar zur Toilette gehen aber den Deckel nicht öffnen.
Erst mal genug davon, bin ja keine achtzig. Ich vertrage bloß keinen Tee, habe einen Reizdarm (Darmspiegelung), habe Laktoseintoleranz und werde von Kaffee betrunken.
„Wie war eigentlich ihr Verhältnis zu Frauen?“
Ich fühle mich zu Frauen hingezogen. Zwar nicht zu allen, aber es ist bei mir nicht ihr Aussehen, sondern die Ausstrahlung die zählt.
Jetzt fällt mir noch eine Kundin ein. Sie hatte auch Ausstrahlung, aber sie zog mich nicht an. Sie war mittelgroß, Kettenraucher, mit Brandflecken übersäht, kam immer nur mit Schlüpfer und Nylonkittel ins Geschäft, Ihr Busen hing bis zum Bauchnabel.
So rannte sie auch im Winter bei minus 10 Grad rum. Sie saß oft schon früh auf der Ladentreppe oder stand im Hausflur, weil sie Kippen brauchte. Meine Frau und ich haben bei ihr zu Hause auch öfter Gesellschaftsspiele gespielt. Es hat Spaß gemacht. Sie war ja auch eine ganz Liebe. Ich empfahl ihr mal ne kleine Fotomappe zu machen und an eine Castingagentur zu schicken. Besondere Typen wurden ja oft gesucht. Sie fühlte sich aber verarscht.
„Nun wieder zu ihrer Frage“:
Die Aufklärung in der Schule war gleich null (Lehrerin war krank). Zu Hause war zwar niemand krank aber Aufklärung Sero. Die Einzige, die mal in dieser Richtung mit mir gesprochen hat, war meine Oma mütterlicherseits. Zum einen wusste sie, wo es die Pärchen im Park immer treiben und zum anderen sagte sie, dass ich mich nicht auf jede Frau einlassen solle. Sie sind jetzt nicht mehr so wie früher und wollen meist nur spielen (sex).
Aufgeklärt habe ich mich in frühen Jahren an Hand von Fachliteratur (Mann und Frau intim, verliebt, verlobt, verheiratet und noch ein anderes Buch). Diese Bücher hatte ich dann anders eingeschlagen und ins Regal gestellt. Meine Geschwister sollten sie ja nicht finden.
Ja, die Frauen und ich
Ich hatte natürlich das Bedürfnis nach körperlicher Nähe. Dies löste sich aber fast von selbst. Es gab ja Frauen, die was an mir fanden. Welche, die nur Sex wollten, ließ ich anfangs gewähren und wenn es brenzlich wurde, empfahl ich mich geschickt. Man könnte sagen, ich bevorzugte ältere Frauen. Stimmt, und im Idealfall verheiratete. Man konnte mit diesen Frauen frei herumalbern, kuscheln und küssen, aber es gab bestimmte Grenzen. Diese Frauen wollten ja treu bleiben. Ihre Männer waren auf Montage, an der Trasse (Druschba-Erdöl) oder nicht so sehr an der Ehe interessiert. Ich spielte auch gern mit ihren Kindern und ging mit ihnen spazieren. Das fanden sie auch gut. Es klingt jetzt arrogant, aber die Damen kamen meist von selbst (oft mit Geschenken oder einer Flasche Sekt). Eine teilte sich mit mir immer eine Flasche Kirschlikör. Einmal leerten wir zwei Flaschen. Dabei kam es zu einer Entgleisung. Ich hatte ihr an den Busen gefasst. Wir tranken dann nicht mehr.
Es wurde manchmal auch lästig. Eine etwas kräftigere Dame besprang mich von hinten und wollte dann noch mehr.
Einmal an Sylvester ging ich im Hausflur die Treppe hoch und eine gutaussehende Frau kam die Treppe runter. Als wir aufeinandertrafen, küsste sie mich unerwartet auf den Mund. Ich war wohl überrascht, und sie sagte nur: „Ist an Sylvester so üblich“ und verschwand. Ebenso am Frauentag. Ich stand abends an der Haltestelle. Es kamen drei junge Damen und fingen an, an mir rumzuspielen. Ich habe dann nicht mehr weiter auf die Bahn gewartet. Andersrum lächelte ich in der Bahn eine junge Frau an, und sie lächelte zurück. Das Ergebnis war, ein junger Mann stand auf und schlug mir in die Fresse. Ich bin dann geflüchtet.
Ich habe auch eine Kontaktanzeige aufgegeben. Es war aber nichts Passendes dabei. Danach hat mir eine Russin auf Deutsch geschrieben. Es war eine schöne Brief-
freundschaft. Sie wollte mich besuchen kommen. Ich hatte ihr noch ein Paket geschickt und hier in Deutschland alle Formalitäten für sie erledigt. Man musste sich ja verpflichten, für alle entstehenden Kosten, falls sie den Weg zurück nicht findet, aufzukommen. Zurück kam dann das Paket, sie aber kam nicht und hat sich auch nie wieder gemeldet.
Als durch meine Selbständigkeit alle Freundschaften zum Erliegen kamen, ging es im Laden auch lustig zu. Wir hatten vor dem Tresen die Fruchtsäfte zu stehen. Da kam dann im heißen Sommer die holde Weiblichkeit ohne BH. Sie beugten sich dann längere Zeit nach vorn um zu entscheiden, ob es Apfel- oder Orangensaft sein sollte.
Beim Bezahlen strich man mir mit einem verführerischen Lächeln über die Hand.
Es wurde auch viel geflirtet und man verließ auch ewig lange nicht den Laden. Es gab auch die sachlichen Frauen. Sie sprachen beim Einkaufen über ihre gescheiterten Beziehungen und wie sie sich den richtigen Mann vorstellten. Das waren dann Sachen, die auf mich zutrafen. Von dieser Sorte gabs auch zwei Mitarbeiterinnen. Ich bin darauf aber nicht eingegangen. Eine Kundin setzte sich auch mal in der Straßenbahn hinter mich und fing an zu erzählen, was wir gemeinsam anstellen könnten. Ich dachte erst, sie erzählt mit jemand anderen. Aber es war niemand da. Ich bin dann ausgestiegen.
Jetzt etwas anderes. Ich habe zwei Mitarbeiterinnen noch gar nicht erwähnt
Mutter + Freundin
Beginnen wir mit Frau Mutter. Sie arbeitete halbtags in einer Apotheke und fuhr nebenbei für mich Buffets aus. Ich hatte dafür einen kleinen weißen Panda gekauft. Diesen benutzte sie zum Ausliefern und auch privat. Unter anderem fuhr sie damit auch die Kinder meines Schwagers zum Kindergarten usw. Dieser Schwager ist auch eine Nummer für sich. Korrekter Mensch, hochintelligent aber praktisch umständlich. In der Schule und beim Studium fiel ihm das Lernen leicht. Versagen kannte er noch nicht. Später einmal eine falsche Berechnung, da wollt er sich am liebsten gleich umbringen (laut meiner Schwester). Er legte auch sein Leben schön zurecht. Rückblickend hatte er immer Zeit für Kinder und Familie. Nur meine Frau und ich würden uns wenig um unsere Kinder bemühen und sie zur Oma auslagern. Es war aber andersherum. Wenn die Kinder da waren, war meinen Frau immer zu Hause, und Oma musste des Öfteren betteln, dass sie Zeit mit den Kindern verbringen konnte. Des weiteren mussten wir unsere Auslieferungstouren optimal mit den Touren der Nichten und Neffen abstimmen. Jeden zweiten Mittwoch habe sogar ich meine Nichte von der Krippe abgeholt und mit ihr bis 20 Uhr die Zeit verbracht, natürlich auch spazieren gegangen. Ich war aber nur einmal in meiner alten Wohngegend, denn die Glückwünsche unterwegs und dann das antworten: „nein, das ist meine Nichte“ gingen mir auf den Senkel.
Zurück zu Königin Mutter
Der Herr Apotheker reduzierte sein Personal. So wuchs die Idee, meine Mutter als Vollzeitkraft einzustellen. Sie war ja sowieso schon im Einsatz und ihre Rente brauchte noch ein wenig Anschub. Natürlich brauchte es fürs Finanzamt etc. immer wieder Nachweise, dass Muttern auch richtig arbeitet und versichert ist. Sie ist dann voll eingestiegen, fuhr Buffets aus und legte ihren Fokus auf Fisch- und Käseplatten sowie Süßspeisen. Auch ergänzte sie unser Sortiment mit einer Käsesuppe.
Unsere Lebensmittelkontrolleurin war auch begeistert. Endlich mal jemand, der Ordnung und Sauberkeit durchsetzt. Was sie nicht wusste. Frau Mutter führte XY ein, so nannte sie es. Nach einem langen Tag machte sie einfach das Licht aus und gereinigt wurde dann einen Tag später.
Natürlich wurden alle Hygieneregeln eingehalten. Dies konnte die Kontrolleurin auch bestätigen. Es war nur manchmal etwas verkramt. Diese Dame war auch eine Professionelle in ihrem Job. Sie hat sich umgekleidet, gründlich kontrolliert, mit einer Leiter auf die Kühlschränke geschaut, knieend unter den Tischen usw. Anschließend mussten dann auch mal veraltete Kühlschränke entsorgt werden oder gerissene Fliesen ausgetauscht werden. Später wechselten dann ständig die Lebensmittelkontrolleure. Es gab eine, die wusch sich vorher nie die Hände und zog sich manchmal nicht mal um.
Ein Kontrolleur muss ja auch was finden (Schneebesen nach Essenresten absuchen, Herd vorziehen und Unterseite prüfen, Mikrowelle innen oben absuchen Besteckkasten kontrollieren usw.). Es gab auch anonyme Anzeigen beim Gesundheitsamt. Zum Beispiel wir hätten keine Toilette (weil ein berauschter Kunde den Busch gewählt hatte), es wäre keine Brötchenzange da oder ich bediente mit Straßenjacke (ich hatte da bei 10 Grad minus gerade das Auto ausgeräumt).
Die Kontrolleure hatten auch unterschiedliche Auffassungen. Einer sagte, die Fliegenfänger müssten weg, beim anderen mussten sie wieder dran oder Radio und Papier hat in der Küche nichts zu suchen, die Hände aber nur mit Papierhandtüchern abtrocknen (woraus sind denn Einwegtücher oder Filtertüten). Pappe durfte auch nicht in die Küche, also Tomaten, Äpfel, Gurken umpacken, aber was ist mit Eierkartons?
Grünkohl darf auch nicht zweimal gekocht werden (sagen sie das mal ihrer Oma!).
Es gab auch zwei große Kontrollen wegen angeblich schlechtem Essen. Es kamen dann 3 Kontrolleure machten Fotos von unter den Tischen, in den Schränken über den Kühlschränken und überall. Sie nahmen überall Proben (vom Aufschnitt die erste Scheibe, die nicht mal der Kunde bekommt, vom Geschirr, vom Waschbecken von Blechen, von Maschinen von Kühlschränken usw.). Sie wurden alle mit Laborabstrichen geprüft. Es wurde aber nichts gefunden. Es stellte sich in der Notaufnahme der Klinik dann aber ein Norovirus heraus aber zuerst einmal unser Essen verdächtigen.
Bei der zweiten Kontrolle wurde bei uns auch nichts gefunden, aber die selbstgebackene Hochzeitstorte der Gäste hatte Salmonellen.
Zurück zur Mutter
Meine Mutter hat dann bis zur Rente und danach gewirbelt. Hier einige Höhepunkte. Ein Kunde hatte wohl doppelt bestellt (noch woanders). Das Buffet ließ sie trotzdem da, und die Kundin bezahlte. Plötzlich tauchte im Hausflur noch ein junger Mann auf. Er meinte sie bezahlen nicht, Rieß ihr die Geldbörse aus der Tasche und klaute die bezahlte Summe daraus. Das Buffet sollte sie wieder mitnehmen.
Einmal beim Ausliefern klaute sich ein junger Mann im Vorbeigehen eine Fischplatte aus dem Auto. Sie erwischte ihn noch und er gab sie freiwillig wieder zurück.
Weil ich grade Fischplatte sage. Es kommt ein Kunde und holt seine Bestellung ab. Unter anderem auch eine Fischplatte. Diese fällt ihm draußen aus den Händen. Er verlangte sofort eine Neue oder das Geld zurück.
Einer Dame sind mal die gefüllten Eier vom Autodach gerutscht. Hat sie wieder aufgesammelt, kam zurück und sagte: „Das ist wohl nicht ihr Ernst, schauen sie sich die Eier doch mal an, das ist ja eine Zumutung, ich möchte andere“. Wir haben ihr welche gemacht. Dumm nur, sie wurde beobachtet. So einen roten Kopf habe ich lange nicht gesehen.
Einen roten Kopf hatte bestimmt auch der Betonmischer Fahrer, als er von Mutter mit Transporter von der Fahrbahn gedrängt wurde. Wir hatten dann an der Stelle einen schönen großen Radabdruck. Es gab auch mal einen Verkehrsunfall. Muttern gab ihre Position durch, und zwei Ersatzfahrzeuge suchten sie. Sie wurde nie gefunden.
Einmal stand sie in einer Rechtskurve einer Kreuzung und holte erst man Sprit. Leider auch kein Geld dabei und kein Gefäß. (ein Passant borgte ihr Geld und die Tankstelle eine Kanne).
Ein anderes Mal parkte sie zwischen zwei Autos. Ein Buffet war auch noch drin. Da kam ein am Rande der Gesellschaft lebender mit einem nicht versicherten (wahrscheinlich gestohlenem) Auto und rammte das Fahrzeug. Sie hatte Mitleid mit dem Jugendlichen und holte keine Polizei, denn sein Auto war ja nicht versichert, und sie hätte von der Polizei auch nichts bekommen. Natürlich konnte man auch zivilrechtlich gegen den Mittellosen vorgehen, aber das Verfahren wäre wie so oft eingestellt worden. Der Jugendliche bedankte sich sogar, weil sie nicht die Polizei geholt hatte und wollte den Schaden in Raten bezahlen. Sie suchte ihn dann öfter bei seinen Treffpunkten auf, bekam auch etwas Geld, bis er später spurlos verschwunden war.
Das Auto wurde später für 1 Euro verkauft.
Noch eine Episode! Ein Fahrer blieb liegen. Wir evakuierten das Buffet und mussten das Auto abschleppen. Die Öllampe leuchtete. Das Getriebe war kaputt—Auto weg!
Antwort des Fahrers: „Ja, die Lampe brannte schon ewig“. Warum haben sie nichts gesagt?“ Er: „Ist das mein Auto oder ihr Auto“.
So einen ähnlichen Mitarbeiter hatten wir dann nochmal. Es war ein syrischer Flüchtling. Zu den Probearbeiten kam er schon mal nicht. Er musste renovieren. Dann fing er an zu arbeiten, kam aber, wie in den südlichen Ländern üblich, immer zu spät. Er war aber fleißig. Aber die Farbe blätterte langsam ab. Er wurde ziemlich faul und geldgierig. Fleischkisten in den Flur stellen, schnell gemacht, es wäre gut, wenn sie leer gewesen wären, irgendwann hats halt gestunken. Oder Spieße machen, Kleinigkeit, schnell gemacht. Zum Schluss haben wir alle mitgemacht. Kochen, warum Pfanne, alles in den Ofen, geht schneller (war furztrocken). Er konnte alles. Man erklärte ihm Besonderheiten einer Tour, er hörte nicht hin, hat ja Navi und findet das Ziel dann nicht. Hätt ich ja was sagen sollen (hab ich ja). Er macht nichts falsch.
Das Essen war falsch gekocht: „Es lag an ihrer Schrift“, aber wenn ich nicht lesen kann, kann man ja Fragen (zu stolz). Das Kassler hatte er mit Schweinebraten verwechselt, obwohl er es schon kannte (das lag an seiner Kultur, er war nicht schuld). Er wischte den Fußboden, es schepperte, er rief Scheiße und wischte weiter. Am nächsten Tag klebte der ganze Fußboden. Er konnte sich das gar nicht erklären. „Aber runtergefallen war ihm nichts“. Alles, was ihm im Auto kaputtging, versteckte er. Eine Schramme am Auto verschwieg er ebenfalls (Kollege hatte es aber gesehen).
Später kam er immer noch zu spät aber außerdem noch total verschlafen. „Er arbeitet aber nachts nicht nebenbei“ Ein Kollege bekam aber plötzlich eine Zeitung von ihm. Später hat er dann damit aufgehört und wollte nur noch halbtags arbeiten. Er hatte sich ausgerechnet, zusammen mit dem Geld, was er dann vom Amt bekommt hat er mehr als vorher. Später, als Kurzarbeit angesagt war, konnte man ihn nicht holen. Als seine Kurzarbeit zu Ende war, hat er gekündigt.
„Wir sind ja schon aus der Zeit der Deutschen Demokratischen Republik herausgetreten, aber hatte ich Kontakt oder Probleme mit der Stasi (Staatssicherheit) ?“
„Weder noch, ich habe keine Ahnung, was damals vor sich ging. Erst nach der Wende, als einige Dokumentationen im Fernsehen liefen, wurde ich stutzig. Zum Beispiel hieß es, dass man nur schwer zu den Bausoldaten (Spatentrupp) kam. Ich wurde fast hingetragen. Naja, man wurde ja zur Musterung aufgerufen. Erst ging es zur Untersuchung, danach musste man in eine Art Kabine gehen. Da saß dann ein Oberst. Er duzte mich und sagte: „Okay mein Junge, bei dir ist ja alles klar. Wenn du die Einberufung bekommst meldest du dich da und da bei Herrn sowieso. Da bekommst du ein Schreiben und es geht zum Spatentrupp!“ Klingt ganz okay, dachte ich. Jetzt kam die Schlussaktion. Man ging in einen Raum und trat vor eine Art Präsidium mit lauter dekorierten Herren. Rechts von mir stand ein General auf und begann etwas in einem wichtigen Ton zu sagen. Er wurde sofort von einem in der Mitte sitzenden unterbrochen und zwar mit den Worten „Halt die Klappe…….. „. der in der Mitte stand nun auf und sagte mir im freundlichen Ton: „Hier mein Junge dein Wehrdienstausweis. Du weißt ja schon Bescheid. Ich muss dir aber noch sagen, dass wir dich erst mit 27 Jahren ziehen.“ Ich bin dann mit freundlicher Verabschiedung gegangen. Woher sie wussten, dass ich nicht schießen wollte, weiß ich nicht.
In der Wehrausbildung hatte ich zumindest meine Schüsse an der Zielscheibe mit Kugelschreiber simuliert. So richtig gebrauchen können, hätten sie mich beim Militär sowieso nicht. Beim Wehrabschlußmarsch war ich derjenige, der von den Kameraden getragen und eingegraben werden musste. Ich hatte keine Luft mehr bekommen.
Die Wehrausbildung war ja Pflicht, sonst gab es keinen Berufsabschluss .
Deshalb verstehe ich manche Menschen nicht, die solche Dinge anderen vorwerfen (wie auch Papst Benedikt mit der Hitlerjugend). Man kam da durch die Schule automatisch hin. Das sind dann solche Leute, die solch ein Leben nicht kennen aber Polizei spielen müssen.
Komisch war auch, als ein Kollege einen Ausreiseantrag gestellt hatte. Er hatte mir einige Stasispitzel benannt und mir fast verboten, wegen der Schwierigkeiten, die ich bekommen könnte, beim Auszug zu helfen. Ich habe ihm aber geholfen und Bücher etc. zur Kirche geschleppt. Sie haben immer Sachen hinterhergeschickt. Ich wurde deswegen nie von jemandem angesprochen. Auch wenn ich auf zynische Art, die ich zu der Zeit gut draufhatte, Kritik übte an manchen Umständen oder Ungereimtheiten, so kam nichts.
Ich hatte ja auch beruflich Kontakt zur Obrigkeit. Das waren meist freundliche Opis. Die Etage darunter waren allerdings furchtbare karrieregeile Wesen. Die habe ich dann meistens übersprungen, sie mochten mich auch nicht. Da ich aber Küchenleiter eines guten Hauses war, wurde ich vielen hohen Persönlichkeiten vorgestellt Während die Parteisekretäre oder irgendwelche Stellvertreter und Angestellte auf politischen sozialistischen Parolen ritten und einen damit stressten, hat man sowas bei den Oberen gar nicht gehört. Herr Eberlein oder Herzig waren für mich nette ältere Herren. Oder, der Handwerkskammerpräsident hat mir direkt gesagt, dass mein Direktor eine Meise hätte. Dann hatte ich ja diesen Tauschring mit dem Chef vom Gästehaus der SED, dem Chefs von diversen Bäckereien und Fleischereien, dem Konservenabverkauf usw. Wir hatten immer Waren getauscht. Jemand hatte was für mich oder ich hatte für jemanden etwas besorgt. Ich organisierte auch besondere Feiern im Hause. Unter anderem auch für Delegationen aus dem nichtsozialistischen Ausland. Ich hatte auch immer das Gefühl, das die obersten Herren wussten, dass dieses System wenig Zukunft hatte oder am Ende war, aber wer will im Alter schon Stress. Machen wir halt noch ein bisschen weiter. Ich brauchte bei offiziellen Veranstaltungen auch nie, wie angeblich von oben gefordert, politische Sprüche zum Vortrag bringen. Ich fragte nach, ob ein sachliches Thema reicht, denn ich mochte das andere nicht. Die Antwort war:“ Wenn du es nicht möchtest, musst du auch nicht“. (ich war noch sehr jung, deshalb duzten sie mich alle). Coole Alte Herren mit denen ich gut klar kam.
Ich habe erst nach der Wende erfahren, wer alles bei der Stasi (Staatssicherheit) war. Es waren ganz andere Namen als die, die ich von meinem Ausreisekumpel hatte. Der Parteisekretär des Hauses, welcher ein großer Schleimer war und mich ständig beschoss, war dann wohl doch nicht dabei. Es waren aber ein angesehener Meister und ein Freund dabei. Mein ehemaliger Küchenleiter war auch nicht dabei, er war sich aber nicht sicher, ob ich vielleicht dabei war, weil ich soviel unbeschadet überstanden hatte. Ich sagte ihm, dass ich nicht dabei war aber für mich vieles unklar bleiben wird. Ich hatte zweimal einen Antrag auf Akteneinsicht bei der damaligen Gauk Behörde eingereicht, es wurde aber nichts gefunden.
Ich war auch bei der Handwerkskammer und wollte meine Kaderakte einsehen. Sie war ja damals zu DDR-Zeiten sehr dick. Ich bekam einen Termin zur Einsichtnahme. Dort gab es einen dicken Hefter mit nur einem Zettel. Das war meine Bewerbung als Lehrling. Wo alles andere geblieben war, konnte man sich dort auch nicht erklären.
Man hatte aber eine Frage und zwar, warum ich das Haus nicht übernommen habe (da wo ich gelernt habe). Die Stelle des Direktors war dort ausgeschrieben, und ich war ein Kandidat dafür. Sie wollten den damaligen Direktor schon lange loswerden, was der Chef schon durch die Blume gesagt hatte. Ich muss gestehen, ich wusste davon nichts, und dass man den Direktor loswerden wollte, hatte ich so nicht verstanden. So ähnlich hat mich mal mein Lehrausbilder, als er mich mal zufällig nach der Wende traf angemacht. Er schrie laut, wie man so eine kleine Klitsche aufmachen kann, wenn man doch ein großes Hotel leiten könnte. Wie kann man nur so nen Scheiß machen, aber du musst wissen, was du machst. Ein bisschen roten Kopf hatte ich schon. Im Nachhinein muss ich sagen, als Hoteldirektor wäre es mir wahrscheinlich besser ergangen als mit der Selbstständigkeit. Mein Lehrausbilder ist leider schon sehr früh verstorben, aber vielleicht hatte er recht.
Zurück zur Stasi! Meine Versicherungsnummer bei der AOK wurde gelöscht, und meine Gewerbeerlaubnis war verschwunden. Ich musste alles noch einmal aber diesmal einfacher nach bundesrepublikanischen Regeln anmelden. Ich war sozusagen theoretisch ausgelöscht. Bei der Stasibehörde konnte man mir dazu nichts sagen. Nur, dass die Stasi in der Regel keine Kaderakten beschlagnahmte.
Ich sprach später mal einen Kunden an von dem ich wusste, dass er bei der Stasi war. Es war auch gerade die Zeit, wo ich überall anonym angezeigt wurde (Gesundheitsamt nahms dann nicht mehr ernst, Ordnungsamt rief nur noch an, Finanzamt hatte ich schon erwähnt). Vom Zoll wurde ich (Anzeige wegen Schwarzarbeit) umstellt. Ich war allein und hatte alle angemeldet, selbst meinen Schwiegervater oder jemanden der mal für 3 Stunden ausgeholfen hatte.
Dem besagten Kunden erzählte ich, dass es von mir bei den Ämtern und der Krankenkasse keine Unterlagen mehr gab, und die Kaderakte leer war. Er grinste nur schelmisch und sagte, dass er in den letzten Wochen sehr viel Material zum Schreddern bekam. Was es genau war, wusste er nicht. Er sagte auch, dass die Stasi auch an die Kaderakten kam. Er erkundigte sich dann ständig nach meiner Gesundheit (er selbst war dann verstorben).
Kommen wir nun zum Freund.
Seine Familie gehörte auch zum Freizeittrupp, mit dem ich mich traf. Außerdem war er mein Kollege. Auffälligkeiten gab es nicht. Er war auch derjenige, der mich auf der Suche nach Gewerberäumen durch die Stadt kutschierte. Auffällig war er eher ich. Manchmal hatte ich Panikattacken oder Hemmungen. Gehemmt war ich einige Zeit beim bohnern und wischen des Hausflurs. Ich habe es dann nachts gemacht. Später kam raus, dass man mich durch den Spion beobachtet hatte. Eine Panikattacke hatte ich bei der bevorstehenden Hochzeit des besagten Kollegen. Ich hatte Erdbeeren gepflückt und wollte etwas früher kommen, um die Tafel noch einzudecken. Ich fand aber das Restaurant nicht. Telefone gabs ja noch nicht, höchstens eine Telefonzelle, aber die Nummer des Restaurants war mir nicht bekannt. Statt jemanden zu fragen, bekam ich Panik. Ich bin dann einfach zurückgefahren. Welchen Grund sollte ich nun angeben, nicht zur Hochzeit des Freundes zu gehen? Auf dem Rückweg traf ich eine Kollegin, Sie wunderte sich natürlich. Ich gab ihr die Erdbeeren und sagte ihr, dass meine Freundin als Beifahrerin auf einem Moped tödlich verunglückt sei. Den Vorfall gab es wirklich, nur das sie nicht meine Freundin war. Ich schrieb dann noch ein Telegramm und ging ins Bett. Im Betrieb musste ich einige Zeit danach die Anteilnahme meiner Kollegen ertragen habe aber den Trauernden gut hinbekommen.
Mit dem jetzt verheirateten Freund gab es noch ne komische Sache (Er hatte übrigens eine sehr nette Frau)
Unsere Schicht machte im Garten meiner Eltern, da diese im Urlaub waren, einen Grillabend. Ein Teil fuhr danach nach Hause, ein anderer Teil blieb über Nacht. Auch mein Freund mit Familie und eine junge hübsche Frau blieben über Nacht .Wochen später wollte man mich anzeigen, wegen Verführung Minderjähriger und Schutzbefohlene. Mein Freund hätte das so angedeutet. Er hätte aber in seinem Vollrausch gar nichts mitbekommen können. Die junge Frau und ich konnten mit unserer übereinstimmenden Aussage diesen Vorwurf sofort entkräften, und es war Ruhe.
Übrigens kam damals auch ein kräftiger Möbelträger in die Firma und wollte den Chef sprechen. Ich kam dann, und er wollte mich verprügeln. Ich sollte die Hände von seiner Freundin lassen. Zwei Kollegen sind dazwischengegangen, Er hatte mich verwechselt, denn der Schichtleiter war mit ihr im Keller. Ihr war es sehr peinlich und sie hat sich auch zehnmal bei mir entschuldigt.
Ja so wars!
Nun ein paar Gedanken nebenbei!
Marx und Engels, auch Lenin und später Gorbatschow hatten alles gut gemacht. Aber da gibt es ja noch die „Machtmenschen“, Die Idee des Sozialismus und das Ziel des Kommunismus sind eine gute Sache und entsprechen auch in vielerlei Hinsicht dem Bild Gottes und dem Paradies. Es ist aber wie so oft etwas schiefgelaufen. Zum einen bedeutet ja Ziel auch Ende (Stillstand), und es bedarf neuer Ziele. Das Paradies würde bzw. .wurde ja auch langweilig, weil der Drang nach Neuem, nach Wissen und lösen von Geheimnissen und Hintergründen ja auch schon dem Kleinkind gegeben sind. Dem trug Gott mit Hilfe einer Schlange Rechnung. Es sollte also immer der Weg das Ziel sein. Man muss ständig in Bewegung sein. Idealerweise jeder in seiner gewählten Richtung und nicht in einer von wem auch immer Vorgegebenen. Wie heißt es so schön: „Jeder geht seinen eigenen Weg“. Man trifft dabei viele und bereichert somit auch durch Austausch von Erlebnissen seinen Weg. Oft wird der Weg aber vorgegeben, reguliert oder in Diktaturen eingeengt oder durch bestimmte Einflüsse vorgegeben.
Ich fange mal etwas früher an.
Moses oder die Geschichte vom goldenen Kalb bzw. die 10 Gebote hat vielleicht der eine oder andere schon mal gehört. Nun, man könnte jetzt sagen, mit den 10 Geboten, welches ja keine Verbote sind, sondern es ist im Idealfall geboten als Richtlinie für ein würdiges Zusammenleben der Menschen.
Nun sind da aber die ersten 2 Gebote. Als Laie würde man sagen: peinlich. Wie kann ein Gott verlangen, keinen Gott neben ihm zu haben? Sowas hat er doch gar nicht nötig. Im ersten Gebot gibt es ein Missverständnis, ein typisch menschliches. Es wurde auch versucht mit dem Satz „Ihr seid alles Kinder Gottes“ dies zu relativieren. Das 2. Gebot ist sehr vernünftig. Man soll den Namen Gottes nicht missbrauchen, um eigene Ziele zu verwirklichen (zum Beispiel: Chef hat gesagt, hat er aber nicht gesagt, es wird trotzdem erledigt). Solange es keiner mitbekommt funktioniert es im Kleinen wie im Großen /Befehl des Führers oder so ähnlich).
Jetzt zum Missverständnis welches sich in seiner Grundaussage durch die ganze Menschheit zieht. Der vorherrschende Gedanke war „Gott ist mächtig“ Wenn wir die Gebote nicht einhalten oder ihn anderweitig erzürnen werden wir bestraft (Fluten, Kriege, Krankheiten usw.). So haben wir ein Machtbild (du machst was ich sage oder……..). So gemeint war es aber nicht.
Gott ist in uns, so propagiert auch die Kirche. Gott ist unsere Seele (physikalisch gesprochen, eine Art Energie). Man sagt, die Seele soll im Gleichgewicht mit dem Körper leben. Sagen wir, man tut unbewusst oder bewusst etwas nicht Gutes (für sich oder andere) so wird man unbewusst bestraft (krank, Unwohlsein, trübe Stimmung usw.). Tut man unbewusst etwas Gutes, fühlt man sich in der Regel besser.
Ein anders Missverständnis ist „das auserwählte Volk“.
Ich sage mal vereinfacht, es war und ist ein Bündnis. Die Juden waren und sind als Beispiel auserwählt, wie ein gesundes Leben miteinander startfinden kann. Sie waren Vorbild, nicht als „wir sind was Besseres“ sondern zu zeigen, wie man es besser oder anders machen kann ohne zu verlangen, dass man etwas so machen muss.
Man kann es selbst entscheiden.
Nun zur ehemaligen DDR
Sie sollte eine sozialistische Demokratie werden. Viele Sozialisten und Kommunisten waren mit ihren Idealen und Zielen voll dabei. Es sollte eine Diktatur des Proletariats nach Stalins Vorbild werden. Vor ihm hatte Lenin aber schon immer gewarnt. Viele Kommunisten wurden aber im Stich gelassen (wie zum Beispiel Ernst Thälmann) oder vernichtet. In der stalinistischen Diktatur war es ja normaler Alltag. Wer nicht dafür war, war dagegen und wer dagegen war, wurde beseitigt.
Paradox war auch: Sozialismus als russische Diktatur mit Mitteln des Nationalsozialismus Angeblich wurden alle Nationalsozialisten in der DDR bestraft (nur wenn man sie nicht brauchte). Das Volk wurde mit gleichen Mitteln wie im 3. Reich bei Laune gehalten und kontrolliert (Hitlerjugend-Pionierorganisation, FDJ-Wehrmacht- NVA, natürlich durch ehemalige Offiziere aufgebaut, Gestapo- Stasi)
Ideologisch war die DDR schon in den Anfangsjahren gescheitert, ökonomisch dann nach 40 Jahren. Jeder machte seins, es gab wenig Verantwortung (gehört mir ja nicht, war Volkseigentum), und alle sagten das, was gehört werden wollte. Viele mussten buckeln bis zum Umfallen, andere taten gar nichts (es gab keine Arbeitslosen, sie wurden alle „beschäftigt“) Um das Volk bei Laune zu halten gabs billige Grundnahrungsmittel und preiswertes Wohnen. Das Geld brachte die Industrie, welche dann für Investitionen nichts mehr hatte und im Weltmaßstab nicht mehr mithalten konnte. Für die Obrigkeit wurde alles schön gemacht (Plan übererfüllt), so dass sie in einer Scheinwelt lebten, die es so nicht mehr gab. Irgendwann war die Vorstellung zu Ende, und die Kulisse fiel auseinander.
Der andere Teil Deutschlands wurde nach amerikanischem Vorbild wieder „aufgeforstet“. Es gab eine Parteidemokratie, die wenig Platz für Diktatoren bot (Im Gegensatz zur DDR, wo es nur eine Einheitspartei gab, mit dem „schönen Lied“ die Partei, die Partei, die hat immer recht).
Auch stand das Land unter Aufsicht der Alliierten (in Westdeutschland wurde alles reingestopft und in Ostdeutschland alles abgebaut und weggeschafft)
Jetzt haben wir einen Sozialstaat, der durch Geld gesteuert wird. Durch Steuern und Investitionen oder Fördermittel wird die Wirtschaft im Rahmen gehalten. Die unteren Volksschichten werden mit Sozialhilfen und Ähnlichem ruhiggestellt. Es gibt viele Hilfen, die beantragt werden können. Ein Schlauer hat damit ein gutes Leben, ein anderer ist mit den Anträgen völlig überfordert und kapituliert.
Meiner Meinung nach sollte ein staatliches System einfach und überschaubar sein und zum Wohle aller gleichermaßen beitragen. Auch sollte der Respekt voreinander in der Gesellschaft mehr stattfinden. Wir sind alles Menschen. Früher war man durch Geburt oder Einheirat etwas Besonderes geworden (adlig). Heute wird man, wenn einem die Fähigkeiten dazu gegeben sind, nicht adlig, sondern Rechtsanwalt, Notar, Steuerberater Arzt usw. Man schreibt dann auch noch eine Doktorarbeit und ist jetzt etwas Besonderes. Man verdient auch entsprechend viel Geld.
Diese Leute müssen aber auch Nahrungsmittel kaufen, zur Toilette gehen, usw. Dies ist alles zum Leben notwendig. Hierfür sorgen dann Bauern, Lebensmittelhändler, Köche, Frisöre, Kraftfahrer usw. Dies sind dann keine Doktoren des Gemüseanbaus oder Dr. der Toilettenreinigung. Sie machen aber ihre Arbeit gut und bekommen dafür wenig Lohn und können sich auch keinen Notar oder Rechtsanwalt leisten.
Ja, wie könnte ein Staat aussehen?
Nehmen wir Deutschland. Alle Parteien und Gruppierungen sollten zugelassen sein. Erstens spiegelt das die Gesellschaft wieder, und zweitens wird keine Gruppierung als Opfer hochstilisiert. Es besteht Arbeitspflicht für jeden. Wer nicht arbeitet muss zahlen. Wer im Arbeitsmarkt Schwierigkeiten hat, bekommt Jobs von der öffentlichen Hand oder arbeitet im betreuten Wohnen. Keiner soll vergessen werden, denn das Leben braucht einen Sinn. Die Arbeitswelt könnte sich auch verändern. Feiertage auf Ostern, Weihnachten und Silvester reduzieren sowie den Urlaub abschaffen. Im Gegenzug arbeitet ein Angestellter nur in zweiwöchigem Rhythmus, das heißt 2 Wochen arbeiten, 2 Wochen frei. So werden auch Raumkapazitäten gespart.
In den Schulen wird für alle Kinder Grundschulwissen vermittelt. Danach geht es nach Interessen und Fähigkeiten weiter. Das heißt, nicht sämtlichen Stoff auf Biegen und Brechen vermitteln. Die Lehrer haben dann Schüler vor sich, die lernen wollen, weil sie das interessiert. Es ist eine andere Lernatmosphäre. Es gibt auch keine unterschiedlichen Schulabschlüsse (wie z. Bsp. Abi) sondern Abschlüsse in bestimmten Fächern, die auch den Zugang zu Universitäten zulassen.
Einkommenssteuer fällt weg. Niemand soll für sein Einkommen bestraft werden. Es gibt auch keine Schwarzarbeit. Im Gegenzug zahlt jeder ab 18 Jahren 150 Euro im Monat (50 Euro in die Kommune zur freien Nutzung öffentlicher Einrichtungen wie Museen, Bäder etc. und für öffentliche Verkehrsmittel, Müllabfuhr Parkplätze).
100 Euro bekommt der Staat für freie Nutzung von Bahn und Straßen.
Auch sollten sämtliche Produkt- und Rohstoffsteuern abgeschafft werden, dafür einheitlich 50 % Mehrwertsteuer und 100 % Steuern auf Genussmittel. Grundnahrungsmittel werden nicht besteuert.
Die Erbschaftssteuer wird abgeschafft, alles erbt der Staat. Er muss es aber gleich wieder veräußern. Ein Vorkaufsrecht hat die Familie. Sie wird schon Sorge tragen, dass Filetstücke nicht vererbt werden müssen.
Mit der Gesundheit darf kein Geld verdient werden. Die ärztliche Versorgung trägt der Staat.
Jeder Bürger oder eine Gruppe von Bürgern, Firmen und Institutionen haben das Recht, Projekte zum Gemeinwohl (und sei es nur ein Spielplatz) einzureichen. Stimmt das zuständige Parlament dem Vorschlag zu, dann finanziert der Staat die Hälfte, die andere Hälfte finanziert sich durch Spenden für dieses spezielle Projekt.
Jeder Bürger hat die Pflicht, sich mit mindestens 100 Euro Spende im Jahr, an solchen Projekten zu beteiligen.
Auch können bestimmte staatliche Anliegen per 1 Euro Volksabstimmung entschieden werden. Jeder Bürger ist verpflichtet entweder auf das pro- oder Kontrakonto 1 Euro zu überweisen.
Es gibt einen Mindestlohn Der stellt dann auch die Höhe der für alle geltenden Rente dar. Rentenbeiträge werden abgeschafft.
Was heißt Rente – Jeder Bürger hat das Recht vom 50- 60zigsten Lebensjahr ein Jahr Auszeit zu nehmen. Hier erhält er Grundrente. Mit 67 erhält er auch Grundrente, er muss aber im Rahmen eines Vereins bis zum 70. Lebensjahr in der Altenhilfe tätig sein. Das heißt, je nach Möglichkeit Einkäufe, Gartenarbeit Haushaltshilfe je nachdem was der Verein für Hilfsanfragen reinbekommt.
Ab 70 kann man dann natürlich diese Hilfen auch in Anspruch nehmen.
Alles Geld über 10.000 Euro muss investiert werden, (außer das unterm Kopfkissen). Wird nichts investiert, wird es vom Staat eingezogen. Ebenso werden Objekte und Grundstücke, welche verwahrlosen und trotz Hilfsangebot nicht verbessert oder gesichert werden, enteignet.
Das Rechtssystem wird vereinfacht. Zwischen Recht haben und Recht bekommen ist ja ein Unterschied. Da gibt es die Richter mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen Lebenseinstellungen und Gesetzesauslegungen.
Wichtig sind natürlich die Strafen. Der Tod ist keine Strafe, sondern das Ende des Lebens. Dies trifft uns alle. Die Todesstrafe gibt es bei uns auch nicht mehr. Wichtig ist, dass Bewusstmachen der Straftat und deren Folgen für alle Beteiligten. Auch soll immer die Wiedergutmachung in Betracht gezogen werden und eine Resozialisierungsmöglichkeit geboten sein. Es darf auch kein Unterschied zwischen Bagatelldelikten und zum. Beisp. Totschlag gemacht werden. Natürlich ist beim letzteren ein Mensch ums Leben gekommen, aber die Umstände spielen dabei eine große Rolle. Es kann ein Ladendiebstahl auch skrupelloser oder blutiger stattfinden als ein Totschlag. Mord ist natürlich etwas anderes. Natürlich sind da auch Beweggründe.
Auch sollte Drogenkonsum nicht mehr unter Strafe gestellt werden ähnlich dem Alkohol, aber sämtliche Delikte im Rausch sind mit voller Zurechnungsfähigkeit zu bewerten. Da ja Strafen auch Strafen sein sollten ist Gefängnis Quatsch. Bei jedem Delikt werden das gesamte Vermögen und Besitz vom Staat eingezogen. Der Täter erhält dann zum Wiederanfang einen Kredit, der abzuzahlen ist. Mittellosen Tätern wird ein durchschnittlicher Besitz unterstellt, den er durch Lohn vom Arbeiten abzuzahlen hat. Psychisch Kranke und gefährliche Täter werden natürlich weggesperrt. Sie müssen aber auch Arbeit verrichten.
Arbeit ist wichtig. Man hat eine Aufgabe und wird gebraucht. Das schafft auch mehr Selbstbewusstsein. Ohne Arbeit wird man bequemer. Wie wenn man sich im Urlaub etwas vorgenommen hat, aber nichts schafft. Nach dem Träger werden kommt dann auch – hab keine Lust – So kommt dann fernsehen, rumliegen, trinken, rauchen, und obwohl man Zeit hat, sieht die Wohnung meist nicht mehr top aus (hab halt keine Lust, und es ist ja noch Zeit.).
Der Bürger hat mehr Geld und keine Lohnabgaben. Der Staat verkauft erst einmal alle militärischen Geräte an die Museen der verschiedensten Länder. Das ist schon mal ein Grundkapital. Kriege werden nur digital geführt (abschneiden von Versorgungswegen, Strom usw. ) Die Bahn spart Personal (keine Fahrkarten, kein Schaffner, keine Werbung). Züge sind videoüberwacht, das schreckt schon mal ab. Bei Randalen ruft der Schaffner auch nur die Bundespolizei und schlägt nicht mit dem Laserschwert dazwischen. Ich würde auch bei Fußballspielen keine Polizei einsetzen, vielleicht ein paar zivile Beamte. Manch einer braucht die Polizei ja nur, um zu provozieren.
Es wird Personal im Finanzamt und bei den Krankenkassen gespart, der Strom wird billiger, viele Steuern fallen weg (Kaffeesteuern, Weinsteuern, Tabaksteuer Mineralölsteuern usw.).
Es gibt keine Sozialleistungen, kein Arbeitslosengeld (da Arbeitspflicht) , kein Wohngeld (hoher Mindestlohn), so spart der Staat.
Schon, haben wir den Staat umgebaut. Wenn wir gerade dabei sind, noch einen Blick zurück, wie normal und doch brutal das Leben ist.
Ja, der Ursprung der jetzigen Weltordnung.
Ein Krieg oder ein Konflikt ist ja leider eine gewisse Gesetzmäßigkeit. Es ist wie ein Gewitter. Die Stimmung heizt sich auf, oder die Situation wird unerträglich und für viele aussichtslos. Dann gibt es eine Entladung. Diese Entladung geht mit vielen Toten und materiellen Verlusten daher. Es bringt meist auch kulturellen, technischen und ideologischen Fortschritt aber zum hohen Preis. Nach einem Krieg wird auf Grund von Erfahrungen vieles besser. Nur das Eingestehen von Ursachen und Verlauf eines Krieges wird wenig beleuchtet. Es werden bestimmte furchtbare einzelne Ereignisse hervorgehoben und analysiert. Das Problem ist, dass alle beteiligten Menschen erst einmal die Situation nutzen, um eigene Interessen durchzusetzen.
Vor dem 2. Weltkrieg gab es keine sattelfesten Demokraten, geschweige denn vernünftige Staatenbunde. Vieles lag nach dem 1. Weltkrieg noch am Boden, und die langsam wieder intakt kommende Wirtschaft lechzte nach Rohstoffen. Jeder wusste, dass ein Konflikt im Raum stand. Die einen waren noch stolz auf ihren Sieg und bereiteten sich nicht optimal auf ihre Verteidigung vor, andere wollten abwarten. Wieder andere machten Zugeständnisse in der Hoffnung, jetzt hat er seinen Willen, dann ist wieder Ruhe.
Der – jetzt hat er seinen Willen- ist eigentlich ein hilfloser Wurm, der von anderen zu dem gemacht wurde, was er dann war. Er war belesen, kulturinteressiert, war im Krieg und beruflich ein Versager. Er war mit der Situation unzufrieden und konnte frei und authentisch reden (wenn auch geübt). Das reichte aus. Viele fanden seine Ideologie gut. Er fasste Fuß in der gehobenen Gesellschaft und riss auch die Arbeiter mit. Er visionierte eine große Zukunft und packte an. Er war bescheiden und hatte Charisma. Man könnte jetzt sagen, dass viele auf ihn reinfielen, das stimmt nicht. Viele Menschen hielten anfangs Deutschland für ein Erfolgsmodell. Dies hätte es werden können. Kurz nach Beginn des Krieges hätte er ein Erwachen inszenieren können.
Vielleicht so.
„Liebe Landsleute, deutsches Volk, Parteigenossen. Wacht auf und blickt mit Freude in die Zukunft. Kämpft mit unseren Soldaten für ein besseres Europa. Unterstützt sie mit eurer Arbeit und Willenskraft. Nachdem die Juden diszipliniert worden sind, heiße ich auch sie als Teil des deutschen Volkes willkommen. Die frische Rasse zeigt hier Gnade und stellt sich als besserer Mensch und Vorbild dar. Keine Gnade zeige ich gegenüber denen, die das jüdische Volk denunziert haben. Ich habe niemals den Tod eines einzigen Juden angeordnet. All unseren Nachbarvölkern sei gesagt, die Souveränität, Sprache und Tradition bleiben euch erhalten. Ihr werdet unter dem Dach des deutschen, großdeutschen Reiches die Vorteile arischen Daseins genießen können und müsst auf nichts verzichten. Eine große Aufgabe bleibt die Befreiung des russischen Volkes vom Stalinismus. Volksgenossen! Lasst uns diesen schweren Weg zum Wohle aller gehen. Sieg heil, Sieg heil, Sieg heil! So, der Führer.
Zum einen hat er keinen Hehl aus irgend etwas gemacht. Alles was damals getan wurde war angekündigt. Ausschlaggebend für den Erfolg: die Arbeiter hatten wieder eine Zukunft. Die Arbeitslosigkeit wurde beseitigt. Die anderen sahen große Chancen für ihr eigenes Weiterkommen. Wieder andere sagten sich, der geht sowieso unter.
Die Wahl wurde nicht gewonnen, aber der unerfahrene Reichspräsident Hindenburg war mit der Regierungsbildung beauftragt und machte ihn zum Kanzler.
Aus Angst wieder rauszufliegen ging er jetzt daran, alle die ihm die Macht streitig machen könnten zu beseitigen. Um nicht gleich politisch unterzugehen ließ er die Regierung und besonders das Außenministerium beim alten. Er mimte Bescheidenheit und Volksnähe und erließ keine unpopulären Gesetze. Den Rest machten die anderen. Das Ziel war vorgegeben und alle rannten los. Die Ingenieure entwickelten, die Forscher forschten, die Wirtschaft geilte nach Aufträgen. Das Militär übte und plante. Deutschland wollte besser und fortschrittlicher sein als andere Länder. Das zeigte man auch auf der Weltausstellung und bei der Olympiade. Um dem Volk Halt zu geben und den Einfluss der Kirchen zu verringern, wurde ein eigener heidnischer Kult nach allen Vorgaben kreiert.
Ja, und der Arier? Er selbst war mittelgroß, Halbjude, dunkelhaarig
Für viele wurde das Leben besser. Einige konnten ihre Forschungen mit militärischen Vorteilen begründen. So gab es Geld, obwohl man keine Waffen wollte. Sie sagten sich, wenn nicht ich, dann macht es jemand anderes( Beispiel V 1 und V2)
Anderen, die noch für ihre Ideale standen, ging es schlechter (Kommunisten, Christen), aber nicht die Mitläufer.
Für wieder andere wurde das Leben zur Katastrophe. Als Ausgeburt des Bösen wurden die Juden erklärt. An ihnen wurde jetzt der Frust abgelassen. Leider war es sehr einfach. Sie waren sehr erfolgreich und als Geschäftsleute bildeten sie eine eingeschweißte Truppe, die ihren Erfolg ungern teilte.
Sie standen schon lange im Abseits und kamen beim kleinen Mann als etwas Besseres rüber. Erst wurden sie interniert und später von Günstlingen des Führers organisiert getötet. Er selbst hielt sich alles offen, er hätte nie den Tod angeordnet, aber er tat auch nichts dagegen.
Das Leben ging weiter. Wenn die Juden abgeholt wurden, konnte man deren Eigentum billig erwerben. Viele versteckten ihre jüdischen Freunde, andere denunzierten sie, und jeder machte seinen Job. Der Arbeiter baute Panzer, der Soldat wurde eingezogen, der Lokführer führte die Juden und Kriegsmaterial durchs Land usw. Es lief wie ein Uhrwerk. Oben wurde es aufgezogen und dann griff ein Rad ins andere. Jedes Rad hatte seine Aufgabe. Es musste sich drehen, aber keines zeigte die Uhrzeit an. Nun kann man sagen, wenn sich ein Rad nicht dreht, bleibt die Uhr stehen.
Und mit Stolz darf man auch sagen, es haben Räder blockiert. All die vielen Unbekannten oder zum Beispiel der Priester, der sich verbrannte, oder der Kölner Oberbürgermeister, der sich dann versteckte. Diese Räder wurden halt ausgetauscht.
Viele waren Beamte, so auch Lokführer oder Angestellte der Post. Dort den Job oder die Pension verlieren war schon schlecht.
Nehmen wir zum Beispiel einen vom Einwohnermeldeamt zur heutigen Zeit. Er hätte die Aufgabe, jüdische Bürger zur Durchführung des Gesetzes xy aufzulisten. Er würde sich weigern. Das Ergebnis wäre Entlassung,10 Jahre beim Arbeitsamt gesperrt, keine Pension, oder damals Einberufung zur Front. Was hätten sie getan? Ich denke, sich krankschreiben lassen. War damals aber nicht so einfach wie heute.
Ganz anders wars ja auch beim Militär oder der SS. Eine Befehlsverweigerung bedeutete nicht Arrest, da gabs ja noch etwas anderes! Selbst das kapitulieren an der Front, wenn zum Beispiel 3 Kameraden überzeugte Nazis waren, wurde zum Problem.
Gut, die Uhr lief, und alle konnten drauf schauen.
Anfangs konnten die Juden ja noch ausreisen, was viele Hochgestellte auch noch taten. Jetzt wäre Zeit gewesen mit vereinten Kräften (internationale Organisationen, Kirchen) allen Juden, das Ausreisen zu ermöglichen. Auch hätte man jetzt Unruhe stiften können, denn diese brauchte Hitler für seine Pläne im Land überhaupt nicht.
In Berlin gab es eine Demo gegen das Euthanasieprogramm (Vernichtung Behinderter), Sie hatte Erfolg. Selbst der Papst hätte Stellung beziehen können, dass jeder, der gegen das 5. Gebot (du sollst nicht töten) verstößt exkommuniziert (von der Kirche ausgeschlossen) wird. Der amerikanische Präsident hätte mit dem unverzüglichen Einsatz der Atombombe bluffen können.
Aber was soll jetzt im Nachhinein das blöde rumschwätzen. Später weiß man meist vieles besser. Leider merkte auch keiner der Geheimdienste, dass Hitler keine richtige Kontrolle über alles hatte. Anfangs lief es ja noch wie geschmiert. Die Uhr war noch neu. Später wurde es komplizierter. Jeder seiner Untermänner machte nebenher sein eigenes Ding. Da konnte man dann auch mal „auf Befehl des Führers“ sagen, damit nicht hinterfragt wird. Da er ja oben ganz alleinstand oder stehen wollte, musste er alles selbst entscheiden und zu entscheiden gabs nicht wenig. Weil er keinen Überblick hatte, fing er an, seine Befehle aufzuschreiben und über manchen Befehl (angeblich von ihm) war er dann verwundert. Für die Geheimdienste war es sicher schwer, ihn zu beeinflussen oder zu manipulieren. Er hatte keinerlei nennen wir es Freunde oder vertraute Berater. Er wurde immer misstrauischer. Es kamen die Misserfolge, schuld waren immer die anderen, alles muss man selber machen. Er konnte es aber nicht. Er hatte keinen vertrauten in der Generalität und pfuschte dann selbst im Sandkasten, was auf allen Seiten viele Leben kostete. Er war zum Schluss nur noch im Schockzustand, und obwohl er wusste, dass ab 1943 der Krieg vorbei war, war er nicht in der Lage, einen Waffenstillstand zu verhandeln. Er gab nach außen den Führer, trainierte seinen Hund und grub sich wie ein Wurm ein. Warum erzähle ich das alles? Ich wollte eigentlich woanders hin.
Ich erzähl mal eine Geschichte. Es war einmal.
Etliche Kinder kamen aus einem Landschulheim in der Nähe von Prag. Sie waren dort im Rahmen der Kinderlandverschickung untergebracht (Kinder wurden bei Beginn der Städtebombardierungen aufs Land gebracht). Sie gingen mit ihren Lehrern auf Landstraßen in Richtung Heimat. Plötzlich kamen ein paar alliierte Tiefflieger und schossen. Schnell rein in die Straßengräben, danach durchzählen. Die toten Kinder wurden einfach liegengelassen und weiter gings. Das war normal. Tote und Verletzte lagen überall rum, hat man zwar wahrgenommen aber nicht weiter beachtet. Nun gings weiter. Es kamen wieder Jagdflieger, es gab wieder Tote, aber es wurde nicht mehr durchgezählt. Jetzt tauchten am Horizont alliierte Militärfahrzeuge auf. Was machten die Pädagogen? Sie warfen die Waffen weg und gaben Fersengeld.
Die Kinder waren, ohne zu wissen wo sie jetzt waren, auf sich gestellt.
Und nach dem Krieg? Es gab wieder Unterricht bei denselben Lehrern, Entschuldigung „nein „alles ging normal weiter, und die ganze Generation schwieg.
Es hat fast nie jemand über diese Zeit berichtet. Naja, die amerikanischen Gefangenenlager waren auch nicht Konventsionskonform , und das Bombardieren der Innenstädte sinnfrei.
Gut, wo wollen wir hin? Die Deutschen (auch Italiener, Japaner) waren ein Volk der Täter. Sie waren dabei, ein ganzes Volk auszurotten. Das gesamte Volk hat sich schuldig gemacht. Alle waren bewusste Mittäter. Was manchmal nicht bewusst war, war das Unrecht, welches als Recht oder Pflicht getarnt war. Viele Deutsche waren durch den Krieg gestraft. Vielleicht schwiegen sie auch deshalb, damit sie im Nachhinein nicht ihre Schuld eingestehen müssten. Bestraft gehören jene auf allen Seiten, die Spaß am Foltern und Töten hatten. Auch wenn es Mut bedarf, sollten sich trotzdem alle Völker ihren Taten stellen und ihre Schuld eingestehen. Nicht wie im Film in Gut und Böse einteilen, so etwas gibt es im Leben nicht. Wie sagte Jesus: Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein. Und hat Jesus geworfen?
. Würde ein Gericht über die Vorgänge zu entscheiden haben, würden Narzissten die höchste Strafe erhalten, politische Entscheidungsträger 10 Jahre, Mitläufer 6 Jahre, Beamte 4 Jahre, das restliche Volk 2 Jahre. Ohne Strafe darf keiner bleiben wenn auch das ganze schon Strafe genug war.
So, ich hatte mich jetzt kurz verlaufen.
Kommen wir jetzt zur 2. Frau Pohl.
Wir suchten immer fähige Mitarbeiter. Wir hatten eine neue Kundin. Sie war in ein Haus gegenüber gezogen und holte bei uns immer Cabinett braun und für ihren Freund Silberkrone. Ihre Lehre war bald abgeschlossen, und sie sollte nicht übernommen werden. Also nahmen wir sie. Ihr Arbeitsweg war kurz, und sie hatte die richtige Ausbildung. Ihr damaliger Ausbilder war wohl ein harter Knochen. Alles was sie bei ihm gelernt hatte, war für sie Gesetz. Was bei uns anders gemacht wurde, war für sie falsch. Es gab dann immer etwas Knatsch. Sie war frisch verliebt und es sollte bald geheiratet werden. Ihre ältere Schwester war noch nicht liiert. Diese wollte sie mir dann nahebringen. Ich habe aber abgelehnt. Zwei Monate nach ihrer Hochzeit war dann Schluss. Er hatte wohl eheliches Zusammenleben mit Eigentum verwechselt. Er wurde tätlich und von der Polizei beobachtet. Sie bekam daraufhin eine geheime Wohnung. Sie zog dann mit Hilfe ihres Vaters in einer Nacht- und Nebelaktion am helllichten Tag um. Sie hatte ja nun Zeit, also haben wir uns dann kennen- und lieben gelernt. Wir machten eine Tabelle mit und ohne Gemeinsamkeiten und kamen zu dem Schluss, dass wir nicht zusammenpassen. Jetzt kam Sylvester, und ihre Freundin hatte keine Zeit. Ich wurde dann von meiner Kollegin gefragt, ob ich nach Feierabend bereit wäre in Vertretung usw. Es ging open Air auf den alten Markt und anschließend schmusend durch die Stadt. Später trafen wir uns heimlich, es durfte keiner, schon gar nicht ihr Mann, wissen. Es ging nachts an der Elbe entlang, es wurde im Auto geschmust und in dunklen Gassen spaziert. Der Schlaf kam dabei zu kurz, und als dann die Liebe in mir entbrannte, konnte ich auch gar nicht mehr schlafen und essen. Nun gingen wir mal ins Kino (James Bond). Vom Film haben wir nicht viel mitbekommen, es war ja dunkel. Danach sollte es wieder heimlich durch die Stadt gehen. Ihr war aber kalt, und sie wollte einen Schal holen. Also gings in die Geheimwohnung. Sie hatte das mit der Kälte nicht so ganz ernst genommen, denn sie zog sich jetzt aus. Jetzt gings an der Erde auf die Matratze. Irgendwann schliefen wir ein, und ich schlich mich in der Frühe aus dem Haus, musste ja zur Arbeit. Problem nur ich wusste nicht wo ich war u. Google Maps gab es noch nicht. Die Liebe ging weiter, und wir wanderten Sylvester immer wieder zu ihrem Ursprung. Nun kam ihre Scheidung, und es wurde bekannt, dass wir zusammen waren. Das hatte abgetretene Spiegel, platte Reifen zerstörten Zaun usw. zur Folge. Des Exmannes Rache. Die Belegschaft wusste nun auch Bescheid. Meine Freundin gab sich jetzt als Chefin. Die selbstständigen Mitarbeiter verschwanden dann nach und nach, und es kamen Befehlsempfänger. Ich wohnte dann eine Zeit lang mit in ihrer Geheimwohnung. Zuerst hatte ich die Nachbarn kennengelernt, die mich auf die Hausordnung und die Reinigung des Flurs aufmerksam machten. Meine Freundin hatte viel Getier, keine Flöhe und Läuse, sondern Vögel, Hasen und Katzen. Ich wollte sie überraschen und habe die Behausungen der Wesen gereinigt. Das fand sie schön, und ich durfte das dann immer machen.
Da fällt mir noch etwas zu den Hygienekontrollen im Geschäft ein. Bei den Blumen im Laden sollte ich die Erde lockern, die trocknen Blätter entfernen oder sonst wegwerfen, die Heizkörper von innen mit einer speziellen Bürste reinigen, und im Lager die gelbe Farbe mit weiß überstreichen. Am Ende einer anderen Kontrolle ging es in den Umkleideraum. Dort stand eine Wand voller Schuhe. Ich sollte die Schuhe sofort wegwerfen. Ich sagte:“ Mach ich nicht, es sind nicht meine. Die Pauschalkräfte haben auch ihre Schuhe hier“. Sie dann:“ Wegwerfen!“ „Ich, nein werfen sie sie doch weg, und geben sie es mir schriftlich, damit sie die Schuhe dann ersetzen können.“ Sie ging dann ohne Kommentar in den nächsten Raum. Noch eine Kontrolle. Dazu muss ich kurz etwas erklären. Unser Futter bekam damals ein Bauer, und er lieferte gegen Bezahlung frische Eier. Sie waren bei den Kunden sehr beliebt. Nun kam das Gesetz der Stempelpflicht. Da er nicht solche Massen an Eiern hatte und sie unterschiedlich groß waren, passten sie nicht unter die Stempelmaschine oder gingen dabei kaputt. Also schrieb seine Frau die Nummern per Hand auf die Eier. Eines Tages kam der Bauer und brachte 300 Eier. Da seine Frau krank war, waren sie nicht beschriftet. Er legte aber einen Zettel mit der Nummer dazu. Tags darauf kam eine Hygienekontrolle. Die Eier im Blick hieß es, dass sie so nicht in den Verkehr gebracht werden dürfen. Ich erklärte den Sachverhalt aber erfolglos. Die Eier waren zu vernichten. 20 durfte ich als Selbstbehalt retten. Der Rest ging unter Aufsicht der Beamtin in den Müll. Danach gab es eine Anzeige. Ich habe auf das Schreiben der Staatsanwaltschaft ausführlich geantwortet, seitdem aber nichts mehr gehört. Den Hühnern wurde danach der Hals umgedreht.
Nun zurück zu meiner Freundin. Auf Grund meiner Selbstständigkeit und des daraus resultierenden Zeitmangels fuhr meine spätere Frau mit ihrer Mutter in den Urlaub (Paris, Malta, Mallorca und so). Wir fuhren mal 4 Tage nach Berlin natürlich auch deshalb, um eine Mahnung zuzustellen.
Nun entschlief meine Nachbarin, und ihre Wohnung wurde frei. Wir bekamen seitens der GWG einen Durchbruch genehmigt, und aus den zwei Wohnungen wurde eine, die wir dann bezogen. In meinem Teil befand sich ein Gemäuer. Ich hatte, immer wenn mal Zeit war, gemauert. Es sollte ein Modell einer Kirchenruine werden, so dass man den Innenraum auch bewundern konnte. Ich sammelte kleine Steine, und mit etwas Mörtel habe ich sie vermauert. Das Dach bestand aus Kupferpfennigen. Damals fragte ich bei der Bundesbank nach Rollen neuer Pfennige nach, denn es stand die Umstellung auf Euro an. Sie hatten keine, würden mir aber gern Neue aussortieren. Ich lehnte aber dankend ab. Meine Freundin mauerte dann mit, und es hat Jahre gedauert, bis die Kirche fertig war. Sie wurde dann an verschiedenen Orten ausgestellt und stand zuletzt, vor der Zerstörung durch meine Kinder, im Steingarten.
Wir wohnten nun zusammen, und alles wurde „Kuh“. Sie war eine Kuh schwarz- weiß Sammler. Der Fußboden hatte Kuhflecken, die Möbel ebenfalls und alles was man so machen konnte. Die Kuhdesignergegenstände erkannte man kaum, denn der Schrank war ja auch schwarz- weiß. Ich habe dann meinen Beitrag geleistet und ihr ein Kuhfahrrad geschenkt. Als sie im Urlaub war, habe ich einen leerstehenden Raum als Tierzimmer eingerichtet. So konnten sich die Tiere frei bewegen. Die Wand bekam Strukturputz, des Nachts schleppte ich einen Baum-Ast durch die Straßen und baute ihn dann ein. Es gab auch Heu und vieles mehr. Es war jetzt ein Tierparadies mit 6 Vögeln, 3 Hasen, 3 Katzen und einem Meerschweinchen. Als ich allein war, wurden natürlich die Vögel krank. Ich radelte mit einem Vogel zum Tierarzt. Dieser wusste nicht so recht, was es sein könnte. Er holte ein Bilderfachbuch und ein Mikroskop, und wir beide kuckten nun, was es sein könnte. Er ging dann zur Behandlung allein in die Wohnung und kam blutig wieder zurück. Nie wieder waren seine Worte, und ich musste dann selbst ran. Mit Tieren hatte ich eigentlich nie Probleme, kein Biss, kein Kratzen, kein Treten. Alle ließen sich füttern und streicheln. Ich habe einem Menschenaffen die Hand gegeben, bin über einen Hund gestolpert und bei der Begrüßung einer Schäferhündin auf ihre Pfoten gelatscht. Da dachte ich, das wars. Die Begrüßung war ja auf zwei Pfoten in Augenhöhe unweit meiner Kehle. Sie hat aber mit dem Schwanz wedelnd weiter gegrüßt.
Im Tierparadies mussten uns die Vögel auf Grund einer Allergie meiner Freundin verlassen. Die ganze Wohnung musste „entfiedert“ werden. Das Meerschweinchen starb an Altersschwäche. Die Hasen prügelten sich und waren nur mit Gewalt auseinanderzubringen. Wir trennten sie nun mit einem Sichtschutz. Einer wurde dann verkauft. Der andere erkrankte, bekam Spritzen und eine besondere Pflege, bis er seiner Krankheit erlag. Da war ich recht traurig, denn er war ein stolzer Hase. Eine Rassekatze verstarb ebenfalls an Altersschwäche, da waren es nur noch zwei Katzen.
Wir wohnten nun in der allerersten und einzigen GWG, die Pleite ging. Unsere gezahlten Anteile waren somit weg, den Nachforderungen haben wir erfolgreich widersprochen. Nun wollte man die Mieter auf Lebenszeit loswerden und das Haus verkaufen, also „nette“ Mieter rein. Es stank dann im Haus, es gab ständiges Gebrüll und Bierflaschengeklapper. Im Nachbarhaus stationierte man einen Möchtegern-
Sänger. Dieser brachte immer nachts am offenen Fenster seine Darbietungen dar. Manche Vorstellung musste leider wegen Polizeipräsenz ausfallen. Aber er hielt tapfer durch.
Apropos Polizeieinsätze;
Einen habe ich vielleicht schon erwähnt. Es war ein schöner Sommertag. Doch in der Ferne drohte schon eine Gewitterfront. Es sollte der erste Regen nach der Tschernobyl Katastrophe sein. Ich kam völlig durchnässt im Spätdienst an. Gemeinsam wrangen wir meine Kleidung aus und hängten sie zum Trocknen auf. Zum Feierabend war sie aber noch nicht trocken. Es hatte sich auch abgekühlt, und da meine Sachen noch nass waren, habe ich mich im Laufschritt von der Haltestelle wegbewegt. Hinter mir ein langsam fahrendes Auto. Ich bog dann in zwei Nebenstraßen ab, das Auto auch. Plötzlich gab dieses Gas und setzte sich schräg vor mich. Nun gings richtig los: „Hände aufs Dach, Beine auseinander, dann abtasten Ausweis zeigen und Beutel ausräumen! „Später dann nur noch „Schönen Feierabend!“
Anderer Tag, anderer Ort:
Meine Freundin und ich standen mit dem Auto auf der Linksabbiegespur einer Hauptstraße. Plötzlich nahte auf der Gegenspur ein schnell fahrendes Auto. Ein vor ihm fahrendes Fahrzeug scherte beim Rechtsabbiegen etwas aus, so dass die Rennfahrerin nach links auswich, um dann an unserem Fahrzeug zu landen. Die Fahrerin entschuldigte sich mehrmals, Passanten machten Fotos, und die Polizei kam. Ohne groß etwas aufzunehmen wurde nur angeordnet, die Straße zu räumen. So fuhr wenigstens wieder die Straßenbahn (Schienenersatzverkehr ist teuer). Tage später waren wir dann schuld. Die Polizei-Skizze war wenig aussagekräftig, sie wurde ja im Nachhinein angefertigt. Das Gutachten war uneindeutig, die Fotos gabs nicht mehr, und meine Aussage war nichts wert, da ich mit der Fahrerin befreundet war. Ich verbot unserer Versicherung zu zahlen und erhob Anklage. Die Strafe wurde dann ausgesetzt und später auch nicht vollzogen. Es kam zu einem Vergleich.
Weil wir gerade bei Unfällen sind, hier ein typischer Fahrradunfall. Man fährt korrekt die Straße entlang, und plötzlich öffnet sich die Fahrertür eines parkenden Autos (abrupter Stillstand, Blutergüsse und ein kaputtes Fahrrad). Nun kamen Beschimpfungen (Idiot, die Tür stell ich in Rechnung, ich hole die Polizei). Ich nur: Tun sie das ruhig, und was halten sie von fahrlässiger Körperverletzung, das gibt dann Strafe, und sie zahlen außer der Tür noch mein kaputtes Fahrrad und Schmerzensgeld“. Ich habe mich dann von dem brüllenden Zeitzeugen entfernt. Diese Straße war übrigens eine Einbahnstraße. Als ich sie wieder im Zuge des Heimwegs nutzte, kam mir zügig ein Jeep-artiges Fahrzeug entgegen und bremste. Dahinter kamen zwei zivile Fahrzeuge mit Blaulicht und ein Toni wagen. Die Türen sprangen auf, und mit gezückter Waffe wurden die Insassen des Jeeps herausgezerrt. Später standen sie mit Händen über dem Kopf an der Hauswand und wimmerten (wie im Fernsehen nur live). Ich ging dann mit schwachen Beinen zu Fuß nach Hause. In der Zeitung wurde dann dieser Polizeieinsatz gelobt. Erwähnt wurde aber nicht, dass durch einen einsamen Fahrradfahrer das Fahrzeug zum Halten kam. Die wimmernden Gesellen waren übrigens Taschen- und Handydiebe.
Die Polizei kam auch einmal ins Geschäft, weil ein neuer Fahrer auf seiner Probetour einen Spiegel eines Fahrzeugs abfuhr und flüchtete. Ich konnte aber außer dem Namen des Fahrers nichts weiter berichten. Den Arbeitsvertrag wollten wir erst später machen.
Noch ne Episode:
Kommt ein Stammkunde (kleiner Junge) mit einigen Kindern in den Laden und kauft für 10 Euro Süßigkeiten. Er erzählt dabei, dass er Geburtstag hat und verteilt die Süßigkeiten großzügig. Später kam seine Mutter mit einer Schachtel und meinte, daß dies für 10 Euro doch nicht alles sein könnte, und er sollte die zehn Euro nicht komplett ausgeben. Sie wollte das Geld wiederhaben. Da ja schon fast alles aufgegessen war, weigerte ich mich. Sie rief dann die Polizei. Bis diese da war, beschimpfte sie alle Kunden mit Wixer, Idioten usw. Sie bekam dann auch ihr Geld zurück und ich eine Belehrung über voll geschäftsfähig und vermindert geschäftsfähig. Diese Kinder waren auch sonst recht rechtssicher. Sie standen vor dem Geschäft, und ihre kleine Schwester warf Steine an unseren Transporter. Ich bat sie, das sein zu lassen. Sie grinsten nur und sagten: „Sie darf das, sie ist noch strafunmündig“. Mach weiter!“. Ich dann: „Ich habe auch zwei kleine Kinder und ich weiß, wo euer Auto steht, diese Steine sind dann aber größer!“. Sie schienen ein Fahrzeug zu haben, denn sie hauten schnell ab.
Nun wieder zurück zur Freundin!
Wir zogen um. Es war wieder eine GWG Wohnung in einem Reihenhaus mit Knick. Daraus resultierten schiefe Wände. Umbauen und renovieren mussten wir selbst. Dafür gab es einen Mietnachlass. Problematisch war auch der Auszug aus der alten Wohnung. Wir hatten extra eine Vorabnahme machen lassen und alles nach deren Vorgaben realisiert. Nur zwei Tage vor Ablauf der Mietzeit kam die Endabnahme. Das Ergebnis war, so geht das nicht, und die Vorabnahme hat ein Lehrling gemacht. Er meinte, dass noch einmal Miete fällig wäre. Wir sagten: „nein“ und haben dann unseren Unmut über die Vorabnahme entfaltet und einen Abnahmetermin zwei Tage später vereinbart. Nun haben wir in den zwei Tagen alle Räume tapeziert und alle anderen Auflagen realisiert, so dass der Kollege keine Miete mehr bekam. In der neuen Wohnung war die Kuh sozusagen gestorben. Die Wohnung wurde mit Naturholzmöbeln eingerichtet, und es gab auch einen Garten. An diesem wurde auch immer gebastelt. Erst einmal ohne Vordach, dann ein Vordach aus Weinreben dann Vordach……..
Gebastelt wurde dann auch am Kinderwunsch meiner Freundin. Ich wollte am Anfang eigentlich noch keine. Es war ja, auf Grund meiner Selbstständigkeit, kaum Geld und Zeit vorhanden. Für etwas mehr Geld habe ich nebenbei Autos poliert oder Zeitungen ausgetragen und Flaschen gesammelt (Flaschen sammle ich heue auch noch, ist so drin). Zeitungen austragen habe ich nur einen Monat lang geschafft. Ich hatte zwei Reviere Reihenhäuser. Ich dachte, dann hüpfste von einem Eingang zum anderen, aber denkste Puppe. Da gab es Zäune, Hecken und Sträucher. Also den Gartenweg rein, eine Zeitung loswerden und den Gartenweg wieder raus immer hin und her. Dazu kamen noch Baustellen und im Dunklen keine Straßenbeleuchtung.
Zurück zum Thema Kinder
Auf natürlichem Wege hat es nicht geklappt, also kam eine künstliche Befruchtung für uns in Frage. Meine Freundin schickte mich los zur Frauenklinik. In der Frauenklinik wurde ich dann ständig angegrinst. Ich saß auch brav im Wartezimmer zwischen den ganzen Frauen und habe später in der Sprechstunde mein Anliegen vorgebracht. Mir wurde dann offeriert, dass ich der erste Mann in der Geschichte der Frauenklinik war, der ohne seine Partnerin kam.
Wir wurden dann beide untersucht, bei meiner Freundin war alles in Ordnung, bei mir nicht ganz.
Jetzt wollten wir erst einmal heiraten. Ich hatte einen zeitnahen Termin gewählt, also am Donnerstag für den nächsten Dienstag, da an diesem Tag keine Aufträge Anlagen. Wie sich jetzt jeder denken kann, kamen am Dienstag dann viele Aufträge. Also von der Arbeit zum Standesamt, dann spazieren gegangen und wieder zur Arbeit. Zwei Wochen später gabs bei uns im Garten, natürlich nach der Arbeit, noch ein Essen für Eltern, Schwiegereltern und Kollegen. Diese erfuhren erst dort, dass wir geheiratet hatten.
Nach dem Essen büchste Kater Adam aus. Wir hatten alle Gärten und Schuppen abgesucht, aber ergebnislos. Am anderen Morgen stand er völlig zerzaust vor unserer Tür. Er hatte wohl die anderen Revierhalter kennengelernt. Adam und Eva hatten vier Kinder bekommen, Eva hatte sie sortiert. Es waren zwei Tote und Paul und Pauline (zwei handygroße kleine Katzen im Kinderställchen). Eva hatte sich gut gekümmert, wir mussten aber trotzdem zufüttern. Papa Adam war mit der Kindererziehung überfordert und musste in den Keller ziehen.
Ja, Keller!
Da sind wir schon bei den Schwiegereltern. In einem sanierungsbedürftigen Einfamilienhaus hatte der Schwiegervater dort sein Reich. Er hielt sich auch Hühner und hatte im Garten eine Feuerholzwerkstatt. Beruflich war er schon mit 53 Jahren im Ruhestand (das kam durch die Wende). Er und ich wollten ja einmal ein Buch über sein Leben verfassen. Wir sind aber damit nicht weit gekommen. Als Kind erlebte er mit 6 Jahren die Bombenangriffe. Später ist er oft durch die Trümmer gekraxelt. Als er 23 war, kam die Wehrpflicht. Er wurde aber nicht in die NVA eingezogen. Es wurde gemunkelt, dass er bei einem Aufnahmeszenario der Fremdenlegion teilnahm. Im Einsatz war er aber nicht. Er hatte Landschaftsgärtner gelernt. Auf Grund seiner Leidenschaft für Kraftfahrzeuge ist er dann Fahrer bei russischen Kommissaren geworden. Da nun die sozialistische Einheitspartei nicht in seinem Interessengebiet stand, verlor er den Job. Er fuhr dann mit größeren Fahrzeugen Getränke aus und später für ein Kombinat alles mögliche. Er war dann bei sogenannten Tauschgeschäften dabei, oder es fiel auch öfter etwas vom Auto.
In seiner Jugend brach er sich bei einem Motorradunfall den Kiefer. In einer Klinik wartete er auf den Arzt. Dieser musste aber zur Parteiversammlung. Als er wiederkam war das Gesicht schon geschwollen, und es konnte nicht operiert werden. Nach dem Abschwellen war der Kiefer schon teils angewachsen und sollte deshalb noch einmal gebrochen werden. Er lehnte dankend ab und trug dann einen Vollbart. Er hat immer gern geflirtet, aber fremd gegangen ist er nie. Ja, soweit sein Buch.
Zurück zu den Schwiegereltern. Mein Erscheinen auf der Bildfläche wurde natürlich nicht gefeiert. Mein Vorgänger hatte ja viel am Haus und im Garten gemacht. Er legte sogar einen großen Teich an. Ich hatte dafür ja keine Zeit. Ich stellte dann als amtierender Schwiegersohn meinen Transporter zum Holen der Ware von außerhalb bzw. zum Austeilen der Ware zur Verfügung. Meine Schwiegermutter hatte auf dem Hinterhof einer belebten Straße eine Tierhandlung. Sie saß dann am Schreibtisch, qualmte und beobachtete die arbeitenden ehrenamtlichen Mitarbeiter. Sie war ständig am Schimpfen und Jammern, dass immer weniger Kunden kommen. Wenn man aber vor der Ladentür mit dem Schild, komme gleich wieder“ 2 Stunden steht oder man etwas bestellt und es erst 4 Wochen später erhält, weil man die Bestellungen erst sammelt, um Rabatt zu erhalten, dann braucht man sich nicht zu wundern. Sie hat dann die triste Farbe im Laden als ursächlich erkannt und alles blau gestrichen. Dann kamen drei Herzinfarkte in einem Jahr und der Laden wurde geschlossen. Da habe ich dann auch Punkte gesammelt. Vor dem OP-Termin waren meine Frau und ich im Krankenhaus zu Besuch. Schwiegermutter jammerte, dass sie es vorher nicht zum Frisör geschafft hatte. Ich sagte: „Nicht schlimm, sie haben ja eh ne Haube auf.“ Die Haare sieht dann keiner. Ich durfte dann den Raum verlassen. Später war ich, wegen meiner Arbeitszeit, nur abends zu Besuch. Ich sollte aber bald wieder gehen, da im Fernsehen ihre Serie kam. Ich sollte dann gar nicht mehr kommen, da sich die Zimmerpartner abends durch mich gestört fühlten. Gestört war das Verhältnis sowieso. Es wurde einmal ein Essen kurzfristig storniert, es war aber schon fertig. Meine Frau meinte, sie könne es zu ihren Eltern bringen. Ich sagte zu, wollte dafür aber einen kleinen Obolus haben. Meine Frau kam dann mit dem Essen wieder zurück, und wir verkauften es anderweitig. Als Feedback kam „Wir brauchen keine Almosen.“
Nun sind wir schon bei Geschenken. Meine waren immer etwas anders. So gabs für meine Schwester ein Autogramm eines berühmten Schauspielers. Mein Bruder bekam einen Brief von Boris Becker und ATP-Karten in einer mit Mull und Schleim gefüllten Schatulle (er war immer so reinlich). Mein Vater bekam ein Autogramm mit einer Widmung eines bekannten Kardinals. Die Geschenke für die Schwiegereltern waren Hühner, ein aufblasbarer Sessel für ihren Pool und darauf ein Porträt von Ernst Thälmann. Ich habe mir auch mal Kronkorken und die dazugehörige Verschluss Maschine besorgt. Ich habe dann Bierflaschen mit Fruchtsaft gefüllt, eingeweckt und verschlossen. Die Schwiegereltern tranken ja gern Bier. Es war als Spaß gemeint und hat viel Mühe gekostet. Geschenke von mir waren dann nicht mehr erwünscht.
Ich selbst hatte 4 Sofakissen in Zugdesigne, einen gelben Pulli und einmal eine Packung indischen Tee und Tee Musik bekommen.
Meiner Frau habe ich natürlich auch etwas geschenkt. Sie war da auch sehr aufmerksam. Geburtstag, Weihnachten, Ostern, Valentinstag Hochzeitstag, Muttertag, Frauentag und Adventskalender waren Pflichttermine. Sie hätte sich natürlich zwischendurch auch mal etwas gewünscht (z. Bsp. Blumen). Da habe ich sie enttäuscht. Schnittblumen gabs bei mir nur selten, eher dann Topfpflanzen. Es gab von mir so Kleinigkeiten wie Tonfiguren, originelle Spardosen, wie schon erwähnt Blumentöpfe. Zur Hochzeit gabs den Ehering. (Ich hatte keinen, wollte keinen tragen noch nicht mal eine Uhr, geschweige denn einen Ring)), dann Ohrringe und Goldringe. Nach der Geburt der Kinder (das Thema Kinder kommt noch) gabs die Finger als Ring und Ohrring in Silber von beiden Kindern. Weitere Geschenke waren eine Karte zum Konzert von Eros Ramazotti und Klaus Lage, eine Zoojahreskarte und eine Tierpatenschaft, eine Märchenkutschfahrt und wie schon erwähnt ein Kuhfahrrad. Das waren so Geschenke, die ankamen.
Die Märchenkutschfahrt war eine Gemeinschaftsproduktion von Familie und Kollegen. Es war der gestiefelte Kater. Wir gingen (eine Freundin, die Kinder und ich) ins Spaßbad baden. Als wir rausgingen, verkleideten wir uns. Einer war der Kater und mopste ihre Sachen. Nur halb bekleidet kam sie dann in die Empfangshalle. Dort wartete der König auf sie und gab ihre standesgemäß neue Kleidung. Jetzt begleitete er sie zur zweispännigen Pferdekutsche. Mit ihr ging es dann quer durch die gesamte Stadt. Zuerst vorbei an einem Zwerg, der Feuerholz schlug und dabei seinen Bart einklemmte. Danach sah man einen kleinen Mann, der zwischen Heuballen und Goldbarren ums Feuer hüpfte. Weiter gings in Richtung Frau Holle. Sie schüttelte kräftig die Betten, so dass es schneite. Am Rathaus stand der Bürgermeister mit Amtskelle und Zigarre, und von einem Schloss ähnlichen Haus ließ Rapunzel ihr Haar herunter. An einem Brunnen saß der Froschkönig mit goldener Kugel (in einem echten Taucheranzug). Jetzt gings zum Dom, wo der Bischof in voller Montur Weihwasser unter die Leute brachte. Auch jagte Rotkäppchen den Wolf oder umgekehrt (Wolf auf Schlitten), Zwerg Nase hatte schwer an seiner Nase (1m) zu schleppen. Es ging auch an Feldarbeitern vorbei, die der König nach ihrem Herrn fragte. Nun tanzte ein Clown am Straßenrand, und ein Ritter versuchte die Rosenhecke am Straßenrand mit einem Schwert zu durchbrechen, hinter der das schöne Dornröschen stand. Jetzt wurde das leblose Schneewittchen über einen Parkplatz gezogen. Später überfielen Klonsoldaten und Darth Vader persönlich die Kutsche. Der König konnte sich aber mit einer Torte freikaufen. Nun gelangte die Kutsche zu einem prächtigen Schloss (unser umgestalteter Transporter). Hier herrschte der große Zauberer. Er wurde durch zwei Wächter mit großen Lanzen und Sicheln geschützt. Die Wächter wurden überwunden, und der Zauberer zeigte sich. Er wurde durch den Kater nun provoziert. Der Zauberer wurde unsichtbar und dann zum zweiköpfigen Superdrachen. Den Kater überzeugte dies alles nicht, denn zu einer Maus werden konnte er bestimmt nicht. Das wollte der Zauberer nicht auf sich sitzen lassen, und schon war er eine Maus. Die wurde dann vom Kater gefressen. Auch die anderen bekamen jetzt zu essen. Die Pferde aßen Möhren, und die Mitspieler bekamen in einem warmen Raum Kesselgulasch.
, Ja, wie bei jeder großen Produktion gabs natürlich auch Pannen. Diese benenne ich kurz. - Die Kinder hatten, anders als besprochen, zu Hause nicht gefrühstückt. Als wir loslegen wollten bestand meine Frau darauf, am Imbiss ein Mahl zu nehmen. Die Darsteller und die Pferde wurden dadurch unruhig (die Kutsche konnte nicht lange halten und musste dann durchfahren).
- rote Ampeln- der Zwerg kam zu spät zum Holz hacken, so daß der Bart nicht klemmte
- Der Bürgermeister war nicht erschienen und musste durch eine Bürgermeisterin ersetzt werden.
.4.- Wir wurden beim Vorbereiten der Stationen missverstanden. Im Radio kam- es wurde grad ein Blitzer……aufgebaut. - Wir wollten an den Haltestellen, welche die Kutsche passierte, zum Winken und Jubeln der Wartenden Pfeifen und Fahnen verteilen. Es war aber ein nasskalter Sonntagmorgen. Nur an einer Haltestelle standen ca. 10 Mann, aber sie haben gejubelt.
6.- Wir hatten einen Bollerwagen auf einem Parkplatz mit dicker Kette an einem Pfeiler befestigt. Darauf sollte das tote Schneewittchen transportiert werden. Als wir ankamen war kein Bollerwagen, sondern nur noch die Kette da. Wir mussten dann improvisieren. Da die Pferde keinen guten Tag hatten, konnte die Kutsche nicht halten und somit konnte niemand Schneewittchen küssen und den geplanten Imbiss nehmen. - Ich war mit dem Fahrrad und den Kindern in der Rikscha immer vorausgefahren, damit der Kutscher wusste, welche Straßen passiert werden mussten. Das Fahrrad ging kaputt. Notfallkomparsen (meine Schwester und Ehemann) mussten uns dann schnell mit dem Auto fahren.
8.- Die Kutsche hat dann eine Straße verpasst. Die Star Wars Stars und ich, mussten dann im Laufschritt die Kutsche abfangen und völlig außer Atem die Kutsche überfallen.
9.- Den letzte Weg zum Schloss bin ich dann mit der Kutsche mitgefahren.
10.Die Maus ist nicht vor dem Schloss geflüchtet, sondern wurde hinter ihm gefressen. Das lag an der Steuerung.
Leider hatten wir auch keinen Fanfarenbläser gefunden.
Es sollte später noch ein ähnliches Stück geben, mit einem Orchester (Schalmei) und einer Schlange. Also vorn ein großer furchtbarer Kopf, dahinter die Mitwirkenden unter einem Betttuch (kennt man aus China). Man wäre dann zum See und in die Boote gegangen, hätte Enten geangelt und von großen schwimmenden Inseln essen erhascht. Einen der Drachen und Goldbarren gibts übrigens noch. Enten, Schlangenkopf und andere Dinge wurden mittlerweile zweckentfremdet und sind verschollen, ebenso der Kescher.
Nach diesem kam auch ein schönes Geschenk von meiner Frau für mich.
Wir fuhren in den Harz. Dort schauten wir uns eine schöne Stadt an, und ich bekam eine exklusive Führung durch die Werkstatt der Harzer Schmalspurbahn. Damit war noch nicht Schluss. Wir fuhren nach Schierke. Von da aus ging es auf den Brocken ins dortige Hotel. Dort lag noch 1m Schnee. Wir waren fast allein dort, es war sehr still, und man konnte die Füchse beobachten und einen super Sonnenuntergang.
Sie schenkte mir und den Kindern auch einmal in Hamburg den Besuch des Musicals „König der Löwen“. Wir waren mit dem Zug dort und haben vorher im Hotel gefrühstückt. Bei einer anderen Busmusicaltour gingen wir nach der Vorstellung zum Bus. 10 Meter vor uns stieg gerade noch ein Pärchen ein, und der Bus fuhr los. Erst dachten wir, dass er wendet, aber er war dann weg. Zum Glück konnten wir telefonisch noch jemanden erreichen, so dass wir noch abgeholt wurden. Kuhl war bei einer anderen Busfahrt ein älterer, gemütlicher Busfahrer. Er meinte „Wir sind ja schon vollständig und haben noch Zeit, dann zeige ich euch mal Hamburg.“. Ich glaube, wir waren überall (Innenstadt, Hafen, Prominentenviertel usw.). Hamburg haben wir uns noch mehrmals geschenkt, sie mir Phantom der Oper, ich ihr Dirty Dancing. Ja, beschenkt haben wir uns reichlich. Einmal bekam ich eine Exklusivführung durch die eiserne Stadt Ferropolis. Wir waren auch in Berlin im Hotel und sind dann ins verrückte Musical Blue Man mit Klempnermusik, ohne Text und mit Klopapierrollen gegangen. Mir wurde dann per Leuchtschrift zum Geburtstag gratuliert, und der gesamte Saal beglückwünschte mich. Gott sei Dank brauchte ich nicht auf die Bühne. Im Hotel dachte ich, das falsche Zimmer erwischt zu haben. Es war aber richtig. Alles war geschmückt und viele Fischhäppchen (esse ich gern) standen bereit. „Schön nicht?“
Später bekam ich meist gebastelte Bilder Schokoladenautos (gebastelt aus zig Tafeln) oder Präsentkörbe.
2 ausgefallene Geschenke von meiner Frau sind noch zu erwähnen.
1x am Hochzeitstag- Ein Kunde bestellte bei uns eine Platte für Verliebte mit Häppchen, Spießen, Obst einer Kerze und so. Er holte sie auch ab und bezahlte sie. Später stand diese Platte dann als Geschenk bei uns auf dem Tisch. So aß ich meine eigene Arbeit auf. Ein anderes Mal sollte ich bei Netto unbedingt Himbeeren kaufen. Ich kam dann mit drei Tüten Himbeeren in die Firma. Was ich da vorfand war auf dem Tisch 1 großes Herz aus Himbeeren???
Geschenke von mir kamen dann nicht so an. So verfasste ich ein Gedicht zu Weihnachten und trug es auch vor. Alle fanden es schön, nur eine nicht. Es war wohl eine fragwürdige Stelle drin. Um längeren Diskussionen zu entgehen, habe ich es dann in Stücke zerrissen. Ein anderes Mal hängte ich einen kleinen Kuhrucksack an die Tür. Er war mit Gutscheinen gefüllt. Das hatte sie wohl nicht bemerkt. Auf jeden Fall rief mich ihr Vater an, warum meine Frau sich scheiden lassen wollte. Was ich denn gemacht hätte. Der gleiche Anruf kam von ihrer Freundin.
Dann gab es mal einen anderen Geburtstag. Ich hatte einiges vorbereitet. Eigentlich sollte es ein Wohlfühlwochenende mit der Freundin sein, aber man wurde sich nicht einig. So studierte ich für den Abend des Geburtstages ein kleines Theaterstück mit den Kindern ein. Sie waren zwei Jahre alt und stellten Tiere dar. Anschließend sollte es mit bunten Farben und Steinen in die Wanne gehen. Am Sonntag darauf, bei der Feier mit Verwandten, sollte ein Spiel gespielt werden. Die Verwandten waren eingeweiht. Ich baute eine Fernsehshow nach, die sie immer schaute. Sie sah ja auch oft Kindersendungen, so auch Bob der Baumeister. An seinem Geburtstag hatte ihm erst einmal niemand gratuliert, und am Abend war die Freude über das Überraschungsgeschenk um so größer. So wollte ich es auch machen. Morgens kam meine Frau dann wütend mit Tränen in den Augen in die Firma und sprach kein Wort mit mir. Auch Erklärungen waren vergebens. Abends wurde ich erst nicht in die Wohnung gelassen, dann aber doch, bekam aber die Tür ins Gesicht und die Kinder nicht zu Gesicht. Ich bin dann ins Bett gegangen Das kleine Theaterstück haben wir dann Weihnachten aufgeführt, bunt gebadet aber nicht, und das Spiel habe ich nach zwei Jahren weggeschmissen.
Anderes Thema:
Wir wollten Kinder bekommen. Nach mehreren Versuchen hat dann die künstliche Befruchtung geklappt. Es entstanden 2 Jungs, die beim Ultraschall wie kleine Astronauten durch die Gebärmutter schwebten. Die Schwangerschaft war kompliziert. Da gab es die Schwangerschaftsgelbsucht, einen Placenta-abriss und einen verklemmten Fuß eines Kindes, was später auch zum Kaiserschnitt führte. Vorher hatten wir einen Geburtsvorbereitungskurs besucht. Mama bekam die Kinder, und ich habe sie gewaschen und einen Fußstempel gemacht. Anfangs sahen sie noch gleich aus. Später formten sich zwei unterschiedliche Gesichter. Einer lag mit Brille im Sonnenstudio (Gelbsucht) und der andere hatte ein Gipsbein. Es gab auch noch zwei andere Wehwehchen. Erst später wurde bemerkt, dass einer seinen Kopf nicht drehen konnte. Er wurde eingerenkt. Er trug dann einen Helm, damit der Kopf sich wieder. richtig formte,
Die Klinik, die den Kopf wieder richten sollte war außerhalb. Also fuhr man mit dem ICE dorthin. Einmal hatte die DB-Probleme. Ein Zug fiel wegen einem Suizid aus, der andere Zug war kaputt, also eine Lok davor gespannt und abgeschleppt. Der Zug sauste dann los und war fast pünktlich. Nur drinnen gabs keinen Strom. Der Schaffner lief mit einem Pappschild durchs Abteil, um den nächsten Halt anzuzeigen, es gab keinen Imbiss, die Toiletten waren zu und die Türen mussten beim Aussteigen mit Hand geöffnet werden.
Das andere Söhnchen hatte zwei krumme Finger. Er konnte die kleinen Finger nicht strecken. Kann er, dank meiner, heute auch noch nicht. Nachdem ich darauf hinwies haben alle rumgewundert, und er bekam auch gleich einen OP-Termin. Er sollte mit einem halben Jahr Abstand erst rechts, dann links operiert werden. Er war erst 1,5 Jahre alt. Ich verweigerte dazu aber mein Einverständnis.
Die Kinder wuchsen wie alle anderen heran. Es wurde Tapete abgerissen, Wände bemalt und vieles mehr. Vielleicht hatten die Kinder es auch schwer mit Papas Erziehungsstiel. Zumindest bekam er von außen viel Kritik. Ich bin meist, wenn die Kinder bei Tätigkeiten helfen wollte, darauf eingegangen. So haben wir gestrichen oder tapeziert. Sie haben auch mit drei Jahren schon den Hammer geschwungen. Auch konnten sie sich mit zwei Jahren schon ihre Fingernägel schneiden. Die Kindergärtnerin war begeistert, die Mutter hats verboten. Wenn die Kinder auf einen wackligen Stuhl stiegen, habe ich sie umfallen lassen (mit auffangen). Am Herd durften sie sich die Finger verbrennen (nur fast). Ich habe auch immer alles erklärt, so hatten sie etwas Respekt vor bestimmten Dingen bekommen. Sie wussten dann, dass jede Ursache auch eine Wirkung hat und mussten nicht eigenständig ergründen, weshalb manches verboten war. Später wurde mir allerdings von den Kindern gesagt, ja Papa, es wird schon stimmen, aber wir möchten unsere Fehler auch selber machen. (Wenn sie was gebaut hatten, was nicht so funktionierte wie sie sich das gedacht hatten).
Meine Frau hat auch viel mit den Kindern gebastelt. Sie hatte sich dafür Zeit genommen. Anfangs hatten wir uns noch mit Früh- und Spätdienst abgewechselt, später machte sie nur noch Frühdienst. Ich hatte die Kinder weggebracht, und sie hat sie abgeholt.
„Wussten sie eigentlich, dass eine Abholvollmacht für den Kindergarten ein Dokument ist?“. Ich habe für meinen Schwiegervater immer mal welche geschrieben. Da stand jedes Mal ein anderer Text drauf. Zum Beispiel: Der Vater der Mutter von…… oder Lieblings Opa… oder Schwiegervater von…. , oder Herr oder Vater meiner Frau…. oder auch mal lustige Sachen. Ich wurde, als ich nur noch korrekte Angaben machte, von den Kindergärtnerinnen angestoßen und gefragt, warum ich keine lustigen Vollmachten mehr schreibe. Sie hatten diese gesammelt. Ich konnte dann antworten, dass ich von der Betriebsleitung einbestellt und belehrt wurde.
Ja, die Kinder entwickelten sich weiter. Der eine, noch Chef in der Krabbelgruppe, musste sich bei den größeren Kindern unterordnen. Das beantwortete er mit Einnässen, und das erforderte den Besuch eines Psychologen. Der andere musste zum Logopäden.
Einen Psychologen kenne ich auch. Wegen einem Tunnelblick (Augenkrankheit) hat mich ein Neurologe dorthin überwiesen. Ich musste dann an mehreren Tagen am PC einen Test absolvieren. Wenn etwas falsch war, machte er brummende Geräusche. Da er nur bei mir brummte, wussten alle Teilnehmer gleich Bescheid, wie blöd ich war. Bei der Auswertung lag ich aber im oberen Bereich. Es gab dann verschiedene Sitzungen mit Reden oder per Meditation in sich gehen. Das waren natürlich wertvolle Stunden für Geist, Seele und Geldbörse. Deshalb habe ich alsbald darum gebeten, die neuen Termine außerhalb der Sitzung zu besprechen. Er war auch sonst etwas merkwürdig. Einmal kam ich zum Termin und wurde nicht reingelassen. Ich habe dann geklingelt, geklopft und von unten gerufen, denn das Fenster stand auf (Handy gabs noch nicht). Ich bin dann gegangen. Beim nächsten Termin habe ich es angesprochen. Er meinte dann, es liege an meinem Verhalten (sollte ich die Tür aufbrechen?) Ein anderes Mal sollte ich für einen Patienten mit Phobie Spinnen mitbringen. Ich habe es mit einer Schachtel gemacht. Eine Woche später bekam ich die Schachtel wieder. Er hätte doch die Schachtel wegschmeißen können. Er dann: „Die Spinnen waren da doch noch drin“ (seltsam). Später hatte er sich auf Hypnose spezialisiert. Ich konnte nicht hypnotisiert werden und wurde deshalb uninteressanter. Die letzte Rechnung für dieses Jahr würde er im Januar schreiben. Ich meinte, kein Problem, es steht ja die Behandlungszeit drin. Das sah die Krankenkasse anders und wollte die unerhebliche Summe nicht zahlen. Die Bitte, diese Rechnung vielleicht auf Dezember zurückzudatieren, traf beim Psychologen auf taube Ohren (er hätte vielleicht mehr Steuern zahlen müssen). Der nun eingeschaltete Rechtsanwalt hat dann die Einspruchsfristen nicht eingehalten, dafür aber nichts berechnet. So hatte ich „nur“ noch die Behandlungskosten zu zahlen.
Da fällt mir noch etwas ein.
Mit einem meiner Söhne war ich ja zur Ergo und auch beim Kinderpsychologen. Einmal musste mich meine Frau vertreten. Daraufhin bekam ich eine Einladung für den psychologischen Dienst. Es war aber alles in Ordnung. Später bot uns diese Psychologin eine Eheberatung an. Es war ja eine Zeitlang so, dass meine Frau sich um die Kinder kümmerte, während ich von 9 – 22 Uhr an sieben Tagen in der Woche auf Arbeit war. Wenn ich dann mal zu Hause war, habe ich mich dann mit den Kindern beschäftigt und meine Frau dabei vernachlässigt. Diese Beratung brauchte nur drei Sitzungen. Ich schlug vor, dass wir ja im Betrieb die Arbeiten gemeinsam verrichten können und Oma die Kinder wegbringt. Jetzt war es ja so, dass meine Frau von früh bis zehn arbeiten war und ich den Rest. Bei meinem Vorschlag hätten wir mehr Zeit füreinander gehabt. Er wurde aber abgelehnt. Im Ergebnis stellte die Psychologin fest, dass ich meine Frau liebe, es nur anders zeige. Ein Statement dazu, ob meine Frau mich liebt, gab es nicht. Wir haben dann sonntags den Betrieb ruhen lassen und interessante Ausflüge als Familie gemacht. Später schlief das dann ein. Der Partyraum, den sie betreute, wurde nun fast jeden Samstag genutzt, und die Veranstaltungen zogen sich bis in den Sonntagmorgen hinein. Sie schlief dann sonntags aus und fuhr danach wieder in den Raum zum Aufräumen und Absprachen tätigen (könnte man auch montags machen). Später half ihr ihr Freund, und der konnte nur sonntags. Ich war dann mit den Kindern allein. Es gab nun oft Zofft, weil ich noch nichts im Haushalt gemacht hatte. Dabei wollte ich sie nur schlafen lassen und nicht mit dem Geschirr klappern oder Staub saugen. Auch war das Decken des Frühstückstisches nicht angebracht, hier will keiner frühstücken usw. Später ist sie sonntags auch mal allein mit den Kindern weggefahren, denn mit mir nervt es ja nur. Die Kinder durften mir nicht verraten, dass noch jemand dabei war. Ich war dann in der Woche arbeiten und sonntags allein zu Haus (Garten und Haushalt machen). So war es auch, als sie mit den Kindern ausgezogen ist. Zurzeit kommen die Kinder aber jedes Wochenende und auch zwischendurch. Ich kenne nun auch den Freund meiner Frau, es ist kein Geheimnis mehr. Er wohnte von Anfang an mit in der neuen Wohnung.
Nun etwas anderes.
Ich habe auch mal eine Fahrerlaubnis gemacht. Die Theorie war hervorragend, die Praxis der Schrecken aller Fahrlehrer. Ich konnte die Spur nicht halten, kam immer nach links. Die Fahrlehrer hielten sich immer fest und griffen auch mal ins Lenkrad. Wenn ich auf die Schilder schaute oder auf andere Dinge oder einen Schulterblick machte, also nicht nach vorn schaute, kam ich von der Spur ab. Ein Lehrer fragte mich mal, ob ich denn Fahrspaß habe. Ich sagte: „Nein, es ist stressig!“ „Warum machen sie es dann?“ Ich wurde dreimal zur praktischen Prüfung zugelassen. Einmal war das Einparken nicht perfekt. Da ich mich sehr auf das Halten der Spur konzentrieren musste, bin ich auch einmal als Geisterfahrer auf die Autobahnauffahrt.
Einmal habe ich die Abfahrt verpasst und dann die Spur verloren. Gott sei Dank, werden jetzt andere sagen.
Ich erzähl noch mal kurz von ein paar Urlauben. Was heißt kurz. Urlaub war ja am Anfang als Jugendlicher groß nicht. Ich fuhr, wie schon erwähnt, zu meinen Eltern ins Gebirge hinterher. Mit meiner Schwester war ich für 5 Tage in den Alpen (in Ramsau). Dort sind wir gewandert. Einmal mussten wir umkehren, da wir in eine Wolke geraten waren. Man sah ja nichts mehr. Wir waren am Königssee, in einem Kloster und als Höhepunkt auf dem Watzmann. Darauf hatten wir uns gut vorbereitet. Wir waren am Gipfel und um 14 Uhr wieder zurück. Ich hatte wieder einen Fehler gemacht. Es war ein sehr warmer Sommertag, im Tal schon früh um die 30 Grad. Wir packten viel Trinken, Essen und Wechselkleidung in den Rucksack. Dann ging es schnurstracks nach oben, kaum Pausen und automatisch immer weiter. Die ersten Schneefelder tauchten auf, und es bot sich uns ein wunderschönes Panorama. Oben dann Schneefall, 5 Grad und keine Sicht. Es war Zeit, die durchgeschwitzten Klamotten zu wechseln. Sie waren leider in einem Stoffrucksack (also nass). Da wir jetzt unheimlich froren, ging es gleich wieder runter.
Damals hatte ich mir oft vorgenommen, etwas zu unternehmen. Meist habe ich die Veranstaltungskarten dann wieder verkauft. Ich hatte mir auch eine Jahreskarte für die Bundesgartenschau geholt. Ich war aber nur einmal abends dort. Mit meiner Freundin oder Frau, war ich dann öfters weg. Zur Hochzeit hatten wir einen Urlaub im Winter auf Madeira geschenkt bekommen. Ich möchte ihn hier mal ausführlich beschreiben.
Man kann ihn auch überspringen. - Tag
Kurz nach 4 Uhr rief der Wecker zum Aufstehen. Wir folgten diesem, putzten uns raus, versorgten die Tiere und waren viel zu früh fertig. Nun galt es, auf meinen Bruder zu warten. Dieser wollte uns um 5 Uhr nach Berlin bringen. Punkt um war er dann da. Wir stiegen nun flugs ins Auto (Papas Schlitten) und fuhren nach umfangreichen Startvorbereitungen des Fahrers um 5 Uhr ab. Um sieben Uhr kamen wir in Berlin Schönefeld an. Nach hundert Minuten Umherwandeln ging es los. Jule warf ihre Nagelwaffe in einen vollen Container, dann bestaunten wir die zollfreien Waren und stiegen in den Bus. Dieser fuhr uns zu unserem abgelegenen Flugzeug. Es fuhr dann zum Enteisen und hob wenig später ab. Zu sehen gab es, wegen der geschlossenen Wolkendecke, wenig. Kurz nach dem Start wurde der Sinkflug (mit starken Ohrenschmerzen) eingeleitet und mit der Landung in Hamburg beendet. Dort wanderten wir in Richtung unseres Terminals. Nach einer Zeit ewigen Wartens stiegen wir in ein weihnachtliches verschneites 200 Personen fassendes Flugzeug. Nach dem Einnehmen der Plätze scherzte ich zu meiner Freundin rüber: „Werte Gäste an Bord, bevor wir unseren Flug antreten, fahren wir in die Werkhalle und wechseln das rechte Triebwerk“. Sie fand es aber nicht lustig. Wir wurden nun per Video über die Sicherheitsvorkehrungen aufgeklärt. Dann kam wieder das Enteisen, und wir wurden mittels eines Fahrzeugs auf die Rollbahn gezogen. Nach einigen Minuten Ruhe meldete sich der Kapitän. Werte Fluggäste: „Leider lässt sich das rechte Triebwerk nicht starten. Wir werden uns deshalb abseits der Bahn begeben, um einen vermuteten Schaden an der Einspritzpumpe zu beheben“. Nach einiger Zeit dröhnten dann die Triebwerke, und wir konnten mit einer Stunde Verspätung starten. Es gab nun zu trinken, zu Essen und zu Shoppen aber wegen der Wolken wenig zu sehen. Schon bald kam die Durchsage, dass wir wegen der günstigen Winde 15 Minuten früher als geplant auf Madeira landen und jetzt in den Sinkflug gehen. Nun kamen wieder die Ohrenschmerzen und später die Insel. Wir flogen sie ganz sacht an, bis das Flugzeug plötzlich wie auf einer Achterbahn wippte, dann eine Kurve flog und auf der kurzen Landebahn stark bremste. Wir waren nun auf Madeira. Zunächst galt es, unsere verdreckten Koffer zu holen. Anschließend erklärte man uns, dass wir keine Reiseleitung haben, da wir so abgelegen wohnen, und alle Touren in Funchal (was 52 km von unserem Hotel entfernt liegt) ihren Ausgang finden. Jetzt ging es aber zunächst mit einem kleinen Bus und einem stummen Fahrer über gefühlte tausende von Kurven, vielen Bergen und Tunneln in Richtung…. Dort angekommen organisierte ich meinen Magen neu, und wir zogen ins Hotelzimmer. Dieses war nach Standard eingerichtet und hatte einen Balkon mit Meerblick. Das Hotel selbst lag hinter einem Berg am Ozean. Es wurde vor kurzem saniert, nur die Sanitäranlagen wurden etwas vernachlässigt. Der Donnerstag stand nun ganz im Zeichen der Erkundung der näheren Umgebung. Der ganze Ort liegt in einem Tal direkt am Atlantik. Es ist eine recht verschlafene Gegend die versucht, ein Touristenzentrum zu werden. Neben einer neu errichteten Promenade mit Wasserspielen, Spielplatz, botanischem Garten, Tennisplatz und Betonwürfeln mit Geschäften und Lokalen gibt es auch einen schönen Stadtkern. Dort gibt es kleine Läden, in die maximal zwei Kunden passen. Hier gibt es auch eine bunt geschmückte Kirche mit einem schönen Friedhof und viele kleine Restaurants (natürlich auch Frisör, Bank, Post Schule etc.). Die Stadt wird von gewaltigen Bergen aus Vulkangestein umgeben. In den unteren Hängen wurden Terrassen angelegt, die teilweise landwirtschaftlich genutzt werden (vorrangig auch zum Weinanbau aber jetzt im Winter mehr für Kartoffeln, da der Wein kein Laub hat). Außer dem Stadtkern gibt es auch schöne Häuser neben Müllbergen, gut ausgebaute Straßen und welche, die nicht mehr genutzt werden. Es gibt Häuser und Baustellen, die nicht mehr gebraucht werden, streunende Hunde, Tierkadaver, verfallene Hütten und liebevoll gepflegte Villen. Alle touristischen Gebiete sind liebevoll hergerichtet, originell verpackt und gepflegt.
Nach unserer ersten Tour und dem Studieren etlicher Wanderführer stellte sich heraus, dass die meisten Touren außerhalb unseres Ortes begannen und schwer zu Fuß erreichbar waren. Jule kümmerte sich nun um die Verlängerung der Mietwagenzeit von Samstag bis Mittwoch, was auch gelang. Zum Abend hin erkundeten wir auch noch das Hotel mit Fitness, Sauna, Whirlpool, Schwimmbecken etc. Dann besuchten wir das Restaurant. Hier konnte man zwischen einem Menü und ala Carte wählen. Das Essen war recht reichhaltig. Der Fisch dominierte. Es gab aber auch Rind- und Schweinefleischgerichte. - Tag
Der Freitag begann nach dem Aufstehen mit dem Frühstück. Das Frühstücksbuffet umfasste einfache Brötchen, Toastbrot und Mehrkornkaviarstangen. In kalten Chafings befanden sich Miniwinnis, gebratener Schinken, Spiegeleier und in Ei gebackene Brotscheiben. Ferner gab es Vordersaftschinken, Bierschinken, Butter, Honig, Marmelade und Cornflakes sowie Wasser, Kaffee, Milch Tütensaft, Äpfel und Orangen.
Nach dem Frühstück gingen wir den Tag auch gleich an. Wir gingen am Rande des Ortes an den Felshängen entlang und später direkt durch den Ort. Dort begegneten uns die typischen Villen und Häuser, mal prachtvoll, mal verfallen. In den Vorgärten fand man meist abgestellte Gerätschaften und jenseits des Grundstücks Müll. Wir gingen an verlassenen Baustellen und Tierkadavern vorbei, bestaunten aber auch die Vielfalt der hier vorhandenen Vegetation. Nun ging es zu den Grotten, der Attraktion des Ortes. Nach einigen dunklen Wegen kamen wir an einen Parkplatz. Ab jetzt gab es wunderschön ausgebaute Wege mit toller Bepflanzung und Wasserspielen. Wir waren am Ziel, und mit uns der streunende Hund, der uns die ganze Zeit begleitete.
Wir hatten nun unsere Karten und erfuhren, dass die Führung auf englisch ist und man sich oben traf. Wir waren noch nicht ganz oben, da wurden wir abgefangen, auf englisch besudelt und in einen dunklen Gang geschoben. Hinter uns schloss sich die Tür, und wir wussten genau Bescheid. Sollten wir jetzt hier warten oder vielleicht einer vorhandenen Gruppe hinterhereilen? Letzteres war dann richtig.
Die Höhle selbst war wunderschön, sie hatte 18 Grad plus und an diesem Tag wärmer als draußen. Hier gab es verschiedene Felsgestalten, Pflanzen und einen Höhlenfluß mit einigen Wasserfällen. Die Höhle selbst bestand aus Gas- und Magmakanälen früherer Zeit, und das Gestein ist sehr wasserdurchlässig. So entstanden die verschiedensten Figuren und einige Tropfsteine. Nach dem Durchsteigen dieser recht großen imposanten und mollig warmen Höhle, ging es wieder raus. Aber das wars noch nicht. Nun ging es in ein Gebäude unter einem See. Dort befand sich eine Ausstellung mit verschiedenen Stücken und Modellen zur Entstehung der Vulkaninsel (und alles wurde auf englisch erklärt). Jetzt ging es in einen vielfarbig durchleuchteten Gang. Hier wurde die Entstehung der Erde dokumentiert. Das lustige dabei war unser Aussehen. Durch die farbigen Lichter wechselten sich auch die Farben unserer Kleidung und Haare. Im nächsten Raum befand sich ein Inselmodell und auf einer Leinwand wurde die gesamte Entstehung der Insel gezeigt. Nun ging es durch eine Holztür raus. Nein, nicht raus. Wir befanden uns in einer Holzkiste, die einem Förderkorb glich. Als alle Besucher drin waren, Schloss sich die Tür, und wir wurden gerüttelt. An einer Seite des Korbes befand sich eine Lücke, an der die Felsen vorbeihuschten. Irgendwann war dieser Vorgang beendet, und es ging zur anderen Seite hinaus. Dort erwarteten uns enge Stege, viel Getöse und glühende Lava. Wir waren im Inneren eines Vulkans mit all den glühenden Fontänen, dem blubbernden Magma, den glühenden Gesteinen und ähnlichem. Nur heiß war es nicht. Nun ging es weiter zu einer großen glühenden Kugel. Sie glich der Sonne, machte auch interessante Geräusche, surrte, blitzte und funkte immerzu. Es ging jetzt weiter in einen großen Kinosaal. Es gab 3 D Brillen und schon ging es los. Es gab einen Film über die Entstehung des Weltraums mit interessanten Effekten und viel Fantasie. Es gab Explosionen, Steine zerbarsten, Kristalle entstanden, Feuer erschien und verging. Fast jeder schaute mal über die Brille. Durch diesen 3D Effekt war man ja mittendrin, und mit diesen fantastischen Erdentstehungsideen war es recht imposant. So fand man sich neben Fischen im Ozean wieder, oder ein Dino kam ganz dicht vorbei. Nach diesem Film ging es raus, wenn denn die Tür auf gewesen wäre. Aber auch dieses Problem wurde gelöst.
Jetzt gingen wir wieder runter in die Stadt und auf der anderen Seite wieder hoch. Der Blick von oben auf die Stadt war herrlich. Von oben gingen wir einen Schleichweg nach unten. Jetzt ging es an unser Tagesziel, welches das Erreichen des nächsten Ortes war. Dazu wanderten wir direkt an den Steilhängen der Küste und den alten stillgelegten Küstenstraßen entlang. Der Blick war imposant, die Tunnel unheimlich und nass. Wir kamen auch an einen Wasserfall. Hier stürzte das Wasser mit Mächtigkeit von oben herab. Aus Sicherheitsgründen war der Zugang versperrt. Wir kamen jetzt an ein dunkles Flusstal. Dort gab es zerfallene Brücken, Mauerreste, schroffe Felsen, einen tosenden Fluss und das Meer. Es war dort einfach herrlich. Wir sprangen noch über einige Felssteine im Fluss, genossen den Blick durch die Schluchten und gingen dann die Küstenstraße weiter Richtung Ziel. Der Ort kam aber nicht näher. Es folgten immer neue Buchten und Felsvorsprünge. Endlich kam ein Schild. Mit diesem und darauf vermerkten Entfernungskilometern konfrontiert traten wir nun den Rückzug an. Im Hotel angekommen, kam plötzlich unser Leihwagen. Sie wollten ihn einfach einen Tag früher wiederhaben.
Nun ging es ans Abendbrot. Neugierig wie ich war, bestellte ich gleich mehrere Gänge. Das Problem war, diese in meinem Körper zu verstauen. Aber es hat geschmeckt.
So, nun ab ins Bett und nächster Tag. - Tag
Heute wollten wir die14 Wasserfälle erobern. Dazu bewegten wir uns mit heimlich geschmierten Brötchen und Proviant aus der örtlichen Kaufzelle zum Auto. Wie an jedem Tag (außer am letzten) gab es wieder kräftige Regenschauer und Sonne zugleich. So entstanden zwei große Regenbogen über dem Meer, welche direkt am Felsen vor uns endeten. Übrigens regnet es dort recht heftig, aber es gibt kein Haus mit Dachrinnen. Wir fuhren zuerst zum Nachbarort und dann weiter nach Porto Moniz. Dies ist ein hübscher Ort, dessen Spitze direkt ins Meer reicht. Dort flanierten wir über die Promenade und dann an einer Baustelle vorbei, auf welcher gerade eine mittelalterliche Festung errichtet wurde. Wer halt keine geschichtsträchtigen Gebäude hat, baut sich halt welche. Nun gingen wir in Richtung Meer. Dort ragten gewaltige Klippen aus dem Wasser. Wir konnten sie sogar alle erklimmen. Zwischen den Felsen hatte man Beton gegossen. Nach dieser Kletterpartie ging es wieder zum Auto. Dank meiner kartographischen Kenntnisse machten wir nun eine Schlängelfahrt über Berge und Täler, ließen auch viele Dörfer an uns vorbeiziehen um dort wieder anzukommen, wo wir einst gestartet waren. Nach kurzer Auswertung ging es dann weiter. Als nächstes hielten wir auf der höchsten Ebene der Insel. Die Sonne schien, und man hatte einen klaren Blick ins Tal und auf die wolkenverhangenen Berge. Es war aber arschkalt. Dies war auch ein Grund, hier nicht lange zu verweilen. Übrigens ist dieser Ort von Windrädern umsäumt und sollte mal ein Flughafen werden. Auf Grund der Wetterkapriolen (Nebel, Wind etc.) ließ man davon ab. Nun fuhren wir weiter. Es kam ein gut besuchter Parkplatz. War dies etwa unser Ziel? Wie schauten uns die Wegweiser an, und nach kurzer Beratung legten wir fest, dass wir hier falsch waren. Wir fuhren weiter. Landeinwärts erschien uns eine Kreuzung. Links und rechts davon standen diverse Leihwagen mit ausgebreiteten Karten und fragenden Gesichtern. Wir gesellten uns dazu und entschieden uns zugunsten der Linkskurve. Aber so gut war das wohl nicht. Wir wendeten, diskutierten und fuhren dann zum Parkplatz zurück. Dort angekommen schauten wir uns etwas genauer um und erkannten, hier sind wir richtig. Mittlerweile hatten wir gutes Wetter, und die Sonne gab kräftig Wärme ab (meine Freundin wollte schon ihre Jacke im Auto lassen). Der Himmel war dunkelblau und die Sicht hervorragend. Wir schauten in ein mit Büschen und Bäumen bewachsenes Tal. Dazwischen blühten etliche Blumen. Nun gingen wir immer dem gelben Dreieck hinterher. Zuerst ging es eine Straße bergab, vorbei an einem Rettungstrupp, welcher gerade die Bergung Verletzter simulierte. Später folgten wir felsigen Wegen und Treppen nach unten. Nun kamen wir zu einem Wasserkanal mit zwei Abzweigungen aber keinem gelben Dreieck. Gott schickte uns 3 Deutsche, die uns die Richtung wiesen und schon gings weiter. Es ging am Kanal entlang, durch bunt bewachsene Felsen, am Hang entlang, auf den Kanal balancierend, in Nischen hockend (um Gegenverkehr ziehen lassen) und immer wieder den Ausblick genießen. Nach eine Stunde ebener Wanderung waren wir fast am Ziel vorbeigeschossen. Da waren wir nun. Tausend tosende Wasser stürzten sich vom Felsen in die Tiefe und wir mittendrin. Wir befanden uns in einer grünen Schlucht mit Lianen, Bäumen, Moos, Blumen und allem Grün, was man sich so denken kann. Wir kletterten nun über diverse Felsen und genossen den Anblick der Wasserfälle. Zum Baden und Duschen war es aber zu kalt. Nach einer kurzen Pause ging es dann zurück. Noch während wir am Fluss entlangschritten, fing es an, intensiv zu regnen. Wir stellten uns kurz unter. Da es aber nicht nachließ und recht warm war, gingen wir weiter. Irgendwann kam dann der Aufstieg. Es wurde nun immer kälter und wir klitschnass. Wir kamen nun höher, es wurde noch kälter und wir klitschnass. Wir kamen nun fast nach ganz oben. Es nieselte, war neblig null Weitsicht und wir klitschnass. Jetzt kamen wir an der Übungstruppe vorbei, sie waren auch klitschnass. Dann waren wir endlich oben. Einige Kilometer weiter schien die Sonne und geregnet hatte es hier auch nicht. So kam es, dass wir klitschnass im sonnigen Hotel ankamen. Der Nässe aber nicht genug, denn jetzt durfte ich wieder in den Pool. Danach gings zum Essen. Diesmal nahm ich nur eine klare Brühe, einen Gang Fisch und ein Dessert vom Wagen. Hätte ich gewusst, dass die Brühe die Konsistenz und Menge eines Eintopfs besaß, hätte ich es gelassen. Mit überfülltem Magen ging es dann ins Bett. - Tag
Während am Samstag noch alle Läden geöffnet hatten, alle Baustellen betrieben wurde, so war am Sonntag Ruhe. Heute wollten wir nach Kamera de Lotos wo es einen Bauernmarkt geben sollte. Wir taten uns wieder schwer, das Ziel zu finden. Wir schauten von oben auf den Ort, sahen aber keinen wesentlichen Hinweis und entschieden uns, in Richtung Stadtkern und Hafen zu fahren. Dort suchten wir uns einen Parkplatz. Wir schauten zuerst zum Hafen und gingen dann durch den Stadtkern in Richtung Kirche. Alles was wir fanden waren Männer über Männer. Sie spielten in den Kneipen Billard, in den Gassen Karten oder Brettspiele oder unterhielten sich lautstark. Die einzige Frau in diesem Ort schien meine zu sein. Nachdem wir die überfüllte Kirche passiert hatten, sahen wir Menschen mit schwarzen Tüten. Ah! Wir sind am Ziel. Es war aber nur eine Kaufhalle. Nun zurück zum Parkplatz und weitergefahren. Es stellte sich nun heraus, dass wir die falsche Stadt angefahren hatten. Jetzt, nach 500 m Höhe kam tatsächlich ein Ort mit zähfließendem Verkehr ohne Parkplätze und mit Menschen, an denen schwarze Beutel hingen. Wir parkten an einem abschüssigen Fußweg bei dem meine Frau ordentlich ins Schwitzen kam. Das Auto stand und wir in den Markt. Es war ein mittelgroßer Gemüse- und Pflanzenmarkt. Wir kauften einiges Obst und Gemüse. Es kam alles in eine Tüte, dann auf die Waage, es wurde kurz überlegt und der Preis war fertig. Das Geld kam in verrostete Kaffeedosen. Apropos verrostet: In Madeira wird nicht viel weggeworfen (gut für Antikhändler). Dort lagern in Scheunen und Schuppen wahre Schätze. Es stehen auch alte Motorräder und völlig verrostete Oldtimer herum.
Wir schlenderten also durch den Markt und gingen dann zum Auto zurück. Unser nächstes Ziel sollten jetzt die Bandgärten sein. Diese Gärten erreichten wir aber nie. Auch keiner unserer anderen Hotelgäste hat sie gefunden. Vielleicht gab es sie ja gar nicht. Stattdessen fuhren wir nach Monte. Dort gab es einen riesigen botanischen Hotelgarten (den Tropical Jardien Garten)., der seines gleichen sucht. Zunächst gings hinauf zu einer Kirche, um sie zu bestaunen. Dann wieder runter, 20 Euro bezahlt, geschluckt und rein in den Park. Zuerst kamen wir in ein Haus mit geschnitzten Statuen und Köpfen. Das zweite Haus war allerdings imposant. Es gab riesige aufgesägte Steine voller Kristalle. Es gab große Rubine, Smaragde, andere wertvolle Kristalle und schillernde Edelsteine. Es war alles sehr beeindruckend. Wieder draußen, erwartete uns ein altes Hotel inmitten eines riesigen wunderschönen Parks. Man ging über Hängebrücken, an Wasserfällen vorbei, es gab Orchideenfelder und Aquarien mit Koikarpfen. Wir sahen Fliesenbilder, chinesische Gärten, Vasen (darunter auch die Größte der Welt) und überall einzigartige Blumen, Bäume, Sträucher, Farne, Blüten und Blütendüfte. Es war wie im Paradies. Nach einer ganzen Weile und einer Kaffeepause verließen wir den Park und gingen wieder zur Kirche hinauf. Von hier aus hatte man einen phantastischen Blick über die Hauptstadt (Funchal), in deren Hafen gerade ein Luxusliner einlief.
Jetzt gingen wir noch zu den legendären Holzschlitten. Hier wird man von einer Art Gondoliere mit einem Schlitten den Berg hinab in die Stadt geschoben (wie damals die Geschäftsleute). Diese arbeiteten in der Stadt, wohnten aber außerhalb in prunkvollen Villen am Hang. Hoch fuhren sie seinerzeit mit einer Zahnradbahn, die aber heute durch eine moderne Seilbahn ersetzt wurde. Als wir dort ankamen regnete es stark, und die Schlitten waren abgedeckt. Stattdessen standen dort Taxis.
Auf dem Weg zum Parkplatz fielen uns immer wieder Fahrzeuge mit einer Art Gespenst auf der Motorhaube auf. Wir dachten an einen billigen Kitsch. Nach genauerem Studieren stellten wir fest, dass es Schnee war. Nun fuhren wir den Schneeautos entgegen. Nach einiger Zeit stellte sich heraus, dass dies der Weg zum Pico war, dem zweithöchsten Berg der Insel. Was uns hier alles entgegenkam war spitze. Wir fanden auf den Motorhauben (Zwischen Haube und Schnee befand sich noch Stoff oder Papier) liebevoll hergerichtete Köche, Seelöwen, Urlauber, Gespenster, Krokodile, Eskimos, Schneemänner und viele andere phantasievolle Figuren. Und fiel eine Figur von der Haube, wurde mitten auf der Straße angehalten und alles wieder hergerichtet. Der Verkehr Richtung Gipfel wurde nun immer zähfließender. Wir kamen nur noch schrittweise voran, und es wurde neblig. Endlich sahen wir auch einige Schneefelder und Autos, die am Straßenrand standen, um geschmückt zu werden. Wir fuhren weiter, und vor uns tat sich eine neblige Schneelandschaft auf, die seinesgleichen suchte. Wir erwischten eine Parklücke und stiegen aus. Es war ein furchtbarer Schneesturm mit Schneematsch und Nebel und vielen tausenden Menschen. Darunter wild tanzende achtzigjährige, die sich mit Schneeballen bewarfen. Alle waren sie furchtbar happy und freuten sich über den seltenen Schneefall. Im oben gelegenen Restaurant war Chaos. Da wir nun die Einzigen ohne Schal, Mütze und Handschuhe waren, fuhren wir alsbald wieder runter. Vorher verteilten wir unsere gekauften Möhren an die Einheimischen, die uns dafür fast umarmten. Um dem zähfließenden Verkehr zu entkommen, fuhren wir auf der anderen Seite des Berges hinab. Auf diesem Weg lernten wir auch die Picknik-ecken der Madeirer kennen. Hier gab es Plätze mit Tischen und Bänken, einer Feuerstelle und einem Wasserhahn. Dort standen die Insulaner, hörten Autoradio und grillten ihr mitgebrachtes Rindfleisch auf Holzspießen. Wir fuhren nun durch dichte dunkle Wälder in schönes Wetter hinein. Nach einiger Zeit kamen wir an einen von Polizisten abgeriegelten Ort. Wir suchten uns einen Parkplatz und gingen zu Fuß weiter. Nach einem zünftigen Fußmarsch erreichten wir die erste Polizeisperre und somit ein Volksfest. Zufällig war es auch die Stadt, die im Reiseführer durch ihre schilfbedeckten Hausdächer auffiel. Wir wussten nicht, was gefeiert wurde, aber es war schön. Auf der einen Seite ähnelte die Straße unserem Fischmarkt (fliegende Händler boten ihre Waren feil). Auf einem großen Platz in der Mitte der Stadt wurde ein Theaterstück aufgeführt, und auf der anderen Seite gab es Essen. Dort hingen an den Ständen Rinderkeulen. Man konnte sich dort etwas abschneiden oder abschneiden lassen, es auf einen Holzstock (Lorbeer) fädeln, beliebig würzen und dann ins Feuer halten. Dazu gab es Bohnen, die gar keine waren. Diese „Bohnen“ musste man schälen, und das Innere schmeckte wie versalzene Erbsen. Genauer gesagt, beißt man ein Ende ab, spuckt es aus und drückt das innere in den Mund. Ich hab’s probiert. Ich versuchte auch noch mit Himbeercreme gefüllten und gebackenen Brandteig, war sehr lecker. Es wurden auch gegrillte halbe Hähnchen angeboten. Zu trinken gab es überwiegend Wein und Schnaps und kleine Mengen Bier. Wir aßen jetzt noch Erdbeeren mit Sahne, bummelten noch ein wenig übers Fest und wanderten dann zum Auto. Dort angekommen, lockte ich Jule aus der Stadt. Wieder führte uns der Weg durch kurvige Straßen, über Berge und Täler mit toller Landschaft und grandiosem Ausblick. Wir kamen jetzt wieder zur Küste und zum Anfang einer Straße, die als die älteste, schönste und spektakulärste Küstenstraße beschrieben wurde. Es war ein fantastischer Ausblick auf Meer und Klippen. Die Straße war sehr holprig und schmal. Links befand sich eine steile Felswand und rechts ein Abhang mit tosendem Meer. Man fuhr durch Tunnel ohne Beton, drinnen wuchsen Algen, es war stockfinster, und von oben tropfte es. Auch endeten mitten auf der Straße kleine Wasserfälle. Was Jule aber veranlasste, diese wirklich imposante Straße nicht mehr zu befahren, war der Gegenverkehr. So hieß es ab und zu eine steil nach oben führender Straße (links Felsen, rechts Steilhang), rückwärts zu befahren oder stark nach rechts auszuweichen, was meinen Blick nach unten schärfte. Aber es war ein Erlebnis. Trotz allem ging es abends wieder in den Pool. Danach gingen wir auswärts essen. Im Ort gab ein halb ins Meer gebautes Restaurant. Dort war mittags immer Hochbetrieb. Als wir an diesem Abend kamen, machten sie für uns das Licht an. Die erste Stunde waren wir in dem 200 Personen fassenden Restaurant die einzigen Gäste (später kamen noch 6 hinzu). Ich bestellte drei Gänge, um auch hier mir unbekannte Gerichte kennenzulernen. Aber schon nach der Vorspeise, die wieder reichlich serviert wurde, war ich satt. Aber ich hielt tapfer durch. So, nun ab ins Bett, es ist schon spät. Morgen gehts in die Hauptstadt Funchal. - Tag
Nach einer kurvigen Autobahnfahrt hatten wir im Stadtzentrum von Funchal gleich ein Parkhaus gefunden. Von dort aus gingen wir zur Strandpromenade am Hafen, in welchem jetzt noch ein weiteres Traumschiff lag. Danach durchstreiften wir die Altstadt. Die Straßen waren mit meist einstöckigen Häusern (Flachdach) recht eng bebaut. Neusanierte Häuser wechselten sich mit Ruinen ab. Vorwiegend in den Nebenstraßen befanden sich oben die Wohnräume und unten Werkstätten wie Schuhmacher, Friseure, Schlosser, Tischler, Uhrmacher und vieles mehr. In den Hauptstraßen sind es vorwiegend Lokale, Restaurants und ähnliches. Beim Anblick der Werkstätten fühlte man sich ein wenig in die sechziger Jahre versetzt. Alles sah recht verkramt und chaotisch aus, und man arbeitete mit einfachen Werkzeugen.
Wir gingen nun erst einmal zur großen Markthalle. Unten wurde Fisch und oben Blumen, Obst, Gemüse, Fleisch und Käse angeboten. Der Fisch war größtenteils schon verkauft, aber was noch vorhanden war, sah lecker aus. Ich wusste gar nicht, wieviel Arten von Fisch man essen kann. Der größte dort war ein Thunfisch. – Wahnsinn. Wir gingen dann hoch und wurden gleich von den Obsthändlern mit Kostproben überhäuft. Wir hielten uns mit dem Kauf ein wenig zurück und versuchten, einiges über uns unbekannte Früchte zu erfahren. Wir entdeckten Kochkürbisse, kleine Stachelbeeren, die keine waren aber sauer schmeckten und vieles mehr. Kennt ihr eigentlich eine Ananasbanane, wir ja, schmeckt lecker. Nachdem wir den Markt gründlich durchstreift hatten, ging es weiter. Wir schauten uns eine alte Kirche mit schönen bunten Gemälden sowie unzähligen Heiligenfiguren an. Nun ging es durch einen sehr kleinen aber hübsch hergerichteten Park. Er wurde angelegt, um die größte Dreckecke Funchals zu tilgen. Ist aber sehr gelungen. Wir bummelten jetzt weiter durch die Stadt, und immer, wenn eine Regenhusche kam, gingen wir in einige der Passagen und Geschäfte, und es kamen einige Huschen. Nach einem kurzen Imbiss durchkreuzten wir nochmals die Stadt, um zur Promenade zu gelangen. Hier sahen wir uns den Jachthafen an, entdeckten die Seilbahn nach Monte und wurden alle drei Schritte animiert, in ein Restaurant einzukehren. Da die See heute ruhig war, machte ich den verwegenen Vorschlag mit der Santa Maria (ist eine kleine Nachbildung der Großen), eine zweistündige Seefahrt zu unternehmen. Wir schauten uns den Fahrplan an und stellten fest, dass sie gleich reinkommen müsste. Ich wollte einfach nur mal schauen, wie sie mit den Wellen wiegt. Rausfahren wollten wir erst am folgenden Tag. Wir gingen nun die Mole hoch und hielten Ausschau aber nichts war zu sehen. Nach endloser Geduld meinerseits brachen wir nach ewigen Zeiten ab und gingen sie suchen. Dazu wanderten wir am Containerhafen vorbei (es wurden gerade 2 Frachter gelöscht, sehr interessant). Wir gingen rings um den Hafen zum Anleger der Luxusliner. Dort gab es eine Aussichtsklippe, die wir aber gar nicht brauchten. Unsere Santa fanden wir eingemottet in einer Hafenecke. Sie sah aus, als wenn sie das letzte Mal vor Monaten ausgelaufen wäre. Wir erinnerten uns noch an das schillernde Schild, welches jedem suggerierte, dass dieses Schiff zweimal täglich ausläuft. Wenn sie tatsächlich rausfahren würde, dann ohne uns. Im Übrigen hat dieses Holzmodell selbst im Hafen ganz schön geschaukelt. Ich wollte nun noch die Dimensionen der Luxusliner aus der Nähe betrachten, wurde aber durch das Aufkommen von Trennungsgerüchten davon abgehalten. Wir marschierten jetzt wieder in die Stadt zurück. Nun gab es noch ein Eis und dann die Rückfahrt ins Hotel. Heute waren wir nicht im Pool. - Tag
Es war der letzte Tag mit dem Auto. Wir machten nun eine Autotour rund um die südliche Insel.
Wir fuhren zuerst nach Porto Mainitz, wo wir bei herrlichstem Wetter einen Spaziergang machten. Nun ging es weiter Richtung Westen. Wir fuhren durch grüne Wälder, hohe Wiesen etc., wie wir es von zu Hause kennen, nur dass ich unterwegs Orangen pflückte. Links und rechts der Straße weideten Kühe, und es roch nach frischer Waldluft. Die Dörfer, die wir durchfuhren, waren alle fein herausgeputzt. An der Westspitze angekommen, bewunderten wir den Leuchtturm und rannten zur westlichsten Klippe Madeiras. Dort quälte sich gerade ein Frachter in Richtung Norden. Nun kam wieder viel Wasser von oben, welches uns den schnellsten Weg zum Auto wies. Jetzt ging es Richtung Süden. Es war eine interessante Straße mit Ausblick auf die anderen Inselzipfel. Es gab zerklüftete Felsen und wieder einen Wasserfall direkt auf der Straße. Ich versuchte dies mit der Kamera einzufangen, aber es sah nachher aus, wie ein Auto im Regen. Hier im Süden gab es keine Wälder mehr, sondern Sträucher, Büsche und ganz viele Blumen. Hier schien auch ständig die Sonne, anders als im Norden, wo die Sonne kaum über die Berge lugte und die Berge Schatten aufs Meer warfen. Wir rasteten nun an einem kleinen Ort mit einem kleinen Jachthafen auf dessen Mole wir kletterten. Es gab einen kleinen Strand und Reste eines Freilichtmuseums. Das Interessanteste war, als ein Schlepper einen Schwimmbagger in den Hafen brachte. Er zog ihn zunächst mit voller Geschwindigkeit herein, kappte dann die Seile und zog rückwärts an dem Bagger vorbei. Mit diesem Schwung glitt der Bagger nun in den Hafen. Danach musste er selbst manövrieren. Dies gelang ihm mit seiner Schaufel und Leinen am Ufer. Er griff mit der Schaufel in den Hafenboden und schob sich somit vorwärts und kam voran. Nur wir nicht, was Jule schon peinlich wurde, da ich wie gebannt dem Schauspiel folgte. Nun ging es weiter. Wir fuhren nun durch Funchal in Richtung Flughafen, dann am Tankerhafen vorbei zu einem Ort, an dem ein Waalfangmuseum angekündigt war. Wir fanden es auch gleich. Es lag direkt an einem Hafen mit vielen Schiffswracks. Hier gab es ein Waal Fangboot, sowie original Waal Knochen und Kiefer zu sehen. Hier wurde auch das Leben der Tiere dokumentiert aber auch ihre Probleme. Wenn sie in ein Fischernetz geraten, sterben sie beispielsweise einen furchtbaren Erstickungstod. Es wurde auch erläutert, wie die Jungen ohne zu saugen gesäugt werden und noch viele andere Sachen. Man fand hier verschiedene Ausstellungsstücke, sei es vom Waal oder vom Walfänger. Man erläuterte die Geschichte des Walfangs und deren Durchführung. Hier gab es erstmals auch deutsche Texte, also kein. „das heißt wohl oder was meinst du“. Übrigens war es das kleinste Museum, das ich je besucht habe. Es war so groß wie anderthalb Klassenzimmer.
Wir fuhren nun dahin, wo wohl alle hinmussten, denn drei Reisebusse waren schon da. Es ging auf die östlichste Spitze Madeiras. Hier herrschte meist Dürre. Es gab kaum Vegetation, bis auf ein paar Grasbüschel war alles kahl. Es gab aber wieder gewaltige Riffe und Klippen. Von hier aus sah man auch die beiden Nachbarinseln. Es war übrigens auch die Einflugschneise der Flugzeuge, welche uns ständig überflogen. Nach einigen Fotos verließen wir diesen kargen Teil der Insel und fuhren in die Mitte selbiger. Wir hatten noch ein wenig Zeit und fuhren durch das Villenviertel von Funchal. Es waren fast nur hübsche Urlaubsresidenzen. Wegen der vielen Einbahnstraßen, fuhren wir immer weiter nach oben. Zuletzt kam eine Straße mit…..% Anstieg. Plötzlich ging das Auto aus, und das Herz rutschte immer tiefer. Jeder Anfahrtsversuch bedeutete einen Satz nach hinten. Auch meine klugen Vorschläge brachten uns nicht weiter. Wir gaben das Auto auf. Wäre es ein Schiff gewesen, stiegen wir in Rettungsboote und hätten es dann versenkt. Es war aber ein Auto, und stand mitten auf der Straße. Wir also raus aus dem Wagen, in die nächste Baustelle, und mit ein wenig Animation, konnten wir einen Bauarbeiter überzeugen, in unser Auto zu steigen. Zunächst ein großer Schreck, das Auto rutschte auch nach hinten, aber plötzlich, der Schumi kam durch. Die Räder qualmten, es stank nach Gummi, und das Auto fuhr vorwärts. Wir gaben ihm nichts, aber dafür war er jetzt der Held der Baustelle. Nun galt es, den Zement und Kalk vom Autositz zu wischen und dann ab ins Hotel. Dort angekommen freute ich mich schon, nicht in den Pool zu müssen, da das Auto ja abgeholt wurde. Aber kaum waren wir im Hotel, war das Auto schon weg. Also ab in den Pool. Nach dem Abendessen wieder mit vollem Magen ins Bett. Übrigens sagte Jule, wenn ich morgen in den Ozean steige, brauche ich nicht in den Pool. - Tag
Der nächste Tag begann wieder mit dem Sonnenaufgang. Dies sollte der einzige Tag ohne Regen werden, und er wurde es auch. Heute wollten wir erst einmal das kleine verschlafene Kirchtürmchen am Rande der Stadt auf einem kleinen Hügel besuchen. Dazu wanderten wir zuerst die falsche Straße ganz nach oben, um sie dann wieder hinabzusteigen. Danach ging es um ein gewaltiges Bergmassiv herum, dann an einer Steintreppe vorbei zur nächsten Aufstiegsmöglichkeit. Die war dann richtig. Oben, keuchend und nassgeschwitzt eingetroffen, ließen wir das Glockenspiel auf uns einwirken. Danach stiegen wir über einen kleinen Pfad auf der anderen Seite des Hügels ab. Hier gab es richtigen Nadelwald. Unser Weg führte uns immer an einem Bewässerungsgraben entlang, vorbei an Gärten und Wiesen. Dort fand ich auch eine Melone, die wir aus Mitleid mitnahmen. Nun kam uns ein Paar entgegen, welches vor uns den Abstieg wagte aber aufgab. Sie meinten aber, dass wir mit unserem jugendlichen Ehrgeiz und den tollen Schuhen es schaffen könnten. Wir gingen nun gestärkt weiter, erkannten aber bald, wieso das Paar umkehrte. Wir kamen jetzt in eine Art Urwald mit sumpfigem, glitschigem Boden und reißenden Flüssen. Später wurde der Weg wieder etwas trockener, aber er ging nicht wieder nach unten. Aber irgendwo musste es ja runtergehen. Wir marschierten nun weiter, kamen an Gärten, Wiesen und Sträuchern vorbei, wir sahen Einheimische, die auf ihrem Acker schufteten. Dies bestätigte uns in der Hoffnung, bald den Weg nach unten zu finden. Wir gingen weiter, die Gärten hörten auf, es kam viel Gestrüpp und plötzlich eine Schlucht. Nach kurzem Innehalten dann der Entschluss, wir müssen hier rüber. Zunächst kam eine alte Steintreppe mit circa 60 Stufen, rechts das Wasser, links der Abhang. Die Treppe überwunden, kam nun ein steiler Fels. Dort hing eine undichte Wasserleitung. Wir balancierten nun auf dem Kanalrand, an der Wasserleitung hangelnd an dem Felsen vorbei. Natürlich blieben wir nicht trocken. Nun ging es frisch weiter. Die Vegetation wurde immer spärlicher, und plötzlich waren wir inmitten stachliger Brombeersträucher und vor uns ein aufsteigendes Felsmassiv. Was nun? Uns blieb nichts weiter übrig, als an der spärlichen Vegetation vorbei, den Fels entlang, die Treppe hoch, den Berg querfeldein, halb kriechend durch den Busch und nach unten. Es war geschafft. Ich flog dabei so oft hin, dass wir erst einmal zum Wäsche wechseln ins Hotel mussten. Danach gingen wir zum Strand, und ich stieg ins Wasser. Wir gingen die Küstenstraße entlang an einem verfallenen Lagerhaus vorbei. Dort war man kräftig am Entkernen. Auf der ganzen Insel haben wir keine Container gesehen. Jetzt wissen wir auch warum. Es wird einfach alles verbrannt. Nach einem gemütlichen Spaziergang ging es zurück, und ich musste wieder in den Pool. Heute Abend wollten wir Harald Schmidt schauen. Hier kommt die Sendung eine Stunde früher. Nach dem Abendbrot den Fernseher an, bums, alles dunkel. Wir gingen schnell auf den Balkon, die ganze Insel war stockfinster. Nach wenigen Minuten ging das Notlicht an aber nicht der Fernseher. Das Stromnetz ist hier ähnlich wie die Wasserleitungen, einmal vom Himmel gefallen und dann liegengeblieben. Nur einige Knoten halten alles irgendwie zusammen. Nach 15 Minuten gingen in der Stadt plötzlich alle Lichter wieder an und nach 3 Minuten wieder aus. Dann kam nach weiteren 5 Minuten der Strom bei uns wieder an, bis er kurz darauf ganz verschwand, alles duster. Zum Glück schien am anderen Morgen wieder die Sonne. Wir gingen an diesem Tag noch einmal ausgiebig spazieren. Um 11.30 Uhr wurden wir dann abgeholt. Stullen hatte ich diesmal keine geschmiert. Jule meinte, wir können ja ausgiebig auf dem Flughafen essen. Im Flughafen angekommen schauten wir eine Weile den startenden und landenden Jets zu, bis wir selber abhoben. Meine Freundin schaute Garfield und ich aus dem Fenster. Es war klare Sicht, und es gab viel zu sehen. Im Dunklen sah man auch die hellerleuchteten Städte. Dunkel wars auch bei Ankunft in Hamburg. Der ganze Flughafen war leer. Alles war verschlossen, und der einzige Flug war unserer. Auch in Berlin war alles dicht, also nichts mit Essen. Aber unser Abholbrüderchen war da. Wir fuhren nun los, Meine Freundin berichtete über unseren Urlaub und kurz vorm Fernsehturm wendeten wir und fuhren in Richtung Schönefeld und dann nach Hause, wo schon unsere Liebsten warteten.
ps. Den traditionellen Blumenkarton hatten wir natürlich auch dabei. (extra Container im Flugzeug) Soweit dieser Urlaub.
Später hatten wir einen Urlaub im Mai nach Südfrankreich gewonnen. Wir konnten ihn aber aus Zeitmangel nicht antreten. Wir haben dann verhandelt und sind für eine Woche im Winter nach Teneriffa geflogen. Das war auch sehr schön. Beim Fotoshooting flüchtete meine Frau vor herannahenden Krebsen. Wir waren auch auf dem Vulkan und im Loropark. Ein Problem war, jemand hatte uns im Hotel besucht. Weil wir aber nicht da waren, hatte er sich dafür entschädigt. Wir wollten nun, um unsere Finanzen etwas aufzubessern, an der Strandpromenade etwas darbieten. Meine Frau hatte aber dann noch etwas Geld gefunden. Wir brachten nun auch den Leihwagen zurück und bekamen unsere Kaution wieder. Somit hatten wir die Insel nicht mit unserer Kunst bereichert.
Als die Kinder transportfähig waren, folgten wir einer Einladung des Bruders meiner Frau. Es ging nach Spanien. Der Hinflug war normal. Den Zwillingswagen mussten wir gesondert aufgeben. Bei der Kontrolle hats bei mir ständig gepiept. Ich wurde dann aber durchgewunken. Wir landeten in Barcelona. Von da ging es mit einem Leihwagen zu einem Parkplatz, auf dem ihr Bruder wartete. Richtig gefahren sind wir nicht, mehr geritten, denn das Automatikfahrzeug war für meine Frau ungewohnt. Das Treffen fand planmäßig statt, und wir fuhren in seine Behausung. Zum Abendbrot gabs Nudeln, was anderes hatte er nicht da. Er benannte uns aber für den nächsten Morgen eine Einkaufsmöglichkeit, denn er war dann nicht mehr da. Als wir nach einer Woche wieder Abschied nahmen meinte er. „Müsst ihr schon weg, ich hätte gern etwas mit euch unternommen“. Zurück zum Abend. Nach den Nudeln sollte es ins Bett gehen. Das Kinderbett dafür stand aber noch im LKW (hatten wir ihm bei einem seiner Besuche in Deutschland mitgegeben). Nun bauten wir das Bett auf, und legten die Kinder rein. Sie wollten aber nicht so recht einschlafen. Wir legten uns dann ins Gästebett mit verschimmelten Kissen. Am nächsten Tag ging es erst zum Einkaufen, dann putzte meine Frau die Wohnung und wechselte die Kissen. Ich ging mit den Kindern spazieren. Morgens waren es – 5 C , nachmittags plus 25 C. Wir haben dann vieles unternommen. Einmal kam auch ihr Bruder mit Ex- Freundin vorbei. Sie wollte sich die Kinder ansehen. Am letzten Tag waren wir in Barcelona. Es ging auf die Promenade und zur Kathedrale la Familia. Nun kam der Rückflug, und aus Gründen der Sicherheit wurde ich nicht kontrolliert. Alle mussten ihre Jacken und Schuhe ausziehen. Als wir dran waren, ging meine Frau durch, und ich habe ihr den Wageninhalt nebst Kindern rübergereicht. Der zusammengeklappte Wagen passte aber nicht durch die Sperre. Ich sollte dann mit ihm durch eine Seitentür. Nun stand ich völlig allein im Treppenhaus. Bin dann runter zu einer Tür, die zum Rollfeld führte. Jetzt habe ich den Wagen wieder auseinandergeklappt und bin zwischen Bussen und anderen Fahrzeugen rumgerannt. Ich musste ja das Air Berlin Flugzeug finden. Ich habe es auch gefunden. Es stand etwas abseits, und der Lademeister hatte auch schon gewartet. Wir haben dann gemeinsam den Wagen eingeladen. Ich hätte da ja noch alles mögliche einladen können.
Wir waren auch nochmal mit den Kindern in Teneriffa. Wir zeigten ihnen den Loropark, das Meer, den Vulkan usw. Wir sind dann natürlich auch wieder zurückgeflogen. Einem meiner Kinder wurde dabei schlecht. Der Weg zur Toilette war aber durch einen Verkaufswagen nebst Stewardess versperrt. Auf Anfrage, dass meine Frau mal kurz mit dem Kind zur Toilette muss, kam die freundliche Antwort: „Jetzt nicht, nehmen sie bitte ihren Platz ein, bis wir durch sind“. Dies hatte der Flugbegleiterin nicht viel gebracht. Es gab dann viel zu reinigen und Versicherungsfälle der Passagiere zu bearbeiten. Es war ein gewaltiger Ausbruch mit maximaler Sauerei. (Er hatte massiv erbrochen).
Bei einem Flug mussten wir die ganze Zeit angeschnallt bleiben und niemand ging aufs WC. Vorher wurden Tüten verteilt und dann wieder eingesammelt. Es war auch kein Flug, sondern eher ein Ritt. Erstaunlich, was so ein Flugzeug alles aushält.
Wir waren auch in Paris im Disneyland. Das ist der Hammer, man muss es mal erlebt haben. Es war nur etwas teuer. Zwei Wochen für 2 Erwachsene und zwei Kinder 6000 Euro und das ohne Anfahrt. Das habe ich später für 5 Tage und drei Personen mit Anfahrt für 1300 Euro geschafft. Dabei fehlte uns leider 1 Tag. Die deutsche Bahn hatte wegen Sturm den Verkehr eingestellt. Wir haben den halben Tag in Frankfurt am Main auf dem Bahnhof verbracht. Ich bin dann aus Versehen in ein Fernsehinterviews geraten (Sat 1 Frühstücksfernsehen). Später ging es dann mit anderen Zügen und einem gecharterten TGW weiter. Also um 6 Uhr auf dem Bahnhof von Frankfurt und um 22 Uhr in Paris. Es war aber ein schönes Abenteuer.
Das Interview war aber nicht mein erstes im Fernsehen, und im Radio kam ich auch schon dreimal vor. Fürs Dschungelcamp wars aber noch zu wenig.
Mit den Kindern habe ich dann auch öfter Urlaub gemacht. Da alles ohne Auto stattfand, musste es gut organisiert werden. Wir können auch schon im Trab reiten. Mehr geht aber nicht, wir haben zu viel Respekt vor den Pferden. Ich erzähl ja hier im Moment nur über Pannen. Hier sind noch welche.
Ein Tortenboden kam aus dem Ofen, er sollte schnell kalt werden, also aufs Fensterbrett. Das Brett war etwas schief, also schnell ein Viertel Stück Margarine drunter und schon war es grade. Das Resultat war: Der Kuchen lag auf der Erde und die Margarine an der Hauswand. Achtung: Stelle nie einen heißen Teller mit Backkatoffeln aus der Röhre auf einen Campingstuhl. Er ist dann nur noch als Toilettenstuhl zu gebrauchen.
Zu Ostern organisierte ich eine Schnitzeljagd. Es ging also auf Schatzsuche. Ich hatte fünf Minuten Vorsprung. Die Familie kam suchend hinterher. Der Weg war mit Überraschungen und Geldmünzen gespickt, so dass man gut folgen konnte. Es hing auch mal meine Hose im Gebüsch oder Eier am Strauch. Vor einer Weggabelung kam eine Lichtung. Dort standen ein Tisch und zwei Stühle, sowie ein Spaten und die Aussicht auf einen Schatz. Ich hatte dort eine teure Parfümflasche vergraben. Der weitere Weg war mit Bonbons versehen, die folgende Brücke mit Luftballons. Unter der Brücke am Fluss stand ich, nur mit Unterhose, einer Augenklappe, einem Holz Arm und Schwert. Die Hundebesitzer drehten meist kopfschüttelnd ab und nahmen einen anderen Weg. Ja, da stand nun der Pirat und wurde nicht gefunden. Es hatte Schneefall eingesetzt, die Bonbons wurden dadurch abgedeckt, und die Familie hatte sich verlaufen. Meine Frau war sauer, aus Angst, dass etwas gestohlen wurde, hatte sie alle Utensilien (Tisch, Stühle) aufgesammelt. Die Parfümflasche hatte ich selbst wieder ausgegraben.
Pannen gabs noch mehr, aber ich will ja niemanden mehr langweilen.
Nehmen wir mal Menschenkenntnisse. Von den Mitarbeitern ließ ich mich ja schon oft blenden, ich war ja dort noch sehr jung. Es ging dabei um natürliche Hemmungen. Eine junge Frau sollte 20 DM bekommen, wenn sie mir mit einem scharfen Messer den Handrücken aufritzt. Das Resultat war, sie bekam 20 DM und ich einen Verband. Ein anderes Beispiel: Als ich den Laden hatte, gabs grad viel Stress. Ich musste schnell eine Auslieferung verpacken, selbst ausliefern und einen Zettel an die Tür anbringen. Da kam unsere vornehm arrogante Kundin, ich dachte, auch das noch. Sie half mir sofort und ging danach mit einem Lächeln. Selbst eine rumlungernde Gruppe hat mir nach einem Sturz aufgeholfen und mein Fahrrad die Treppe hochgeschleppt. Da fällt mir gerade ein ehemaliger Kollege ein. Man dachte, er wäre ein kompetenter Mitarbeiter. Er war schwerhörig und deshalb wohl verhätschelt und egoistisch. Ich überschritt einmal die Dienstbeginn Zeit. Der Grund war, es gab im Kaufhaus perlmutfarbenes, mit Bildern großer Meister nachempfundenes Porzellangeschirr. Ich wollte es meinen Eltern zu Weihnachten schenken. Dies bekam der Kollege mit, zog mich zur Seite und erklärte ganz ernst, ob ich einen Knall hätte. Meine Eltern hätten mir etwas zu schenken und nicht ich meinen Eltern.
Einmal gab es einen Wochenendausflug mit einer ständigen Unruhe reinbringenden und groben Kollegen. Keiner hatte Bock drauf. Doch Wochenende war wunderbar. Er hat mit uns von sich aus, eine kleine Stadtrundfahrt gemacht und war sehr umgänglich und nett, wie ausgewechselt
Noch ne Begebenheit zum Schlechthörer davor. Er war mit Kollegen nach der Spätschicht schwimmen. Man schwamm raus und traf sich dann wieder am Strand. Er kam aber nicht zurück. Da er heimlich trank, bekamen die Kollegen Angst, dass er vielleicht ertrunken wäre. Alle suchten ihn, und einer rief dann die Polizei. Der See wurde abgeleuchtet. Ein Kollege sollte dann mit den Kleidungsstücken und mit dem Streifenwagen zu ihm nach Hause fahren, um zu kucken, ob er da ist. Da schnappten sie einen Funkspruch auf. „Ein nackter Mann rennt von Busch zu Busch und versteckt sich.“ Der Kollege war bis zum anderen Ufer geschwommen und wusste im dunklen nicht mehr, wo er war.
Noch ein paar Begebenheiten.
Ich ging auf einer Straße, die keine Fußwege hatte, so vor mich hin. Plötzlich kam ein Auto von hinten. Der Fahrer hupte und musste abbremsen. Ich ging etwas zur Seite, und er gab Gas. Danach kam ein wütendes Gebrüll. Er hatte wohl übersehen, dass vor mir eine Baustelle mit einem großen Sandberg war. In diese versenkte er dann seine Wartburg. Apropos Baustelle! Ich fuhr eine Straße entlang, die saniert wurde. Es war stockdunkel. Plötzlich rutschte ich in einen Graben. Mein Fahrrad konnte ich rausdrücken, aber ich selbst schaffte es nicht. Ich bin dann den gesamten Graben entlanggestolpert, bis es ging. Danach suchte ich im Dunklen das Fahrrad. Ich sah dann aus, wie ein Schwein. So dunkel wars damals auch bei Kyrill (schwerer Sturm). Ich sollte schauen, ob das Auto meiner Frau Schaden genommen hatte. Ich fand es aber nicht. Es war schon schwer genug, ohne Lampe die Straße zu finden. Auf einer Straße lag ein Dach, wo ich dann drüber musste.
Noch eine andere Begebenheit. Es regnete. Mitten auf der Straße lag eine Person. Mein erster Gedanke war: Scheiße! Ich also rangefahren und hallo gerufen. Ich tippte ihn an, es kam aber keine Reaktion. Ich habe ihn dann gedreht und ein Tuch unter den blutenden Kopf gelegt. Dabei schnarchte er, reagierte aber nicht. Ich war hilflos, hatte kein Telefon und suchte nun jemanden. In den Häusern waren keine Mieter da oder machten nicht auf. Weiter hinten war ein Auto stehengeblieben. Ich winkte und machte Telefonzeichen. Die Fahrerin kam dann und rief den Krankenwagen. Nun standen zwei hilflose Personen gefühlte vier Stunden neben dem liegenden Mann. Als der Krankenwagen kam, stiegen die Sanitäter aus und sagten: „Der ist tot, sie haben ihn umgefahren.“ Ich sagte: „Nein, er lag schon da“ Dies konnte die Autofahrerin Gott sei Dank bestätigen. Sie musste dann auch dableiben. Da meine Kinder unruhig wurden, durfte ich weiterfahren.
Weil vorhin gerade vom Auto meiner Frau die Rede war. Zum Autokauf hatte ich seinerzeit 6000 Euro dazugegeben. Diese Summe wollte sie auf einen Bausparvertrag zurückzahlen. Es lief auch, nur das das Geld vom Gemeinschaftskonto, wo nur mein Lohn draufkam, abging. Später hat ihr dann meine Firma das Auto für 6000 Euro abgekauft. Den Bausparvertrag brauchte sie für ihre neue Wohnung. Überrascht waren wir auch, als meine Frau kundtat, dass sie zum ersten Mal etwas gespendet hat (ein Herz für Kinder). Das Geld ging aber vom Firmenkonto ab.
Was heißt eigentlich gleiches Recht für alle?
Immer wenn wir das Haus gegenüber dem Ordnungsamt belieferten gabs Strafzettel. Wir sollten den 50 m entfernten Parkplatz benutzen. Als wir dann das Ordnungsamt belieferten sagte ich ihnen, dass wir 2 Euro mehr Transportkosten berechnen müssten, da wir ja den entfernten Parkplatz benutzen müssen. Kommt als Antwort: „Wieso Parkplatz? Selbstverständlich können sie direkt vor unserem Eingang halten“.
Hygienekontrolle: Beamtin meint „Tut mir leid, habe meine Schürze vergessen“. Die Kontrolle wird trotzdem durchgeführt. Ich wäre natürlich ohne Schürze zur Kasse gebeten worden.
Vom Vermieter und der Stadt wurde ein Werbeschild genehmigt. Nun kommt ein Stadtratsbeschluß und verändert die Richtlinien. Jetzt musste ich das genehmigte Schild nochmals kostenpflichtig genehmigen lassen.
Oder: Unser Fahrer fährt mit dem Transporter bei Gelb rechts um die Ecke. Dies sieht aus 50 m Entfernung ein motorisierter Polizist. Fährt dann bei roter Ampel (ohne Blaulicht) hinterher und stellt den Fahrer. Der Fahrer erhebt Einspruch. Es kommt vor Gericht. Bevor es losgeht rät der Richter den Einspruch zurückzuziehen, da die Aussage des Beamten höher bewertet wird.
Ein polizeiliches Dienstfahrzeug fährt Streife. Ich gebe den Hinweis, dass ihr Licht nicht geht. „Ja, wissen wir“
Noch ein anderes Erlebnis:
Es war ein grauer Tag im Februar. Meine Nichte, und andere Kinder feierten Fasching bei meiner Schwester und deren Kindern. Ich holte sie nach dem Abendbrot ab, und wir gingen zu uns nach Hause. Meine Nichte sollte dann von meiner Frau nach Hause gebracht werden. Sie hatte aber noch keinen Feierabend. Meine Nichte wollte nun dabei sein, wenn ihre Cousins ins Bett gebracht werden. Sie waren noch im Windelalter und weil es schon spät war, wollte ich sie nicht mehr baden. Also Schüssel, Wasser und Waschlappen und los gehts, Windel weg und den Genitalbereich mit dem Lappen gereinigt. Meine Nichte schaute aufmerksam zu und sagte: „Mein Papa macht es bei mir immer mit der Zunge“. Ich sagte ihr, dass es mit einem Lappen doch viel besser geht. Wir brachten die Kinder dann ins Bett und ich erzählte eine erdachte Gutenachtgeschichte. Weil wir gerade dabei sind. Ich habe auch mal versucht, Geschichten aus dem Tagesgeschehen der Kinder zu erzählen. Damit wollte ich ihnen ihr Verhalten bewusst machen. Wenn sie sich darin erkannt hatten, wollten sie nichts weiter davon hören.
Meine Kinder schliefen jetzt, und meine Frau brachte unsere Nichte nach Hause. Um Rat zu holen, nahm ich Kontakt zu meiner Mutter auf. Sie meinte, dass ich etwas tun sollte. Vielleicht das Jugendamt einschalten, aber erst einmal mit meiner Schwägerin sprechen. Wenn ich nichts unternehmen würde, könnte man mich wegen unterlassender Hilfeleistung anzeigen. Ich rief dann meine Schwägerin an. Ihre Antwort war: „Ist nicht weiter schlimm, mach dir keine Gedanken, er duscht auch mit ihr sehr lange, da habe ich schon etwas gesagt“. Ich informierte meine Mutter über das Gespräch, das hörte meine Frau zufällig mit. Sie wählte die Info der Polizei, um zu erfragen, was denn jetzt zu tun sei. Es ging natürlich niemand ran. So fuhr sie zur Polizeistation und kam nicht wieder. Ich ging dann zu Bett. Um circa 22 Uhr klingelte das Telefon. Ich wurde darüber informiert, dass die Polizei mich gleich zur Zeugenvernehmung abholt. Ich bat meine Mutter, die unweit wohnte und zum Glück noch wach war, auf die Kinder aufzupassen und setzte mich vor die Tür. Es kam dann ein ziviles Fahrzeug, welches langsam durch die Straße fuhr. Ich dachte, es wäre ein Pizzabote. Als es nochmals durch die Straße fuhr, machte ich auf mich aufmerksam. Er hatte nun seinen Zeugen, musste aber den Beifahrersitz von Waffe und Kelle befreien. Er fuhr mich dann, ohne ein Wort zu verlieren ins Präsidium. Dort nahm ich neben dem Kriminaldauerdienst im Wartebereich Platz. Vor lauter Qualm konnte man kaum die Rauchverbotsschilder lesen. Ich las nun sämtliche Broschüren, die da rumlagen und schlief dann am Tisch ein. Später weckte mich ein ebenfalls aus dem Bett geholter Beamter. Wir gingen nun in seine Fachabteilung. Während er den Computer hochfuhr und ich die Uhr sah, stellte ich mir die Frage, wie ich wieder nach Hause komme. Geld hatte ich auch keines eingesteckt, also zu Fuß. Jetzt wurde alles aufgenommen, protokolliert und unterschrieben. Er sagte: „Nun brauche ich noch ihren Ausweis, und wir sind durch“. Ich sagte ihm, dass den noch meine Frau haben müsste, die ja um 18 Uhr zur Polizei ging und dann nicht mehr gesehen wurde. Es war ja inzwischen kurz nach 2 Uhr. Er stand dann wortlos auf und verließ den Raum. Nach einiger Zeit kam er wieder und sagte: „Sie hat zwar alles bestritten, aber hier ist er“. Ihre Frau ist noch oben bei der Kollegin. Jetzt wusste ich, wie ich wieder nach Hause komme, um dann meine Mutter zu wecken. Nun war ich bei meinen
Schwiegereltern noch beliebter. Die Mutter und Bekannte des Vaters meiner Nichte schickten mir Drohbriefe und verlangten, dass ich die Anzeige zurückziehe. Es hatte niemand verstanden, dass ich gar keine Anzeige gemacht hatte. Die Anzeige war von Amtswegen erfolgt, und ich war nur Zeuge. Es kam dann zur Gerichtsverhandlung. Zu dieser animierte ich auch die örtliche Zeitschrift. Die Öffentlichkeit war ja ausgeschlossen und ich nicht geladen, da sich meine Aussage mit der des Mädchens deckte. Trotz seiner zweifelhaften Vergangenheit wurde der Vater des Mädchens wohl freigesprochen, oder das Verfahren wurde eingestellt. Ausschlaggebend war, dass seine Tochter keine Strafe für ihn wollte (pädophil war er nicht). Die Staatsanwältin sagte mir, dass es etwas mit Macht zu tun hätte. Sie war auch nicht ganz zufrieden mit dem Urteil. In Revision ging sie aber nicht. Ich fragte dann im Justizministerium nach. Von dort wurde mir mitgeteilt, dass die Gesetze für eine Bestrafung ausgereicht hätten, aber das Gericht nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft hatte. Es wurden mir dann Beispiele gegeben. Da ich die Schreiben von Presse und Ministerium umkopiert zum Lesen weitergereicht hatte, sind sie jetzt verschwunden.
Bei diesem Fall hatte die Polizei gut gearbeitet. Ich durfte aber auch das Gegenteil kennenlernen.
Ich bekam von der Abteilung Verkehrsdelikte zur Klärung eines Sachverhalts als Tatverdächtiger eine Vorladung. Ich bin dann hin, hatte aber die Kinder dabei. Da waren die Beamten schon mal sauer. Ich wurde beschuldigt, in einem anderen Bundesland abends 22 Uhr mit einem PKW die Geschwindigkeit überschritten zu haben. Ich bekam dann das Blitzerbild und mein vergrößertes Passbild vorgelegt. Beide Bilder waren mit Maßen versehen. Ich sagte: „Das auf dem Blitzerbild bin ich nicht.“ „Doch das sind sie!“ Sie verwies auf die identischen Kinn Maße, den Augenabstand und was sie sonst noch vermessen hatten. Ich sagte, dass dieser Mensch doch völlig anders aussieht und schlug vor, ein Foto zu machen und es daneben zu legen. Dies wäre dann nicht so alt wie das Passbild. Sie sagte:“ Das muss der Staatsanwalt entscheiden! Geben sie die Tat zu?“ „Nein, ich war nie dort, schlafe um 22 Uhr und hab nicht mal eine Fahrerlaubnis“. „Ach, nehmen sie bitte Platz. Das ist jetzt natürlich eine Erweiterung des Tatbestandes“. Sie klimperte dann am Computer und räumte mir ein, zu meiner Ablehnung der Tat, eine Stellungnahme zu schreiben. Als ich meiner Frau davon berichtete, dampfte es ihr aus allen Ohren. Der meiste Dampf ging dann durchs Telefon. Ich habe nie wieder etwas von der Angelegenheit gehört.
Jetzt verreisen wir noch mal.
Ausgangspunkt war mein zweites Buch (für Familie). Das erste war ein angefangener Roman, in dem ich die Figuren nicht mehr unter Kontrolle bekam und die Spannung bei -20 Grad lag. Ich habe ihn zum Recyceln gegeben.
Bevor die Kinder die Welt erblickten, haben wir einen Stammbaum (über Kirche und Standesamt) erarbeitet.
Ja, die Kinder:
Sie wuchsen und durchlebten Höhen und Tiefen.
Weil die Fahradfahrschule zu anstrengend war, wurde das Fahrrad zertreten, weil der Staubsauger den Stoffhund verschlungen hatte, wurde er auseinandergebaut, die Gummibärchen gehörten in die Nase, ein Pfeiler wurde übersehen = Zahnarzt, ein flüssiges Metall wurde aufs Bein gegossen, heute noch eine Narbe, weil ein großes Messer in der Hosentasche war auch , usw.
In der Schule liefs auch.
Einer wurde von den Großen gemoppt, der andere traute sich im Unterricht nichts zu sagen.
Einmal hatten wir das Zeugnis reklamiert. Es gab ein Bild für die Kinder und eine textliche Einschätzung für die Eltern. Das Bild zeigte die großartigen Fortschritte der Kinder in der Schule, der Text vermittelte etwas anderes. Nun sage jemandem, der stolz mit dem Bild umherläuft, dass es eine Falschinformation enthält. Es wurde dann mit Lehrern, Schulleitung und Schulamt besprochen und geklärt. Ab der 3. Klasse ging es dann in die Waldorfschule. Dies haben wir aber erst einen Tag vor Unterrichtsbeginn erfahren. Nun galt es zu tanzen, zu stricken, Gartenarbeit Schauspielerei und öfter Unterrichtsausfall. Sie sind aber noch gut dabei.
Zurück zum Stammbaum:
Er reichte bis ins 19. Jahrhundert, also 18 hundert und noch was zurück. Dies brachte uns dazu, gleich einmal die Herkunft meiner Mutter zu ergründen. Sie kam als Hausgeburt in Eisersdorf (Niederschlesien) zur Welt. Wir haben nun versucht herauszubekommen, wo sie gewohnt hatten, wie die Familie gelebt hat und wie die Vertreibung aus ihrer Heimat stattfand. Dazu befragten wir noch lebende Verwandte. Richtig redselig war keiner, aber es kamen doch viele Informationen zusammen. Wir wussten nun, dass die Vertriebenen in Kirchmöser ankamen. Nach langem Hin und Her erhielten wir die Adresse eines Zeitzeugen. Dieser konnte uns viel erzählen. Er kam aus einem Nachbarort von Eisersdorf. Wir fuhren nach Kirchmöser und liefen mit ihm die Gleise, wo einst der Zug entlangfuhr, bis zur Laderampe ab, wo die Fahrt endete. Er zeigte uns die alte Eisenbahnwerkshalle, wo sie alle empfangen wurden. Dort mussten sie duschen, und ihre Kleidung wurde desinfiziert. Ihr Hab und Gut wurde vorerst weggeschlossen. Danach ging es in die Baracken eines ehemaligen Gefangenenlagers. Hier gab es keine Heizung und nur einfache Pritschen zum Schlafen. Da konnte er uns nur noch den Platz zeigen, wo die Baracke der Eisersdorfer stand. Am Rande stand da noch eine erhaltene Baracke, auch die ehemalige Kantine gab es noch. Dies haben wir alles in Bildern festgehalten. Unser Zeitzeuge, ein gestandener Mann, wirkte dabei sehr mitgenommen. Er brach mitunter auch in Tränen aus. Es war für ihn damals eine harte Zeit. Der Vater war tot, die Mutter krank, keine richtige Wohnung, nichts zu essen geschweige denn Spielzeug. Er kam wegen Unterernährung auch später in die Schule. Leider auch bei einer alten Nazilehrerin, die die Vertriebenen nicht ausstehen konnte. Wir hatten dann noch eine Weile mit ihm und seiner Familie brieflichen Kontakt.
Ich habe dann unsere Erkundungsergebnisse in einem kleinen Buch zusammengefasst und es meiner Mutter zum Geburtstag geschenkt. Wir hatten natürlich auch bei Eisersdorf zwei Zimmer gebucht und fuhren mit ihr hin. Es ging dann nach der Grenze zu Polen auf der Autobahn mit 30 km/h voran. Sie war noch im Originalzustand belassen. Vielleicht dachten die Polen, falls die Deutschen nochmals einfallen, scheitern sie gleich hier. Am Ziel angekommen, begannen wir auch gleich mit den Erkundungstouren. Wir hatten Mutters Geburtshaus gefunden und durften auch rein. Es war früher ein Restaurant mit angebautem Wohnhaus, wo eine Post mit integriert war (Mutters Mutter war bei der Post angestellt). Das Haus war aber nur noch eine Ruine. Wir fanden auch noch andere Häuser und Wohnungen von Verwandten. Wir schauten uns den stillgelegten Bahnhof an, wo einst ihr Onkel arbeitete. Auch fand meine Mutter ihren alten Fluchtweg wieder, wo sie mit einer Freundin aus dem Kindergarten ausgebüchst war. Wir schauten uns auf der Suche nach Verwandten die deutschen Friedhöfe an, fanden aber ihre Gräber nicht mehr. Auch waren wir in der Kirche, wo Mutter sich im Kirchenregister wiederfand. Wir besuchten diverse Behörden und bekamen Auskunft, wo noch Unterlagen zu finden wären, und wo sie gegebenenfalls eine Geburtsurkunde erhalten könnte. Dann machten wir auch noch sehr interessante Ausflüge und hielten alles in Bildern fest. Es wurde, dank meines Onkels, ein richtiges Buch daraus.
Ja, was habe ich sonst noch zu berichten.
Ich hatte eine große Daunenfederdecke (nicht gesteppt). Eines nachts war mir kalt. Am Morgen wusste ich warum. Eine Naht war gerissen, und es entstand eine wunderschöne Winterlandschaft. Bis ich sie komplett wieder weg hatte, verging eine Woche.
Es war einmal ein wunderschöner Morgen. Ich musste wie so oft zur Arbeit. Also raus aus dem Bett und gleich umgefallen. Ich schleppte mich dann zur Toilette, trank Wasser und zog mich im Liegen an. Mir war kotzübel und schwindlig. Ein Telefon hatte ich nicht, Handy gabs auch noch nicht. Ich musste aber zur Arbeit um aufzuschließen. Bin dann, wie ein Volltrunkener von Baum zu Baum und an Zäunen entlang zur Haltestelle. In die Bahn hatte ich es noch geschafft. Einen Stuhl erreichte ich nicht. Ich saß auf der Treppe vor der Tür. Beim nochmaligen Umsteigen habe ich dann einen Stuhl erreicht. Ich dachte, jetzt gehts aufwärts. Den Rest Weg habe ich dann ohne Festhalten freihändig torkelnd bewältigt. Ich schloss auf und sagte: „Kann nicht, Ihr müsst alleine ran.“. Danach habe ich mich zu meiner Schwester fahren lassen. Dort habe ich in voller Montur bis 18 Uhr geschlafen. Mir ging es nun besser, und ich fuhr nach Hause. Da kam dann der Schrecken. Ich hatte gegen Reizhusten Tabletten verschrieben bekommen. Ein paar hatte ich schon genommen. Nun aber lag eine leere Packung neben dem Bett. Ich muss wohl im Halbschlaf gehustet und dann die ganze Schachtel geleert haben (es waren Codeintabletten , die bei Überdosierung schwere Nebenwirkungen auslösen können). Also, Medikamente gehören nicht ans Bett.
Übrigens habe ich früher gegen Gebühr Hausarbeiten geschrieben. Es flog aber bald auf, denn den Prüfern kam der Schreibstil bekannt vor. Es wurde aber nur abgemahnt.
Möchtest du deinen Kindern zur Geburt (wie damals nicht unüblich) eine Einzelaktie kaufen, so geht dies nicht mehr. Es gibt nur noch Aktienfonds, die der Staat einsehen kann, den Wäscheschrank mit der Einzelaktie nicht.
Achte immer darauf, dass du zu Hause bist, wenn deine Katze Durchfall hat. Ein dreckiger Po ist ihr peinlich und Sitzmöbel danach unbrauchbar. Daran sieht man, dass Katzen, wie auch andere Tiere, Gefühle und eine Seele haben. Der Unterschied zu uns Menschen ist, dass wir mehr Verstand haben. Das Tier sucht sich Unterschlupf und Futter, der Mensch auch. Es ist natürlich komplexer (er hat Hunger, sucht sich eine Arbeit, bekommt Geld, geht einkaufen, bekommt eine Wohnung usw.). Der Mensch muss auch vieles regeln. Endlich sind bei uns fast alle Menschen gleichberechtigt. Nur gibt es noch zu wenig weibliche Führungskräfte. Auch das will man regeln. Frauen, die Karriere machen wollen, geschuldet ihrem Können und Wissen, tun dies auch. Viele Frauen ziehen aber der Karriere die Familie vor. Sie möchten ihre Kinder begleiten und aufwachsen sehen, und das nicht nur am
Wochenende. So war es zumindest in meiner Verwandtschaft. Und ich darf sagen, ich wäre lieber bei meinen Kindern gewesen, als zur Arbeit gegangen. Bin ich dann gleichberechtigt?
Hätte es schon ein Gesetz gegeben, so hätte ich meine Frau ja verpflichten können, die Firma zu leiten, oder?
In mein Geschäft kamen oft auch Vertreter, die etwas verkaufen wollten. So auch welche, die über mich ihre Drogen verteilen wollten. Hab sie vertrieben, nicht die Drogen, sondern die Vertreter. Ich hatte übrigens auch einen schizophrenen Kunden (das hat er mir gesagt). Man wusste bei ihm nicht, mit wem man spricht.
Habe ich noch etwas vergessen? Sicher, aber wer will das schon wissen. Da es immer um dieselbe Person geht, wird es langsam langweilig. Nochmal lebe ich dieses Leben nicht, ist mir zu stressig.
Wenn sich jemand erkennt und will klagen, dann muss wohl was dran sein.
Schon mal eine Klage durchgeführt? Sie kann dann so aussehen!
